HLV-Nachwuchs gewinnt U16-Verbändekampf: Sieg für die Mädels, Rang zwei für die Jungen
  18.09.2017 •     Trainerportrait


Mit der Favoritenrolle ist es so eine Sache. Es entsteht eine Erwartungshaltung, und auch Druck ist vorhanden. Beides kein Problem für den weiblichen Nachwuchs (U16) des Hessischen Leichtathletik Verbandes (HLV), der beim Vergleichskampf in Vöhringen (Landkreis Neu-Ulm) mit etlichen DM-Medaillengewinnerinnen von Bremen an den Start ging. Gleich zum Auftakt gab es über 80 Meter Hürden durch Antonia Unger (LG Wetzlar/11,77 Sekunden) sowie Sarah Vogel (LG Seligenstadt/11,88) einen Doppelsieg und somit die Führung für das HLV-Team. Diese wechselte in den nächsten 14 Disziplinen nicht mehr. Ganz im Gegenteil, denn mit Zweifacherfolgen ging es munter weiter. Jenna Fee Feyerabend (TV Groß-Gerau/1,76 Meter) und Maike Schuster (LAV Kassel/1,70) im Hochsprung sowie Antonia Dellert (LG Seligenstadt/12,42 Sekunden) und Fabienne Fliedner (TSV Friedberg-Fauerbach/12,69) über 100 Meter. Jette Priedemuth (Königsteiner LV/45,71 Meter) füllte als Siegerin des Hammerwerfens das HLV-Konto weiter auf und punktete zudem als Dritte im Diskusring. Antonia Unger holte sich im Weitsprung mit neuer Bestleistung von 5,51 Metern ihren zweiten Tagessieg.<ENDE/>

Ausgelagert waren die Stabhochsprungwettbewerbe, da vor Ort keine normgerechte Anlage zur Verfügung stand. So setzte Sarah Vogel (LG Seligenstadt) im nahe gelegenen Illertissen zu neuen Höhenflügen an. Die deutsche Meisterin stieg erst bei 3,30 Metern in den Wettkampf ein, hatte bei 3,50 Meter einen kleinen „Wackler“, verzichtete auf 3,60 Meter und schwang sich dann über 3,70 Meter. Da war sie schon eine ganze Weile alleine im Wettkampf. Ihre Bestmarke von 3,80 Meter versuchte sie erst gar nicht, sondern ließ 3,90 Meter auflegen, die sie im zweiten Versuch meisterte - Hessenrekord! Anna Sophie Kramm (LG Reinhardswald) steigerte sich als Dritte um zehn Zentimeter auf 3,20 Meter. Im Speerwerfen trug sich erwartungsgemäß Lilly Urban (TV Bermbach/40,44) in die Siegerliste ein, Mehrkämpferin Jenna Fee Feyerabend (38,35) wurde Dritte.
Über 300 Meter zeigte das Hessen-Duo Leia Holtwick (TV Groß-Gerau/41,33) und Mittelstrecklerin Sophia Volkmer (LG Wetzlar/41,34, p.B.) der Konkurrenz souverän die Hacken, während Fabienne Fliedner über 300 Meter Hürden (46,15) die volle Punktzahl holte. Auch die 4x100-Meter-Staffel (Fliedner, Dellert, Unger, Meier) stand nach 49,13 Sekunden ganz oben auf dem Stockerl. Der beeindruckende Durchmarsch der HLV-Athletinnen spiegelt sich in der Endabrechnung: Mit 119 Punkten hatten die Gegnerinnen aus Württemberg (98) und Bayern (73) eigentlich nie eine Chance.

Sehr achtbar zogen sich die hessischen Jungs aus der Affäre: Platz zwei (97,5 Punkte) hinter den siegreichen Bayern (103,5) war eine solide Leistung. Es war am Ende jedoch eine knappe Angelegenheit, hatten U16er aus Württemberg doch nur 1,5 Punkte Rückstand. Ähnlich wie bei den Mädels gab es auch beim männlichen Nachwuchs einen neuen Hessenrekord. Für den zeichnete ein Techniker verantwortlich, der zu den jüngsten Teilnehmern im HLV-Team gehörte. Kai Hurych - Jahrgang 2003, also noch M14er - warf den vier Kilogramm schweren Hammer im dritten Durchgang auf hervorragende 66,07 Meter und wurde damit Zweiter. Der Youngster vom KSV Fürth im Odenwald steigerte seinen eigenen Hessenrekord um 37 Zentimeter. Beeindruckend auch seine Serie mit sechs gültigen Versuchen, die alle jenseits von 63,50 Metern vermessen wurden. Lasse Gundlach (ESV Jahn Treysa) steigerte sich als Dritter auf 59,06 Meter.

Auf Platz eins der hessischen Jahresbestenliste stürmte bei strammen 1,1 Metern pro Sekunde Gegenwind in tollen 10,61 Sekunden Hürdensieger Constantin Derzbach. Der Youngster von der LG Seligenstadt holte auch über die 100 Meter (11,41) wichtige Zähler. Mittelstreckler Bastian Mrochen (LG Reinhardswald) war über 800 Meter taktisch immer auf der Höhe des Geschehens und verbuchte nach 2:04,97 Minuten den Sieg. Im Hochsprung sortierten sich hinter dem klaren Sieger David Frank (LG Steinlach-Zollern/1,90 Meter/Jahrgang 2003) alle weiteren Springer mit überquerten 1,73 Meter ein. So entschied die Zahl der Fehlversuche. Oliver Koletzko (TSG Wehrheim/2003) meisterte die Höhe im ersten Versuch und wurde Zweiter. Koletzko musste nach dem Ausfall von Mika Bauer (TV Langenselbold) auch im Weitsprung ran. Im letzten Durchgang flog „Oli“ mit starken 6,14 Metern von Rang drei an die Spitze des Feldes und auf Platz eins der hessischen M14-Bestenliste. Mit drei Zentimetern Rückstand wurde Lukas Seibel (LG Seligenstadt) Zweiter.

Obwohl in der Tageswertung „nur“ Vierter, hatte Fabian Feldmann (TSV Remsfeld) im Kugelstoßen allen Grund zum Jubeln. Mit seinen 14,51 Metern steigerte sich der Techniker um mehr als einen halben Meter und ist damit aktuell die Nummer eins in Hessen. Auch im Diskusring hatte er den richtigen Dreh raus, flog die ein Kilogramm schwere Metallscheibe hier erstmals über die 50-Meter-Marke. Und das deutlich. Vermessen wurden gute 51,81 Meter (Rang zwei) - ebenfalls Platz eins in der hessischen Jahresstatistik. Jeweils zweite Plätze hatten Janik Huber (LG Riedstadt) im Speerwerfen (50,61 und Jan Volkmar (Eschweger TSV) im Stabhochsprung (3,70) im Gepäck.
Jens Priedemuth
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