Ein kompletter Medaillensatz für die hessischen Nachwuchs-Asse am ersten Tag der Jugend-DM in Heilbronn
  05.09.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Kai Hurych wird seiner Favoritenrolle im Hammerwerfen gerecht, Tim Steinfurth überrascht im gleichen Wettkampf als Dritter, Jule Behrens Vize-Meisterin über 3000 Meter

 

Männliche Jugend U20:

5000 Meter: Das hatte sich Max Grabosch sicherlich etwas anders vorgestellt. Der Langstreckler im Trikot des Königsteiner LV war als Zweiter der Meldeliste (14:43,02 Minuten) nach Heilbronn angereist. Klar, dass bei Meisterschaften, gerade auch den längeren Strecken, nicht unbedingt auf Tempo gelaufen wird. So kam es dann auch. Die Fahrt war nicht übermäßig flott. Der KLVler ging zwischenzeitlich sogar an die Spitze des Feldes, musste auf dem letzten Kilometer jedoch einige Gegner ziehen lassen. Am Ende stand nach 15:22,14 Minuten ein Siebter Platz zu Buche.

2000 Meter Hindernis: Mit fünf Starten, darunter ein Hesse,  war das Feld durchaus überschaubar. Klar war, dass Evan Habtemichael von der Papierformher für Edelmetall nicht in Frage kommen würde. Doch der Läufer im Trikot das SSC Hanau Rodenbach machte alles nicht, rollte mutig im kleinen Feld mit und wurde am Ende als Fünfter mit der neuen Bestzeit von 6:11,78 Minuten belohnt.

Hammerwurf: Mit absolut hochklassigen 79,75 Metern beherrschte Merlin Hummel (UAC Kulmbach) das Hammerwerfen nach Belieben und blieb nur ein paar Zentimeter unter dem deutschen Rekord von Alexej Mikhailov (79,96 m). Die beiden Hessen im Feld schafften problemlos den Einzug ins Finale. Lasse Gundlach (ESV Jahn Treysa) konnte nach einer schwierigen Saison mit gesundheitlichen Problemen absolut zufrieden sein, steigerte er sich doch auf 61,69 Meter und wurde Fünfter. Einen Platz dahinter sortierte sich Maximilian Gogola (LG Eintracht Frankfurt) ein, der sich minimal auf 60,08 Meter steigerte.

 

Männliche Jugend U18:

400 Meter: Die Vorgabe war klar. Aus den drei Vorläufen zogen die jeweils beiden Ersten eines Rennens sowie zwei Zeitschnellste ins Finale ein. Auf den Punkt fit präsentierte sich Okai Charles (Königsteiner LV). Der Hessenmeister wiederholte seine Zeit von Gelnhausen auf die hundertstel Sekunden und zog als Zweiter in seinem Rennen mit starken 49,73 Sekunden direkt  ins Finale ein. Nicht richtig in die Spur fand Sven Müller (MTV Kronberg), der im dritten Lauf unterwegs war. Mit 51,14 Sekunden (4.) hatte Sven keine Chance über die Zeitregel weiterzukommen. Hierfür wären 50,62 Sekunden nötig gewesen.

1500 Meter: Super! Alle drei Hessen dürfen im Finale nochmals ran. Das Tempo war im ersten von zwei Läufen nicht sonderlich hoch. Christoph Schrick (ASC Darmstadt), einer der Anwärter auf Edelmetall packte als Zweiter mit 4:09,34 Minuten sicher den Sprung in den Endlauf. Gleiches trifft auf Nick Fröhlich (KSV Baunatal), Vierter mit 4:09,58 Minuten zu. Conrad Heinemann (Königsteiner LV) konnte sich als Fünfter in  4:11,58 Minuten über einen der vier „Zeit-Plätze“ freuen. Der zweite Vorlauf war dann ein absolutes Bummelrennen, in dem nur die Top-Vier eine Runde weiter kamen.

3000 Meter: Eher nach einem lockeren Trainingslauf sah das Rennen über die siebeneinhalb Runden in der Anfangsphase aus, ehe es mit einem langen Spurt entschieden wurde. Anas Belfqih (TV Waldstraße Wiesbaden) sicherte sich hier als Fünfter nach 9:30,61 Minuten eine der begehrten DM-Urkunden.

