Süddeutsche: Zwölf Titel für Hessen am ersten Tag
  03.02.2019 •     Wettkampfsport , Leistungssport


Gianluca Puglisi gewann am ersten Tag der süddeutschen Meisterschaften in Frankfurt-Kalbach den ersten Titel für den Hessischen Leichtathletik-Verband (HLV). Der Weitspringer vom Königsteiner LV hatte einen durchaus kuriosen Wettkampf gezeigt, und seine erste Serie mit drei ungültigen Versuchen in Folge hätte einem den Schweiß auf die Stirn treiben können. Doch um den Titel bewarben sich insgesamt nur acht Teilnehmer, was Puglisi natürlich wusste, und deshalb war klar, dass er auch ohne Leistungsnachweis den Endkampf erreichen würde. Den vierten Versuch setzte er dann bei 7,48 Meter in den Sand, dies reichte locker zum Sieg. Die Versuche fünf und sechs waren wieder ungültig. Im Laufe des Tages folgten weitere elf Titel, die sich der HLV gutschreiben lassen konnte.

Im Männerbereich setzte sich noch Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) über 800 Meter souverän in 1:55,07 Minuten durch, Ilyas Osman (TV Waldstraße Wiesbaden) über 3.000 Meter in 8:15,55 Minuten, im Hochsprung nahmen Philipp Heckmann und Henning Freudenberger (beide 2,06 Meter, jeweils p.B, beide LG Eintracht Frankfurt) die Podiumsplätze eins und zwei ein; bei den Frauen war Denise Uphoff (Sprintteam Wetzlar/7,48) die Schnellste über 60 Meter, Julia Altrup (VfL Marburg) setzte sich über 800 Meter in 2:14,31 Minuten durch, Clara Costadura (Spiridon Frankfurt) über 3.000 Meter (9:58,69).

In der weiblichen U18 lieferte Saskia Lindner (LG Eintracht Frankfurt) mit Erfolgen über 60 (7,53) und 200 Meter (24,65) abermals eindrucksvolle Beweise ihrer nationalen Klasse, ebenso die 800-Meter-Siegerin Sophia Volkmer (TV Wetzlar/2:14,49). Lukas Rindt (TSG Friedrichsdorf) schnappte sich mit dem U18-Hochsprungsieg (1,87) den dritten Titel innerhalb weniger Wochen, Julius Franzen TSG Gießen-Wießeck) war Dreisprung-Bester (13,56).

Die Unpässlichkeiten von Puglisi hatten ihren Grund in der Anlaufverlängerung auf eine Länge von 50 Meter. „Das passte noch nicht so ganz. Aber die Verfestigung kommt noch“, sagte der deutsche U23-Meister nach der Siegerehrung, die vom Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann vorgenommen wurde. Im Sommer will der Hesse mit genau jener Anlauflänge auf Weitenjagd gehen - und dann möglichst stabil das Brett treffen. Was noch bleibt in der Hallensaison, ist ein Wettkampf: die DM in Leipzig mit dem Ziel, ein kleines bisschen weiter zu springen als im vergangenen Sommer. In Zahlen ausgedrückt: weiter als 7,82 Meter.

Leipzig ist auch der Fixpunkt des 29-jährigen Michael Pohl. Aus der Bahn geworfen wäre zu viel gesagt, aber aus dem Tritt gebracht hat ihn sein Körper schon im vergangenen Sommer. Im Frühherbst musste der hessische 100-Meter-Rekordhalter vom Sprintteam Wetzlar an beiden Leisten operiert werden, zudem wurde ein acht Zentimeter langer Muskelfasereinriss in der Bauchmuskulatur genäht.

„Eigentlich kommen die Wettkämpfe alle zu früh“, so Pohl. Aufgrund der Operationen sei er mit dem Training rund sechs Wochen im Rückstand. Insofern ist seine persönliche 60-Meter-Jahresbestzeit von 6,75 Sekunden bemerkenswert. Doch Pohl weiß: So schnell wie vor einem Jahr, nämlich 6,63 Sekunden, wird es in diesem Jahr nicht werden. „Mein Ziel ist die WM in Doha“, sagt er. Dort möchte auch 200-Meter-EM-Teilnehmer Steven Müller (LG ovag Friedberg-Fauerbach) hin, der sich als 60-Meter Zweiter auf 6,73 Sekunden steigerte.

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