Für Oed und Hild liegt das Ziel in 2.430 Metern Höhe
  14.09.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat in seine Nationalmannschaft für die 34. Berglauf-Weltmeisterschaften auch zwei Athleten des SSC Hanau-Rodenbach berufen. Die Jugend-Europameisterin und deutsche Frauenmeisterin Lisa Oed geht an diesem Sonntag im Fürstentum Andorra als einzige DLV-Medaillenkandidatin in den Wettkampf der weiblichen U20-Jugend. In der männlichen Jugend hat ihr Trainingsgefährte Julius Hild erneut den Sprung in den Nationalkader geschafft.

Direkt nach ihren Einsätzen bei den deutschen Berglauf-Meisterschaften Anfang September schlugen Oed und Hild ihre Zelte in Sankt Moritz (Schweiz) auf, um sich in der Höhenlage von 1.800 Metern auf die Berglauf-WM vorzubereiten. Denn am WM-Startort in Canillo mit dem angrenzenden hochalpinen Bergparcours geht es auf einer Streckenlänge von 7,3 Kilometern von 1.941 Meter mit insgesamt 693 Metern bergauf und 117 Metern bergab bis auf eine Höhe von 2.430 Meter. Damit liegt der Sauerstoff-Partialdruck deutlich unter den Werten im Flachland. „Der Körper muss unter voller Leistung und bei bis zu 40 Prozent Steigung im Skihang mit weniger Sauerstoff als üblich auskommen. Und das tut nicht nur weh, sondern führt zu einer deutlichen Leistungseinschränkung. Es sei denn, der Athlet konnte sich an die Höhenlage anpassen. Ob dies innerhalb einer Woche komplett gelingen wird, ist fraglich. Aber wer zu einer WM fährt, muss zumindest alles tun, dass er Chancengleichheit besitzt. Ansonsten ist der Einsatz schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. Also haben wir erstmals diesen Aufwand betrieben - immerhin bringen die Läuferinnen aus Afrika und einigen Alpenländern die Höhengewöhnung von Natur aus mit“, erklärt Trainer Sascha Arndt die kostspielige Maßnahme im Sport-Mekka Sankt Moritz.

Während Hild dort Auf und Abs erlebte, schöpfte Lisa Oed wenige Tage nach ihren drei DM-Goldmedaillen in der Frauen- und Jugendeinzelwertung sowie mit der Jugendmannschaft aus dem Vollen. „Es lief besser als erwartet, selbst an den 15- bis 20-Prozent-Anstiegen“, sagt Oed, die im Abschlusstraining außerdem noch fünf Mal 1.000 Meter in 3:22 Minuten absolviert hatte, bevor es für weitere vier Mal drei Minuten an den Berg ging. Die U20-Europameisterin ist also gewappnet, muss sich aber neben den favorisierten Läuferinnen aus Uganda vor allem mit den Amerikanerinnen, Britinnen sowie den Alpenländer-Teilnehmerinnen aus der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich auseinandersetzen. Für eine Überraschung im Feld der 57 Teilnehmerinnen sind zudem die Türkinnen und Spanierinnen gut.

Eine Medaille ist also längst kein Pflichtprogramm, und so gibt Lisa Oed als persönliches Ziel “in Richtung Top Acht zu laufen“ vor. Damit wäre Hild bereits in der DLV-Mannschaftswertung hochzufrieden. Im Einzel strebt der deutsche Vizemeister einen Platz unter den besten 30 Jugendlichen an.