HLV-EM-Camp in Berlin
  27.08.2018 •     Jugend


Zum größten Sportereignis in 2018, den Europameisterschaften der Leichtathletik ging es am vergangenen Wochenende mit 23 Jugendlichen von 14–16 Jahren nach Berlin.

Gut gelaunt und voller Vorfreude trafen sich die ersten Teilnehmer am Freitag, den 10.08.2018 gegen 13 Uhr am Frankfurter Bahnhof. Im Zug wartete bereits das Orga– und Betreuungsteam aus dem HLV– Jugendausschuss. Mit dabei war der Vizepräsident Jugend Till Helmke, die Jugendsprecherin Sarah Lisa Zorn und die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit Jugend Rebekka Thoma, alle drei gespannt, ob es alle TeilnehmerInnen  in den richtigen Zug schaffen würden. Doch wider Erwarten musste sich das Orgateam mit der Hiobsbotschaft auseinandersetzen, dass der Anschlusszug von Kassel nach Berlin aufgrund einiger Sturmschäden ausfallen sollte. Doch nach einigen Telefonanrufen kam dann die positive Rückmeldung, dass sogar ein etwas früherer Zug möglich ist. Die erste Aufregung des Wochenendes. Nach und nach stiegen die übrigen TeilnehmerInnen zu und am Bahnhof in Kassel war dann die  Gruppe vollzählig vereint. Nach einer kurzen Begrüßung erhielten alle TeilnehmerInnen eine Nummer, die im Laufe des Wochenendes nicht nur einmal laut in die richtige Reihenfolge gebracht werden musste.

Nun konnte die Reise endlich beginnen. Zwar gab es aufgrund der geänderten Zugverbindung keine Sitzplätze mehr, sodass sich die einen auf ihren ergatterten Sitzplätzen stapelten, die anderen hingegen die Zugfahrt auf dem Boden verbringen mussten. Doch die Gruppe nahm es mit Humor und Gelassenheit, wohlwissend dass ein spannendes Wochenende bevorstand. Nach einem kleinen Fußmarsch vom Ostbahnhof zur Jugendherberge und einem kurzen Aufenthalt im Zimmer, gab anschließend das langersehnte Abendessen. In der großzügigen Lobby inklusive EM– Übertragung verspeisten alle hungrig ihre Pizza. Frisch gestärkt ging es dann in die obligatorische Kennenlernrunde über. Nachdem sich alle mit Namen, Alter, Wohnort und Disziplin vorgestellt hatten verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen nach dem Auflösen eines gordischen Knotens in die Nachtruhe. Natürlich nicht ohne die Vereinbarung getroffen zu haben, am nächsten Morgen pünktlich um 7.30 Uhr zum ersten joggenden Berlinsightseeing bereit zu sein.

 

Am nächsten Morgen standen nicht nur alle TeilnehmerInnen pünktlich in der Lobby sondern ließen sich auch noch darauf ein, den Tag sportlich zu beginnen. Während die einen völlig euphorisch und die anderen zumindest bereitwillig zu den Überresten der Berliner Mauer joggten, blieben zwei Teilnehmer in der Unterkunft zurück und bereiteten einen weiteren Punkt für die anschließende Sightseeing-Tour vor. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden gemeinsam die Regeln für das Wochenende festgelegt. Im Laufe des Wochenendes sollte sich vor allem die Regel fürs Zuspätkommen bewähren. 10 Liegestütze pro verspätete Minute trieb so manche an ihre Grenzen.

Und los ging es bei strahlendem Wetter zur Berliner Sightseeingtour. Für die Meisten war es der erste Hauptstadtbesuch und darum eine geeignete Möglichkeit Berlin kennenzulernen. Die einzelnen Stationen wurden  durch die TeilnehmerInnen selbst vorbereitet und hervorragend den anderen näher gebracht. So bewegte sich die Gruppe sportlich lernend und mit vielen neuen Eindrücken durch Berlin und traf sogar den kürzlich gekrönten Speerwurf-Europameister Thomas Röhler. Am Nachmittag gab es Zeit für freie Verfügung und die TeilnehmerInnen konnten in Kleingruppen losziehen. Die meisten vergnügten sich auf der Fanmeile am Breithscheidtplatz und konnten sich so schon einen ersten Eindruck von der tollen EM-Stimmung in Berlin verschaffen.  Pünktlich um 15 Uhr versammelte sich die Gruppe an der Gedächtniskirche, lauschte einem weiteren Beitrag und machte sich anschließend auf den Rückweg zur Jugendherberge. Dort angekommen blieb noch ein wenig Zeit um sich auf dem Zimmer kurz vom Tag zu erholen und sich für abendlichen Stadionbesuch frisch zu machen.

