Special Olympics Hessen mit 200 Leichtathleten
  17.09.2017


Hier ging es nicht um Leistung, sondern um Bewegung, Begegnungen und das Miteinander zwischen geistig behinderten und nichtbehinderten Menschen: In Marburg fanden zum zweiten Mal nach 2015 drei Tage lang die Special Olympics Hessen statt. Bei der Eröffnungsfeier im Georg-Gaßmann-Stadion bekamen mehr als 2.000 Menschen, darunter 1.350 Teilnehmer, Trainer, Betreuer und Helfer, hautnah mit, was die Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung ausmacht: Sport und Inklusion erlebbar zu machen. Die Gesichter der Spiele - Schauspielerin und Aktivistin Carina Kühne, Bundesliga-Handballer Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar) und Kim Emmerich (Basketballer des Handicap-Teams beim BC Marburg) - leisteten den olympischen Eid: „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben.“ <ENDE/>
Die vierte Repräsentantin, Siebenkämpferin Claudia Salman-Rath, hatte vorab aus Paris alles Gute gewünscht. In der französischen Hauptstadt holte sie wichtige Punkte für das DLV-Team, das beim Länderkampf „Fly Europe“ Platz zwei hinter den Gastgebern belegte.

Clemens Traugott, Vorsitzender Special Olympics Hessen, und Stadträtin Kerstin Weinbach als Vertreterin der Universitätsstadt, betonten in ihren Eröffnungsreden die Bedeutung der Spiele für die Teilnehmer, die Stadt als Gastgeber und den gesellschaftlichen Prozess der Inklusion. Wettbewerbe fanden in sieben Sportarten statt. Und in jeder Sportart gab es als Angebot ein Unifried-Team mit Behinderten und Nichtbehinderten. Auch fast 200 Leichtathleten lieferten sich im Laufen, Springen, Werfen und zum Abschluss in den 4x50-Meter-Pendelstaffeln oder in den 4x100 bzw. 4x400-Metern-Staffeln, die teilweise gemischt besetzt waren, spannende Wettkämpfe.
Der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) war mit einem eingespielten Kampfrichterteam, angeführt von HLV-Kampfrichterwart Rolf-Achim Doerr, vor Ort. Zudem repräsentierte Erich Schneider, HLV-Vizepräsident der Kreise, den Verband.
Emotional war auch die Abschlussfeier. Jeder, ob auf der vollbesetzten Tribüne des Gaßmann-Stadions oder am Spielfeldrand, konnte sehen und spüren, dass sich miteinander und füreinander gefreut wurde. Das unterstrich auch Hessens Innenminister und Sportminister Peter Beuth: „Das war ein besonderes Sporterlebnis mit Herz.“ Das Ziel, Inklusion erleben und selbst vorhandene Barrieren abzubauen, wurde erreicht.
Helmut Schaake