2000 Meter Hindernis: Jonas Helfrich (LG/VfL Bensheim) konnte seine Bestzeit aus dem vorletzten Monat um fast zehn Sekunden steigern. Das wurde nach 6:16,33 Minuten mit dem achten Platz in einem gut besetzten DM-Rennen honoriert.

Hochsprung: Bei den „Hessischen“ in Gelnhausen war Maximilan Grün noch der strahlende Sieger. Kein Wunder, flog der Youngster in den Farben des ASC Darmstadt doch bei 2,02 Metern über die Latte und reiste damit als Führender nach Heilbronn. Doch im Frankenstadion erwischte der Medaillenanwärter keinen guten Tag. Bei 1,94 Metern war für den ASCler diesmal Schluss, was „nur“ zu einem für Maximilian sicherlich enttäuschenden fünften Platz reichte.

Hammerwerfen: Kai Hurych (KSV Fürth) wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Gleich im ersten Versuch flog der Hammer auf 71,70 Meter. Damit war der Titel eingetütet. Danach war volles Risiko angesagt, was sich in den nächsten drei Versuchen jedoch nicht in Weite umsetzen ließ. Im fünften Durchgang packte der überragende Werfer seiner Klasse noch was drauf (72,72 m). Eine schöne Überraschung war die Bronze-Medaille von Tim Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim), der sich auf die neuer persönliche Bestweite von 63,36 Metern steigerte. Marvin Baumann (LG Odenwald) hatte zwar sechs gültige Würfe im Angebot, doch mit lediglich 59,85 Metern blieb der Südhesse (schon 64,26 m) klar unter seinen Möglichkeiten.

 

Weibliche Jugend U20:

3000 Meter: Das kann sich allemal sehen lassen - zwei Athletinnen unter den Top-Acht sind ein starkes Resultat. Svenja Clemens (LG Odenwald) kämpfte um jede Sekunde, steigerte sich auf 9:48,47 Minuten und konnte damit einen starken fünften Platz bejubeln. Rund zehn Sekunden länger war Miriam Rupf (TV Waldstraße Wiesbaden) unterwegs, die mit 9:58,15 Minuten (7.) auch noch „einstellig“ blieb.

 

Weibliche Jugend U18:

400 Meter: Ein richtig starkes Rennen lieferte Nele Kühn (LG Eintracht Frankfurt) auf der Stadionrunde ab. Die Adlerträgerin steigerte sich im ersten Vorlauf auf flotte 56,59 Sekunden und darf trotzdem nicht nochmals in den Startblock. Am Ende fehlten Nele winzige 0,07 Sekunden fürs Finale. In der älteren U20 hätten übrigens 58,48 Sekunden für den Endlauf ausgereicht.

3000 Meter: Es war spanend bis zum letzten Meter. Schließlich gab es in 9:42,27 Minuten dann aber einen verdienten Sieg für Johanna Pulte (SG Wenden). Johanna hatte über viele Runden fürs Tempo an der Spitze des Feldes gesorgt. Von Pultes „Arbeit“ profitierte auch Jule Behrens, die sich im Windschatten der Westfälin mit der neuen „PB“ von 9:43,01 Minuten die Vizemeisterschaft sicherte. Johanna Uherek (SSC Hanau Rodenbach) punktete als Sechste (10:11,95 min.) auch noch für Hessen.

2000 Meter Hindernis:  Zwei neue Bestzeiten hatten die beiden Hessinnen nach dem Auftritt in Heilbronn im Gepäck. Sara Kiefer (SC Steinberg) ist als Sechste jetzt bei guten 7:06,51 Minuten angekommen. Für Constanze Paoli (SSC Hanau-Rodenbach/11.) stehen jetzt 7:15,00 Minuten zu Buche.

Hammerwurf: Larissa Rollberg machte es spannend. Die Eintrachtlerin stieg mit zwei ungültigen Versuchen in den Wettkampf ein, ehe sie im dritten Durchgang mit 54,50 Metern noch ins Finale einzog. Dort folgten dann wieder zwei ungültige Würfe. Der letzte Versuch flog dann auf 52,79 Meter und es blieb bei einem sechsten Platz. Merle Tetem (ESV Jahn Treysa) überstand den Vorkampf nicht. Mit 50,52 Metern blieb die Nordhessin knapp zwei Meter hinter ihrer Bestmarke zurück.