Lilly Urban und Kai Hurych verbessern Hessenrekorde
  28.05.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Zwei neue Hessenrekorde bei einem Meeting haben zweifelsfrei Seltenheitswert. Dieses Kunststück gelang zwei Nachwuchstalenten bei den „Halplus Werfertagen“ in Halle. Eine wahre Leistungsexplosion zeigte Lilly Urban (LG Eintracht Frankfurt). Die Speerwurfspezialistin (Altersklasse U18) hatte vor zwei Wochen in Darmstadt mit 50,25 Metern bereits die DLV-Norm für die Jugend-EM im ungarischen Györ geknackt. Jetzt setzte Urban im Sportzentrum Brandberge noch einen drauf. Gleich im ersten Versuch schockte sie ihre Gegnerinnen mit einem Wurf auf hervorragende 53,83 Meter - hessische Bestleistung. Zuvor hatte Carolin Friedrich (LAV Kassel/51,11) zwei Jahre den Rekord gehalten. Die von Ivana Koktava (Tschechien) angeführte Konkurrenz konnte nicht mehr richtig kontern, so dass der Sieg an die HLV-Athletin ging. „Laut IAAF-Bestenliste bedeutet ihre Weite den zweiten Platz in der Welt. Und es ist noch Luft drin für mehr“, freute sich ihr Kadertrainer Francis Gross.

Im Hammerwerfen kratzte Kathrin Klaas (LG Eintracht Frankfurt) an der 70-Meter-Marke - mit 69,28 Metern belegte sie Rang sechs. Beste Deutsche war im B-Wettkampf Charlene Woitha (SCC Berlin), die mit 69,34 Metern die EM-Norm für Berlin um nur 66 Zentimeter verfehlte. Überraschend war, dass Weltrekordhalterin Anita Wlodarczyk (Polen) nur 65,71 Meter ablieferte und im Vorkampf ausschied. Richtig rund läuft es momentan für Kai Hurych. Denn nur eine Woche hatte sein in Fränkisch-Crumbach aufgestellter Hessenrekord (72,45 Meter) Bestand. Der M15er im Trikot des KSV Fürth markierte in Halle beeindruckende 73,43 Meter - eine Steigerung um knapp einen Meter. Damit setzte er sich sicher gegen den Ungarn Vencel Viszkeleti (65,64) durch und holte den zweiten hessischen Erfolg an diesem Tag.

Gut drauf war auch Christoph Gleixner (LG Eintracht Frankfurt), der in der U20 den sechs Kilogramm schweren Hammer auf 69,42 Meter (5.) fliegen ließ und im Vergleich zu seiner Meldeleistung gut drei Meter zulegte. Der Eintrachtler ging einen Tag später noch in der U23-Konkurrenz in den Ring und markierte 59,08 Meter (9.).

Den richtigen Dreh im Diskusring hatte Marius Karges (U16) raus. Der Youngster vom TV Friedrichstein war als Meldelisten-Vierter angereist, steigerte sich in Halle auf gute 56,97 Meter und gewann den Wettkampf. Auch nach dem Kugelstoßen (Vierter mit 15,65 Meter) hatte der Nordhesse letztlich eine persönliche Bestmarke im Gepäck. 

Isabel Cramer (TSV Frankenberg) kam schwer rein in den U18-Diskuswettbewerb. Mit etwas Mühe und einer Weite von 38,24 Metern erreichte sie den Endkampf, steigerte sich auf solide 41,53 Meter (5.), war aber trotzdem nicht zufrieden. Nach ihrer Bestmarke (43,67 Meter) in der Vorwoche bei der Werfer-Gala im heimischen Frankenberg, wollte die Hessenkader-Athletin eigentlich die EM-Norm (44 Meter) angreifen. Der nächste Versuch startet nun beim Meeting in Osterode/Harz.

„Marius gehört sowohl mit der Kugel, besonders aber im Diskus zur deutschen Schüler-Spitze. Er ist in der Lage, dies auch in wichtigen Wettkämpfen zu zeigen. Isabel war leider etwas fest. Etwas mehr Lockerheit, dann kann sie die EM-Norm angreifen. Sie ist im Moment die Nummer drei in Deutschland“, sagte Michael Kollmar (Landestrainer Kugel/Diskus) in seinem Fazit.