Magischer Marvin - Eintrachtler tütet innerhalb von einer Woche die zweite EM-Norm ein!
  09.02.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Das war der zweite Streich! Nur eine Woche nach dem HLV-Laufabend in Kalbach schlug Marvin Heinrich erneut zu. Beim „PSD Bank Indoor Meeting“ tütete der Eintrachtler seine zweite EM-Norm ein. Waren in Kalbach die 800 Meter „dran“, knackte Heinrich in Westfalen die vom DLV geforderte Marke von 3:41,50 Minuten für die 1500 Meter. Marvin, der von Bundestrainer Georg Schmidt betreut wird, gewann sicher den B-Lauf vor dem Italiener Pietro Arese. Heinrichs Siegeszeit von 3:40,93 Minuten hätte sogar zum dritten Platz im A-Rennen gereicht. Auf jeden Fall führt der Adlerträger mit seinem Coup von Dortmund die deutsche Jahresbestenliste an. Sein ehemaliger Teamkollege Homiyu Tesfaye (jetzt TSV Pfungstadt) war Ende 2020 mit 3:39,41 Minuten zwar etwas schneller unterwegs, trat in der Saison 2021 jedoch sportlich noch nicht in Erscheinung. Im C-Lauf gefiel Nachwuchsmann Christoph Schrick (ASC Darmstadt). Mit seinen 3:53,94 Minuten ist der Südhesse aktuell zweitbester deutscher U20er.

Marc Reuther (Eintracht), der mehrfache deutsche 800-Meter-Meister, traf auf starke internationale Konkurrenz, die ihn auch bei der Hallen-EM in Torun erwarten könnte. Das Tempo in der Helmut-Körnig-Halle war nicht übermäßig hoch, so dass dem Berliner Vize-Europameister Andreas Kramer für seine Verhältnisse passable 1:47,62 Minuten zum Sieg reichten. Damit lag der Schwede winzige 0,03 Sekunden vor dem sechsfachen Europameister Kszczot (POL). Dahinter sortierte sich dann Marc Reuther (1:47,99 min.) ein. Oskar Schwarzer (TV Groß-Gerau), der die EM-Norm bereits einmal unterbieten konnte, musste ein wenig Lehrgeld zahlen, Er verkaufte sich bei der Bewährungsprobe gegen die Top-Läufer recht gut und wurde nach 1:49,90 Minuten Sechster. Die drei möglichen EM-Tickets werden nach den „Deutschen“ am 22. Februar vergeben.

Im B-Lauf gab es ein Hessen-Duell zwischen Okai Charles (Königsteiner LV) und Robin Pfahls (TV Gelnhausen), das der KLVler mit 1:56,12 zu 1:56,49 Minuten knapp zu seinen Gunsten entschied. Die beiden U20er kamen aber nicht an ihre Leistungen von Kalbach ran, als die beiden Mittelstreckler rund zwei Sekunden flotter unterwegs waren. In der B-Serie über die 1500 Meter der Frauen durfte Nele Weßel (KLV) ran, die zuletzt 2018 über diese Distanz unterwegs war. Das Comeback konnte sich mit 4:31,33 Minuten (2.) allemal sehen lassen. War sie doch über Sekunden besser als Neles Freiluft-Bestmarke, die bei 4:36,93 Minuten notierte.

Gleich zwei Hessinnen gingen am Austragungsort der Hallen-DM beim Weitsprung auf Zentimeterjagd. Maryse Luzolo (Königsteiner LV) und Julia Gerter (Eintracht Frankfurt) wurden live Zeuginnen, wie die Schwedin Khaddi Sagnia Malaika Mihambo (LG Kurpfalz/bisher 6,77 Meter) von der Spitze der Weltbestenliste ablöste. Die Springerin aus Helsingborg hatte erst nach 6,82 Metern wieder Bodenkontakt. Nicht richtig in den Wettkampf rein kam Maryse Luzolo (KLV), die nur einen gültigen Versuch abliefern konnte. Der wurde bei 6,21 Metern gemessen, was Platz fünf bedeutete. Auch Julia Gerter hätte gerne noch ein paar Zentimeter draufgelegt. Mit 5,85 Metern bleib die Eintrachtlerin weit unter ihren Möglichkeiten und verfehlte als Neunte den Endkampf.

Gut drauf ist momentan Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar), der sich nach 6,68 Sekunden den Vorlaufsieg mit Yannick Wolf (LG Stadtwerke München) teilte und dabei nur um 0,03 Sekunden über seiner Jahresbestzeit blieb. Bei einer Wiederholung dieser Zeit hätte Pohl im Finale um eine Podest-Platzierung mitstreiten können. Doch dazu kam es leider nicht, denn der schnelle Hesse musste nach einem Fehlstart die Tartanbahn vorzeitig verlassen. Der Sieg ging dann mit flotten 6,58 Sekunden an den Niederländer Joris van Gool. Der Sprinter aus dem Nachbarland „zog“ Julian Wagner (LC Top Team Thüringen) zu 6,62 Sekunden. Damit ist Wagner aktuell der zweite deutsche Sprinter der unter der geforderten EM-Norm (6,63 sec.) blieb.

Einen „Hessen-Sieg“ gab es dann noch für Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) über 2000 Meter Hindernis. Unter dem Hallendach fehlt natürlich ein Wassergraben. Auf den beiden Geraden der Rundbahn steht jeweils ein Hindernis, das für einen gewissen Rhythmuswechsel sorgt. Die Dillenburgerin Krause setzte sich bei dem ungewöhnlichen Spektakel mit 6:02,60 Minuten gegen Lea Meyer (VfL Löningen/6:03,39 min.) durch.