Jenna Fee Feyerabend (U20) stellt beim Mehrkampf-Meeting in Filderstadt/Bernhausen mit 5376 Punkten eine neue Bestmarke auf - am Ende fehlen lediglich 24 Zähler zur EM-Norm für Tallinn
  09.06.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Puh, das war knapp. Beim Mehrkampf-Meeting in Filderstadt/Bernhausen ging es für die nationale Nachwuchs-Elite auch um die Qualifikation für internationale Aufgaben wie die Europa-Meisterschaften der U20 oder der U23. Die Norm für die kontinentalen Titelkämpfe der U20 hatte auch Jenna Fee Feyerabend im Visier. Nach zwei Tagen hatte die Siebenkämpferin im Trikot des TV Groß-Gerau starke 5376 Punkte gesammelt und damit eine neue Bestmarke aufgestellt. Das „kleine Drama“ war jedoch, dass Jenna die Norm für Tallinn um lediglich 24 Punkte verpasste. An der Spitze des Siebenkampfes machten Marie Dehling (LG Celle-Land/noch 2003!) und Lara Siemer (Rukeli Trollmann) mit 5729 bzw. 5585 Punkten das Ticket nach Estland klar.

Doch der Reihe nach. Feyerabend stieg mit guten 14,61 Sekunden über 100 Meter Hürden in den Wettkampf ein. Das Einspringen beim Hochsprung lief bestens. Als es dann zur Sache ging, war bei 1,68 Metern Schluss. Zu wenig, meisterte Jenna doch jüngst in Neuwied 1,73 Meter. Jetzt konnte sie die letzten drei Schritte einfach nicht aktiv setzen. Beim Kugelstoßen wurden 11,93 Meter gemessen - eine Zwölferweite hätte es ruhig sein können. Stark dagegen der Auftritt über 200 Meter, denn 26,02 Sekunden bedeuteten bei - 1,1 m/sec. Gegenwind neue Bestzeit. In Summe fehlten Feyerabend nach dem ersten Tag rund 100 Zähler gegenüber ihrer bisherigen „Halbzeit-Bestmarke“.

Am nächsten Morgen ging es dann gleich mit guten 5,63 Metern beim Weitsprung weiter - eine Bestmarke im Rahmen eines Siebkampfes. Die Aufholjagd ging beim Speerwerfen weiter, landete das Sportgerät doch erst bei der neuen Bestweite von 41,01 Metern auf dem Rasen. Die abschließenden 800 Meter wurden auf der ersten Runde zu langsam angelaufen. Die 2:23,55 Minuten von Feyerabend waren am Ende einen Tick zu langsam, um die „fehlenden“ 24 Zähler noch einzufangen. „Es war so knapp. Ich habe mir das so gewünscht, aber am ersten Tag konnte ich einfach nicht die Tür zu den Bestleistungen aufstoßen. Dies gelang mir erst am zweiten Tag. Ich habe alles gegeben, doch am Ende hat es nicht gereicht“, bilanzierte die 18-Jährige. Die nächste Herausforderung für die TVGG-Athletin ist jedoch nicht sportlicher Natur. Ende des Monats steht erst einmal das mündliche Abitur auf dem Programm. In Sachen EM-Start ist aber das letzte Wort noch nicht gesprochen. Am 17./18. Juli hat Jenna bei einem Quali-Wettkampf in Frankfurt einen weiteren Matchball.

Ebenfalls einen dritten Platz gab es bei den Junioren für Martin Kratz (TV Gelnhausen). Der U23er sammelte an den beiden Tagen 6921 Punkte, blieb damit aber knapp unter seiner Bestleistung aus dem Vorjahr, die bei 6953 Zählern notiert. Stark waren die 1,98 Meter im Hochsprung und die 15,32 Sekunden über die Hürden. Genau 6277 Punkte standen bei Friedrich Schulze (ebenfalls TVG) und Markus Wagenleitner (Königsteiner LV) auf der Urkunde. Damit landeten die beiden Kaderathleten in der Altersklasse U18 auf dem fünften Platz. Friedrich gefiel besonders mit 1,92 Metern bei der Höhenjagd. Bei Markus ragten 51,81 Sekunden auf der Stadionrunde sowie 4,30 Meter im Stabhochsprung heraus. Hier kann Wagenleitner nun auch bei der Jugend-DM in Rostock gegen die reinen Stab-Spezialisten antreten.

Ihre Siebenkampf-Premiere im Trikot von Eintracht Frankfurt gab im „Ländle“ Lilian Tösmann. Sie gewann mit 5357 Punkten die Wertung der U23, kam aber nicht an ihre Bestmarke (5430 Pkt.) ran. Mit dabei war hier auch noch Teamkollegin Miriam Sinning (9. mit 4848 Pkt.).