In roten T-Shirts und voller Vorfreude ging es mit der Bahn zum Stadion. Dort angekommen machte die Gruppe Fotos, versorgte sich mit Essen und fand sich anschließend auf ihren Sitzplätzen ein. Die Stimmung im Stadion und bei den TeilnehmerInnen war grandios. Alle Athleten lieferten einen spannenden Wettkampf und mit Gold für Mateusz Przybylko (Hochsprung) und Malaika Mihambo (Weitsprung) sowie Silber und Bronze für Nadine Müller und Shanice Craft (Diskuswurf) erzielten die Deutschen ein fantastisches Ergebnis. Euphorisiert von der geballten Kraft und Stimmung im Stadion mit über 60.000 Zuschauern war die Gruppe auf dem Rückweg noch voller Tatendrang. In der Jugendherberge angekommen, fielen doch alle ziemlich schnell ins Bett und auf den Fluren war es still. Das nutzte das Betreuungs-Team um den Tag in Ruhe Revue passieren zu lassen.

 

Am nächsten Tag kam es alle gelegen, dass die Joggingrunde ausfiel und alle direkt zum Frühstück erscheinen durften. Nach anschließender kurzer Teamrunde und einigen angesammelten Liegestützen ging es auch schon los um am Brandenburger Tor den Marathon der Frauen und Männer zu besichtigen. Dort hatten alle die Gelegenheit Souvenirs zu kaufen, Bilder vor dem Brandenburger Tor zu machen oder auch einfach mal ein bisschen in der Sonne zu verweilen und den Athleten zuzuschauen. Nach einer kurzen Verschnauf- und Mittagspause versammelten sich alle um den Teamgeist als Vorbereitung für das anschließende Gruppenspiel zu stärken. Unabdingbar wenn es darum gehen soll, in durchmischten Teams durch Berlin zu fahren und zu laufen und dabei die Aufgabe zu haben entweder Mister X zu fangen oder als Mister X eine geeignete Route zu finden.

Aufregende drei Stunden verbrachten die Teams, um sich gegenseitig durch Berlin zu jagen und um dabei noch lustige Aufgaben erfüllen zu müssen. Für diverse Aktivitäten gab es Punkte und so war es nicht ersichtlich, welche Gruppe zum Schluss gewinnen würde. Auch für die Zentrale, bestehend aus dem Betreuungsteam war es keine leichte Aufgabe, allen Teilnehmerinnen als Anlaufstelle zu Verfügung zu stehen und alle Schritte nachzuvollziehen.

Nach Ablauf des Spiels trafen sich alle am Ostbahnhof und erzählten von ihren Erfahrungen in Berlin. Bis auf ein paar kleine Beulen lief alles glatt und die Gruppen hatten sich nicht nur als hervorragende Teams bewiesen, sondern nun auch noch einen guten Überblick über Berlin gewonnen.

In der Jugendherberge angekommen, blieb nicht mehr viel Zeit bevor es wieder ins Stadion ging. So traf es wieder vereinzelte, die nicht nur 10 Liegestütze machen mussten. Der Liegestützenrekord lag an diesem Abend bei 40 Stück. Recht positiv, wenn man bedenkt, dass die spätesten lediglich vier Minuten zu spät kamen.

Trotz einer etwas beengten Zugfahrt zum Stadion war die Gruppe gut gestimmt und freute sich auf das anstehende Programm. Schon beim Stabhochsprung des Schweden Armand Duplantis waren die Zuschauer Hin und Weg und die Stimmung war unbeschreiblich. Doch mit dem 3000 Meter Hindernis Frauen und der unglaublichen Leistung von Gesa Krause (Gold) sowie der 4x100 Frauen Staffel und dem Bronze-Erfolg für das Team um Gina Lückenkemper tobte nicht nur die Menge, sondern auch die TeilnehmerInnen im Stadion. Alle waren völlig geflasht von der Stimmung und den tollen sportlichen Leistungen. Mit den Siegerehrungen am Sonntagabend gingen für die Gruppe zwei tolle Stadiontage zu Ende.

Gesättigt von vielen Eindrücken ging es dann gemeinsam zurück zur Jugendherberge und am Folgetag auf der Rückreise im Zug überwiegend schlafend nach Hause.