Hammerwurf-Meeting in Fränkisch-Crumbach frühzeitig abgesagt
  30.03.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Am Pfingst-Wochenende (30.5. bis 1.6.) hätten beim bereits 18. Internationalen Hammerwurf-Meeting des TV Fränkisch-Crumbach  eigentlich die Sportgeräte von rund 150 Werfern aller Altersklassen auf dem Rasen der Kampmann-Arena einschlagen sollen. Daraus wird nun nichts. Die Macher der immer hervorragend organisierten und weit über die Landesgrenzen bekannten Veranstaltung haben wegen der Corona-Krise bereits vorzeitig die Notbremse gezogen.

„Wir haben den Zeitpunkt der Absage bewusst schon jetzt gewählt, weil viele unserer Athleten frühzeitig ihre Anreise- und Übernachtungsmöglichkeiten buchen müssen. Hier wollten wir schnell klare Verhältnisse schaffen“, so der Vereinsvorsitzende  Karl Vogel.

Zweifelsfrei gehört Fränkisch-Crumbach zu den bedeutendsten Werfer-Meetings in Deutschland, was ein Blick in die Ergebnislisten auch immer wieder eindrucksvoll bestätigt. Bei den Frauen trug sich letztes Jahr Zheng Wang (CHN) mit der internationalen Top-Weite von 73,97 Metern in die Siegerliste. Damit hielt die spätere WM-Dritte von Doha die Kanadierin Jilian Weir (69,35 m) klar auf Distanz. Beste deutsche Werferin war Susen Küster (SV Halle) mit 66,38 Metern auf dem fünften Rang. Bei den Männern überzeugte der Norweger Elvind Hendriksen, dessen bärenstarke 78,25 Meter am Ende der Saison sogar den neunten Platz in der Weltbestenliste (2019) bedeuteten. Der Skandinavier, bei der WM in Doha Sechster, setzte sich in Fränkisch-Crumbach gegen Sean Donelly (USA/76,13 m) sowie Javier Cienfuegos (75.60 m) durch. Der Spanier war ebenfalls später dann WM-Teilnehmer und wurde dort Siebter. Tristan Schwandke (TV Hindelang) markierte im Odenwaldkreis als Sechster eine Weite von 73,68 Metern.

Unvergessen für viele Stammgäste, an den drei Wettkampftagen kommen oft insgesamt bis zu 800 Zuschauer in die schmucke Wurfarena, war sicherlich das Meeting im Jahr 2006. Damals warf Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) in Fränkisch-Crumbach mit 75,16 Metern einen deutschen Rekord. Im Jubel um Heidler ging fast der Sieg von Markus Esser (Bayer 04 Leverkusen) unter, der mit 80,32 Metern den Männer-Wettkampf dominierte. Übrigens eine Weite, von der die aktuell aktiven deutschen Männer nur träumen können.

Das engagierte Team des TV Fränkisch-Crumbach bittet Athleten, Trainer, Betreuer, Sponsoren und alle Partner des Meetings um Verständnis für die Absage und hofft 2021 auf ein Wiedersehen.