Schneegestöber und kühle Temperaturen können Werfer nicht bremsen - gute Resultate mit Hammer, Diskus und Speer beim Kaderwettkampf an der Hahnstraße
  25.01.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Freiluft-Wettkämpfe im Winter haben so ihren eigenen Reiz. Auf der einen Seite sind kalte Hände, Füße und Nasen fast garantiert und deutlich dickere Klamotten schränken ein wenig die Bewegungsmöglichkeit ein. Auf der anderen Seite sind sie eine willkommene Gelegenheit zur Formüberprüfung nach den ersten Trainingsblöcken.

Während die Sprinter und Springer unter dem Hallendach aktiv sein können, sind besonders die Techniker bei den langen Würfen wie Speer, Diskus und Hammer auf entsprechende Freianlagen angewiesen.  Das Leistungszentrum der Werfer in Frankfurt an der Hahnstraße bietet dafür hervorragende, befinden sich doch zwei Wurfringe und ein verkürzter Speeranlauf überdacht im Trockenen.

Den Anfang machten die Hammerwerfer/innen. In bereits bestechender Form präsentierte sich Samatha Borutta (noch U23). Die zu Jahresbeginn nach Leverkusen gewechselte deutsche Vizemeisterin hatte eine starke Serie, die sie im fünften Durchgang mit starken 67,35 Metern krönte. Ein toller Saisoneinstieg, der gar nicht so weit von Boruttas Bestmarke von glatten 69,00 Metern lag.

Altersklassen-Kollegin Lucie Holzapfel (Eintracht Frankfurt) verließ mit einem neuen „Hausrekord“ den Ring. Ihre 57,09 Meter können sich allemal sehen lassen. Am Ende des Jahres hätte der Schützling von Coach Steffen Reumann gerne eine Weite mit einer Sechs vor dem Komma auf der Habenseite stehen. Bei den Mädels der U18 setzte sich Merle Tetem (ESV Jahn Treysa) sicher mit 49,71 Metern durch. Johanna Marwitz (Eintracht/40,93 m) und Brikena Gashi (TG Camberg) trennten nach sechs Würfen lediglich winzige zwölf Zentimeter.   

In seinem ersten Jahr bei den U20ern machte Kai Hurych schnell klar, dass er der „Herr im Ring“ ist. Der deutsche Jugendmeister (U18) vom KSV Fürth 09 zeigte sechs starke Würfe, die allesamt erst jenseits der 62 Meter wieder auf dem Boden aufschlugen. Der beste Versuch wurde bei beachtlichen 66,44 Metern gemessen. „Das war ein gelungener Jahresauftakt. Ich bin bisher gut und ohne Verletzungen durch den Winter gekommen. Das große Ziel ist ein Start bei der U20 Europameisterschaft in Tallinn. Dafür werden glatte 70 Meter gefordert. Ich bin zuversichtlich, dass ich das packen kann“, gab sich der Bundeskaderathlet optimistisch.

Bei den U18ern setzte sich Tm Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim) mit dem fünf Kilogramm schweren Wurfgerät und einer Weite von 58,77 Metern klar gegen den Eintrachtler Michael Neuenroth (53,60 m) durch. Beide Werfer blieben über der Norm für die Nachwuchs-DM in Rostock. Sebastian Arnold (TuS Weilmünster) war bei den Männern mit seinen 55,49 Metern nicht ganz zufrieden.

Nahezu komplett in Eintracht-Hand war das Diskuswerfen. Zu einer klaren Angelegenheit für Marius Karges (Eintracht) wurde der Wettkampf in der U20. Der Adlerträger stieg mit 50,52 Metern ins Wettkampfjahr ein. Fabian Feldmann (TSV 05 Remsfeld) trat mit einer Weite von 44,39 Metern die Heimreise an. U18-Sieger Elias Betz (LAZ Bruchköbel) hat bei seinen 30,89 Metern sicherlich noch Luft nach oben.

Bei den Frauen konnte Charleen Zoschke als Siegerin drei Würfe im 48er-Bereich anbieten. Gleich der erste Versuch flog auf 48,69 Meter - trotzdem war die Eintrachtlerin im Vergleich zu ihren Trainingswerten mit der Weite nicht so richtig zufrieden. Lena Weinrauch beendete ihre Premiere im Frankfurt-Trikot mit dem Sieg in der U18. Sie setzte sich mit 41,81 Metern gegen Teamkollegin Curly Brown (38,87 m) durch, die sogar noch der Nachwuchsklasse W15 angehört.

Robin Rieß (Frankfurt) warf in seinem ersten Jahr bei den Männern zu Trainingszwecken mit einem um 100 Gramm schwereren Speer, der schließlich auf 58,90 Meter flog. Gleiches traf auf Teamkollegin Jana-Marie Lowka zu. Sie markierte als Zweite bei den Frauen 47,30 Meter. Der Sieg ging hier mit 47,92 Meter (600 Gramm) an Emma Wörsdörfer (TV Elz).

Jeweils alleine in ihren Altersklassen waren Lilly Urban (U20), Jule Sandmann (U18/beide Eintracht Frankfurt sowie Fynn Lenzner (U18/TSG Wehrheim), die sich mit 40,56 Metern, 40,19 Metern und 53,97 Metern in die entsprechenden Siegerlisten eintragen konnten.