Nele Alder-Baerens läuft zu neuen Superlativen: 254,288 Kilometer in 24h, Vize-Weltmeisterschaft und ein neuer deutscher Rekord
  02.11.2019 •     Leistungssport , Senioren , Wettkampfsport


Albi. Nele Alder-Baerens vom Ultra Sport Club Marburg ist mit neuem deutschen Rekord Vize-Weltmeisterin im 24-Stundenlauf geworden. Ihre Vereinskameradin Antje Krause sicherte dazu mit ihrer Leistung dem deutschen Damenteam die Bronzemedaille.

Die Bedingungen für den Rekord im südfranzösischen Albi waren gut. Zwar war es mit 23 Grad und intensiver Sonneneinstrahlung tags etwas zu warm, dafür kühlte es in der Nacht aber nicht allzu sehr ab. Einzig der Untergrund mit schlechtem welligen Asphalt machte manchen zu schaffen. 

Gut 400 Läuferinnen und Läufer aus mehr als 40 Nationen gingen um zehn Uhr morgens an den Start.

Alder-Baerens ging kontrolliert an, lief aber bereits im ersten Rennviertel auf Platz zwei. Vorne übernahm sofort Camille Herron (USA) die Spitze, die sie nicht mehr hergab und mit 270,116 Kilometern einen nicht möglich geglaubten Weltrekord herauslief. Dahinter hatte die Deutsche auch bald einen größeren Vorsprung auf die restliche Konkurrenz herausgelaufen. „Durch die vielen Läufer kam es auch zu unvermeidlichen Kollisionen“, berichtete sie nach dem Lauf, das habe schon behindert. Trotzdem war sie auf Kurs deutscher Rekord, den sie, obwohl sie auch langsamer wurde, mit 254,288km um etwa zwei Kilometer verbesserte.

„Diese WM werde ich so schnell nicht vergessen“, betonte Nele Alder-Barerns nach der Schlusssirene. Vor allem der Teamgeist habe sie begeistert und das deutsche Betreuerteam habe hervorragende Arbeit geleistet und sie immer wieder motiviert.

Enttäuscht war die siebenfache deutsche Meisterin Antje Krause über ihre 221,193 Kilometer, hatte sie doch deutlich mehr als 230km anvisiert. Die ersten 100 Kilometer liefen für sie noch richtig gut, aber dann bekam sie zunehmend muskuläre Probleme und in der Folge auch Kreislaufprobleme. „Was in der zweiten Hälfte passiert ist, verstehe ich bis jetzt noch nicht richtig. Ich fühlte mich ohne ersichtlichen Grund immer schlechter und habe mich auch nicht mehr erholt“, sagte sie später.

Aber die 47-Jährige ist bekannt dafür zu kämpfen und so blieb sie auf der Strecke und gab alles für das Team. Am Ende sicherte sie als 22. Frau mit nur 172 Metern Rückstand auf die zweite Deutsche Julia Fatton (TV Rheinau) den dritten Platz hinter den Amerikanerinnen und Europameister Polen.

„Dass wir die Bronze-Medaille gewonnen haben, ist fantastisch, aber mit meiner eigenen Leistung bin ich nicht zufrieden“, sagte Krause. Die Form im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt habe in jedem Fall gestimmt. „Aber in den letzten Wochen vor der WM sind Umstände eingetreten, vor allem eine extreme berufliche Belastung, die eine fokussierte Vorbereitung und Konzentration sehr schwierig gemacht haben.“, sah sie einen Grund für das Verfehlen ihres selbst gesetzten Ziels. „Insofern bin ich froh, dass ich den Wettkampf akzeptabel beenden und zur Teammedaille beitragen konnte.“

Weltmeister wurde der Litauer Aleksandr Sorokin mit 278,973 Kilometern, bester Deutscher war Patrick Hösl (LG Ultralauf) als 23. mit 247,473 Kilometern.