Hallen-WM: Diana Sujew und Michael Pohl sammeln internationale Erfahrung
  05.03.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt) und Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) können zufrieden sein mit ihren Auftritten bei der Hallen-WM in Birmingham (Großbritannien). Die 27-jährige Sujew erreichte im 1.500-Meter-Vorlauf den sechsten Platz in 4:10,64 Minuten und kam beim Saisonhöhepunkt in einem in der Schlussphase schnellen Rennen recht nahe an ihre diesjährige Hallenbestzeit (4:08,33) heran. Dass es ungemein schwer werden würde, im Vorlauf auf die Plätze eins oder zwei zu kommen bzw. sich unter die drei Zeitschnellsten aller Vorläufe zu schieben, war im Vorfeld klar gewesen. Doch die nationale Hallenmeisterin zeigte auch in Birmingham, dass sie hinter dem Ausnahmetalent Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen/4:04,00) die derzeit zweitbeste deutsche 1.500-Meter-Läuferin ist. Die zweite Hallen-WM-Teilnehmerin Hanna Klein (SG Schorndorf) erreichte in ihrem Vorlauf 4:12,11 Minuten.

„Ich bin nicht unzufrieden. Ich glaube, ich habe gezeigt, was ich im Moment drauf habe“, sagte Sujew nach dem Wettkampf. Mit Blickrichtung EM-Sommer will sie noch an „Kleinigkeiten“ arbeiten. Etwa daran, dass sie mehrere Rennen nacheinander auf hohem Niveau absolvieren kann. Die neue Saisonvorbereitung beginnt an diesem Dienstag mit dem Abflug ins Höhentrainingslager nach Flagstaff (USA). Die EM-Norm für Berlin ist vom DLV auf 4:09,00 Minuten festgesetzt. Eine Zeit, die für Sujew machbar sein sollte. Wie schnell es international zugeht, verdeutlichte einmal mehr das WM-Finale von Birmingham: Neue Weltmeisterin wurde die Hallen-Weltrekordhalterin Genzebe Dibaba (Äthiopien/4:05,25), die Britin Laura Muir (4:06,23) sowie die Titelverteidigerin Sifan Hassan (Niederlande/4:07,26) liefen zu Silber und Bronze.

Der 28-jährige Pohl feierte in Birmingham mit dem Einzug ins 60-Meter-Halbfinale einen guten Einstand im Nationaltrikot. Mit seinen Zeiten war der deutsche Vizemeister allerdings nicht zufrieden. „Ich finde die Zeit erschreckend schwach“, sagte der Hesse nach seinen 6,73 Sekunden als Vorlaufdritter. Damit war Pohl direkt für das Halbfinale qualifiziert - doch auch dort ging es nicht viel schneller. 6,71 Sekunden bedeuteten Rang acht. „Warum war ich so langsam? Ich weiß es nicht genau. So langsam darf es nicht sein. Ich kam nicht gut raus. Hinten raus war ich schneller. Die Zeit spricht für sich, sie ist schlecht. Da braucht man nicht zu diskutieren.“

Seine mittelmäßigen Läufe nur auf die verständliche Aufregung bei seinem ersten internationalen Einsatz zu schieben, war ihm zu einfach. Eine plausible Erklärung hatte Pohl aber auch nicht. Sicher ist: Die Form von seinem persönlichen Rekordsprint vor zwei Wochen in Dortmund (6,63) hatte er nicht mehr. Auch bei Pohl liegt der Fokus nun auf dem EM-Sommer - die DLV-Norm über 100 Meter beträgt 10,25 Sekunden. Eine Hundertstel unter seinem Hausrekord. Im Birmingham-Finale setzte sich Weltrekordhalter Christian Coleman (USA/6,37) vor dem Chinesen Bingtian Su (6,42) und dem US-Amerikaner Ronnie Baker (6,44) durch.