Hessenrekorde für Mainka, Urban und Okuku
  28.05.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport , Jugend


Reichlich Leistungen auf sehr hohem Niveau gab es bei den hessischen Meisterschaften der Altersklasse U18, die parallel zu den Aktiven im Kasseler Auestadion stattfanden. Zudem hatten einige Nachwuchs-Asse die Norm für das European Youth Olympic Festival (EYOF) Ende Juli in Baku (Aserbaidschan) im Blick. Ein Höhepunkt der zweitägigen Titelkämpfe war das Rennen über 110 Meter Hürden. Schon im Vorlauf zeigte Moritz Mainka (Wiesbadener LV), dass er in toller Form ist. Mit herausragenden 13,80 Sekunden stürmte der Kaderathlet zum Sieg, verbesserte den knapp fünf Jahre alten Hessenrekord von Christopher Nagorr (LAZ Gießen/13,98) deutlich und knackte ganz sicher die EYOF-Norm (13,95). Im Finale gelang dem Youngster noch eine minimale Steigerung auf 13,79 Sekunden, obwohl ihm ein strammer Gegenwind (- 2,2 m/sec.) entgegenblies. 

Kai Hurych (KSV Fürth) war bei den Hammerwerfern der Herr im Ring. Im zweiten Durchgang schleuderte er das fünf Kilogramm schwere Sportgerät auf 69,73 Meter und hakte sicher den Richtwert von glatten 69 Metern ab. Stark präsentierte sich auch Lasse Gundlach (ESV Jahn Treysa) als Zweiter mit der persönlichen Bestleistung von 66,33 Metern. Marius Karges (LG Eintracht Frankfurt) ließ den Diskus auf 55,83 Meter segeln, womit ihm nur 17 Zentimeter zum EYOF-Ticket fehlten. Zudem trug sich der Eintrachtler im Kugelstoßen (16,11 Meter) in die Siegerliste ein.

Im Dreisprung können Julius Franzen (TSG Gießen-Wieseck/13,53) und Nico Hildebrand (LG Alheimer-Rotenburg-Bebra/13,45) für die deutschen Meisterschaften in Ulm planen. Im Weitsprung fehlt Lukas Seibel (LG Seligenstadt) mit 6,79 Metern nur noch ein Zentimeter zur DM-Norm. Lukas Rindt (TSG Friedrichsdorf) stellte mit 1,92 Meter eine Freiluft-Bestmarke auf, um im Donau-Stadion springen zu können, fehlen ihm aber noch drei Zentimeter.

Eine knappe Angelegenheit in punkto DM-Start waren auch die 1.500 Meter. Hier gewann Bastian Mrochen (LG Reinhardswald) in 4:13,34 Minuten und schrammte um nur 0,34 Sekunden am Richtwert vorbei. Einen kräftezehrenden Doppelstart absolvierte Robin Pfahls (TV Gelnhausen), der mit 1:59,60 Minuten (DM-Norm 1:59,00) die 800 Meter gewann und nur 30 Minuten später über 400 Meter erneut an den Start ging. Über die Stadionrunde holte sich der Läufer aus der Barbarossa-Stadt in 51,46 Sekunden seinen zweiten Titel - und dieses Mal klappte es mit der Norm. Über 100 Meter sind noch die 11,19 Sekunden von Felix Schlosser (LG Rosbach-Rodheim) zu nennen. 

Kommen wir zu den Mädels. Hier erfüllten gleich drei Asse die formalen Voraussetzungen für einen Start in Aserbaidschan. Lilly Urban (LG Eintracht Frankfurt) markierte im zweiten Durchgang mit dem Speer 50,80 Meter. Damit war die Baku-Norm (49,00) gepackt und auch der Hessenrekord von Maja Klaus (LG Hüttenberg/50,28) Geschichte. Sarah Vogel (LG Seligenstadt), im Winter von Verletzungen geplagt, schwang sich im Stabhochsprung über die Jahresbestleistung von 3,95 Metern (Baku-Norm 3,80) und scheiterte nur knapp an 4,05 Metern. Ohne Stab ging es erneut für Maike Schuster (LAV Kassel) hoch hinaus, die mit 1,80 Metern erneut die geforderten 1,76 Meter für die Jugendspiele im Kaukasus übertraf.

Überaus gelungen war der 100-Meter-Auftritt von Holly Okuku (GSV Eintracht Baunatal), sie gehört mit dem Geburtsjahr 2005 noch der Altersklasse W14 an. Ihre Zeit: überragende 12,04 Sekunden. Damit stellte das Sprinttalent einen Hessenrekord auf, den seit 2016 Antonia Dellert (LG Seligenstadt) mit 12,14 Sekunden gehalten hatte. Bei den deutschen Schülermeisterschaften in Bremen - hier steht die Norm bei 12,80 Sekunden - darf Okuku jedoch nicht starten. Laut den DLV-Regularien ist sie zu jung. Über 200 Meter sprinteten Charlize Boykin (LG Frankfurt/25,13) und Emilio Meier (Amicitia Viernheim/25,54) zur DM nach Ulm.

Dort ist auch Mehrkämpferin Hawa Jalloh (Wiesbadener LV) dabei, die im Weitsprung mit 5,76 Metern überzeugte und auch über 100 Meter Hürden (14,37) nichts anbrennen ließ. Platz zwei im Hürdensprint ging an ihre Teamkollegin Linn Sölch (14,67). Auf der Langhürden-Distanz gefielen Zoe Marie Dolstra (LG Reinhardswald/64,41) sowie Maren Eberhard (LG Eintracht Frankfurt/64,70). In deren Sog sprangen Marina Zachartschuk (Hünfelder SV/65,42) und Lina Sophie Ostkämper (WLV/66,24) auf den DM-Zug.

Auch die Hammerwerferinnen Franka Scheuer (TSV Remsfeld/49,59), Katharina Hoja (LG Seligenstadt/48,77) und Annika Mencke (48,62) können ihre Zimmer in der Donau-Stadt buchen lassen. Ebenso Katja Seng (TG Hanau) nach ihrem Diskuswurf auf 41,54 Meter. Mittelstrecklerin Sophia Volkmer (TV Wetzlar) entschied sich zu einem Start auf der Unterdistanz und glänzte mit starken 56,11 Sekunden über die Stadionrunde.

Alle Ergebnisse aus dem Auestadion