Vanessa Grimm und Christina Kiffe beim Thorpe Cup
  30.07.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Gelungene Auftritte der hessischen Mehrkämpferinnen Vanessa Grimm (Königsteiner LV) und Christina Kiffe (ASC Darmstadt) beim Thorpe Cup in den Vereinigten Staaten, genauer in Knoxville (US-Bundesstaat Tennessee). Bei dem Traditions-Länderkampf USA - Deutschland sicherten sich die amerikanischen Siebenkämpferinnen den Gesamtsieg mit 17.809:17.575 Punkten, der Einzelsieg ging jedoch an eine deutsche Teilnehmerin: Die 20-jährige Sophie Weißenberg (SC Neubrandenburg) sammelte 6.165 Punkte und blieb erstmals in ihrer Karriere über der 6000er Marke. Zweitbeste Deutsche war Anna Maiwald (Bayer Leverkusen/5.714). Bei ihrem Debüt im DLV-Trikot kam auch Vanessa Grimm in die deutsche Teamwertung. Ihre Leistung: 5.696 Punkte und damit rund 100 Zähler weniger als bei ihrer persönlichen Bestleistung Mitte Juni in Ratingen. In der Einzelwertung erreichte die Hessin den achten Platz, einen Rang dahinter wurde Christina Kiffe notiert. Auch sie blieb mit 5.420 Punkten knapp 100 Punkte hinter ihrem Ratingen-Ergebnis.

Die 21-jährige Vanessa Grimm startete in die zweitägige Veranstaltung mit zwei persönlichen Bestleistungen: 14,00 Sekunden über 100 Meter Hürden und 1,76 Meter im Hochsprung. „Etwas unter Wert“ (HLV-Cheftrainer Mehrkampf und Heimtrainer Philipp Schlesinger) blieb sie dann im Kugelstoßen (13,38 Meter), über 200 Meter stoppte die Uhr nach eher durchwachsenen 25,14 Sekunden. Auch der Weitsprung lief mit 5,58 Meter nicht ganz wunschgemäß. Nach einem ungültigen Versuch war der zweite Anlauf mit dem Absprung schon vor dem Brett beendet und ging auf 5,58 Meter. Weiter ging es nicht mehr. In Ratingen hatte Vanessa Grimm 5,83 Meter erzielt. Im Speerwurf tut sie sich in dieser Saison wegen anhaltender Schulterprobleme grundsätzlich schwer, und so flog der Speer in Knoxville nicht weiter als 39,51 Meter. Im abschließenden 800-Meter-Lauf musste auch die Hessin den dauerhaft hohen Temperaturen Tribut zollen und kam nach 2:23,09 Minuten völlig erschöpft ins Ziel. „Das Gesamtergebnis ist sicher nicht ganz befriedigend. Aber angesichts der 20-stündigen Anreise und zwei Wettkampftagen von 17 bis 22 Uhr völlig in Ordnung“, sagte Schlesinger.

Eine Einschätzung, die auch auf die 26-jährige Christina Kiffe zutrifft. Bei der Südhessin ist angesichts ihrer Verletzungshistorie zunächst erstaunlich, dass sie überhaupt noch Leistungssport auf hohem Niveau betreibt, zuletzt wurde sie DM-Dritte im Speerwurf mit mehr als 54 Metern. Ihr größter internationaler Erfolg im Siebenkampf liegt indes sieben Jahre zurück - 2011 wurde Christina Kiffe Fünfte der U20-EM mit 5.793 Punkten. 2012 begannen langwierige Probleme mit dem Schienbein, die erst 2016 wieder einen Mehrkampfstart zuließen. Ein Jahr später legte sie dann nochmals eine Pause ein und startete nur in Einzeldisziplinen, 2018 war der Thorpe Cup bereits ihr zweiter Siebenkampf. Mit Einzelergebnissen, die durchweg in Ordnung, aber ohne Ausreißer nach oben waren: 14,33 Sekunden (Hürden), 1,61 Meter im Hochsprung (nach einer kurzfristig vorgenommen Änderung zurück zum rechten Sprungfuß), 13,99 Meter (Kugelstoßen), 26,73 Sekunden über 200 Meter, 5,62 Meter (Weitsprung), 49,72 Meter (Speer) und 2:35,60 Minuten über 800 Meter.