SDM U23 (männlich): Starker Sprint-Doppelsieg für Tim Kolbe - Athlet von der TSG Friedrichsdorf ist auf den Punkt fit und liefert zwei neue Bestzeiten ab
  21.06.2022 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Warme Temperaturen sind eine feine Sache. Schließlich minimieren sie die Gefahr von Zerrungen, die Wettkampfvorbereitungen sind unkomplizierter und trockene Anläufe bei allen Sprungdisziplinen sind ebenfalls ein großes Plus. Wenn auf der Quecksilberskala jedoch Werte im Bereich von 30 Grad erscheinen, sieht die Sache dann schon ein wenig anders aus. Unter diesen erschwerten Bedingungen litten in Frankfurt die süddeutschen Meisterschaften der Altersklasse U23. In Summe gab es für die hessischen Vertreter 23 Medaillen, darunter zehn Titel. Das sagt jedoch nicht unbedingt etwas über das Leistungsniveau aus, da einige Disziplinen nicht übermäßig stark besetzt waren.

Richtig flott zur Sache ging es im Sprint. In seinem Vorlauf deutete Tim Kolbe (TSG Friedrichsdorf) mit 10,66 Sekunden bereits an, dass bei der Titelvergabe mit ihm zu rechnen ist. So kam es dann auch. Der 22-Jährige Student kam gut aus dem Block, hatte eine tolle Beschleunigungsphase und lag bei Halbzeit schon in Führung. Diese behielt er bis ins Ziel und steigerte sich auf starke 10,48 Sekunden - bei einem Gegenwind von -0,9 m/sec. Aktuell gibt es in Hessen mit „Profi“ Kevin Kranz (10,18 sec.) und Yanic Berthes (beide Sprintteam Wetzlar/10,41 sec.) nur zwei schnellere Läufer. Hinter Kolbe verbesserte sich Juan-Sebastian Kleta (TV Gelnhausen/noch U20) auf 10,63 Sekunden. Das Podium komplettierte Philip Hennemuth (Eintracht Frankfurt) mit 10,70 Sekunden. Daniel Borchardt (SGE) wurde Vierter.

Am zweite Tag der Titelkämpfen warten die 200 Meter auf die Sprinter. Hier machte Kolbe mit 21,50 Sekunden seine zweiten SDM-Titel klar und setzte sich gegen Daniel Borchard (21,94 sec.), Lukas Boeddinghaus (TVG/21,99 sec.) sowie Philip Hennemuth (SGE/22,09 sec.) durch.

Auf der Stadionrunde gaben zwei Youngster den Ton an, die beide erst in die Jugendklasse U20 aufgerückt sind. Finn Kohlenbach (Königsteiner LV) machte von Beginn an mächtig Druck, lief mit 49,03 Sekunden zum Sieg und blieb bei seinem „Alleingang“ lediglich um winzige 0,04 Sekunden über seiner Bestzeit. In Kohlenbachs Schlepptau verbesserte sich Sven Müller (MTV Kronberg) auf 49,15 Sekunden (zuvor 49,99 sec.).

Auch über die 400 Meer Hürden hatte mit Lasse Schmitt ein Nachwuchsathlet die Etablierten im Griff. Der U20er steigerte sich auf 53,33 Sekunden. Durch Lukas Glöckler (LSG Goldener Grund/55,42 sec.) und Tim Peters (Eintracht/55,51 sec.) bleiben auch die beiden nächsten Plätze in Hessen. Bei den Kurzhürden belegte Martin Kratz (TVG) nach 15,19 Sekunden den dritten Platz. Mit der Sprintstaffel setzen sich die Jungs des TV Gelnhausen mit 41,73 Sekunden knapp gegen die Adlerträger (41,81 sec.) durch. Über 4x400 Meter sah es lang nach einem Sieg für die Startgemeinschaft „Gomaringen-Hall-Pliezhauen“ aus. Doch Eintracht-Schlussläufer Tim Peters steckte nie auf, kämpfte um jeden Meter und sicherte so der Eintracht in 3:26,19 Minuten noch den Sieg.

Im Stabhochsprung wurde Max Lehl (TSG Wehrheim) seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und setzte sich mit guten 5,05 Metern sicher durch. Auch die drei nächsten Springer kamen aus Hessen. Jan Volkmar (Eschweger TSV) meisterte 4,80 Meter, bei Jacob Geiß (SSC Bad Sooden-Allendorf) waren es 4,70 Meter und Nachwuchs-Zehnkämpfer Markus Wagenleitner (KLV/U20) markierte mit 4,55 Metern eine neue PB.

Mit überquerten 2,07 Metern rückte Maximilian Grün (ASC Darmstadt) in der U20 auf die zweite Position des DLV-Rankings vor. Bei der Weitenjagd kam Juan-Sebastian Kleta (TV Gelnhausen/ebenfalls U20) mit 7,21 Metern bis auf zwei Zentimeter an seine Bestmarke ran.SDM-Silbger ging mit 6,92 Metern an Luca Kunkel (WLV). Jonathan Pflüger (LAV Kassel) trat als Dritter beim Diskuswerfen (42,44 m) die Heimreise nach Nordhessen an und belegte im Kugelstoßen (13,82 m) noch den vierten Platz. Beim Speerwerfen kam Sieger Robin Rieß (Eintracht) mit 68,11 Metern in den Bereich einer 70er Weite.