Ein olympischer Ausblick durch die „hessische“ Brille
  21.07.2021 •     HLV , Leistungssport , Verbandsnews , Wettkampfsport , Magazin


Seit die Corona-Pandemie in die Welt getreten ist, wird auch die Berichterstattung rund um die Olympischen Spiele in Tokyo von diesen Schlagzeilen beherrscht. Zunächst die Entscheidung zur Verlegung der Wettkämpfe um ein Jahr, dann die fortwährenden Diskussionen um die Rahmenbedingungen für die Spiele 2021. Nun steht Olympia vor der Tür – die Eröffnungsfeier wird am kommenden Freitag stattfinden, die Leichtathletik-Wettbewerbe starten am 30. Juli. Martin Rumpf, Vizepräsident Leistungssport im HLV, hat sich diesem sportlichen Großereignis gewidmet und wirft einen „hessischen“ Blick voraus.

Elf, oder vielleicht besser zwölf, hessische Leichtathleten*innen fahren zu den Olympischen Spielen nach Tokyo. Was für ein grandioses Ergebnis! Und hinter jedem einzelnen Sportler, hinter jeder einzelnen Sportlerin, steckt eine individuelle Erfolgsgeschichte. Sie haben sich ihren Traum erfüllt, an dessen Verwirklichung sie jahrelang so hart gearbeitet haben. Von den insgesamt 36 hessischen Teilnehmern*innen an den Spielen sind es alleine zwölf aus der Leichtathletik – darauf sind wir stolz und freuen uns mit unseren Sportlern*innen. Wir denken dabei aber auch an diejenigen, die es nicht nach Tokyo geschafft habe, teilweise hauchdünn und manchmal sogar nur um einen Wimpernschlag von zwei Hundertstelsekunden.

Ein Traum wird wahr für:

Steven Müller

Amos Bartelsmayer

Joshua Abuaku

Luke Campbell

Lisa Mayer

Rebekka Haase

Melat Kejeta

Katharina Steinruck

Maryse Luzolo

Vanessa Grimm

Carolin Schäfer

Gesa Krause

Gesa gehört (leider) keinem hessischen Verein mehr an, aber sie ist eine hessische Erfolgsgeschichte und trainiert konsequent am Bundesstützpunkt Frankfurt. Auch Carolin Schäfer, Vanessa Grimm und Lisa Mayer sind hessische Erfolgsgeschichten, die alle Förderebenen des Leistungssports durchlaufen haben. Am Ende haben sie den Sprung zu einem/r hessischen Landestrainer*in beziehungsweise zum Bundesstützpunkttrainer geschafft und belegen damit, dass die Konzepte stimmig sind. Unsere nordhessischen Aushängeschilder mit Melat, Vanessa, Caro und Steven zeigen uns, dass es uns gelingt, auch die Fläche abzudecken und auch hier ein stimmiges Förderkonzept umzusetzen.

Das alles ist nur möglich mit Hilfe von starken Partnern. Allen voran das Land Hessen mit der Abteilung Sport im hessischen Innenministerium, dem Landessportbund Hessen mit der Abteilung Leistungssport sowie dem Olympiastützpunkt Hessen. Namentlich sind das Jens-Uwe Münker, Oliver Palme, Lutz Arndt, Thomas Neu und Werner Schaefer. Aber auch die Städte Frankfurt, Wetzlar und Kassel seien stellvertretend genannt für die tolle Unterstützung auf kommunaler Ebene. Ein wesentliches Strukturelement ist sicherlich auch die Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt. Die Eliteschule des Sports hat einen großen Anteil an diesen Erfolgen, ebenso wie die Sportstiftung Hessen durch ihre Förderung der Athleten*innen im Hessenteam.

Auf der Brücke dieses Leistungssportschiffes sitzt unser Bundesstützpunktleiter Carsten Ebert, der das alles managt, steuert und mit seinem starken Team um Gudrun Rouhi, Niklas Richter, Philipp Schlesinger sowie der Trainer*innen stets Kurs hält.

Ein Märchen ist sicherlich die Nominierung von Maryse Luzolo. Bei der Nominierung für Rio 2016 saß sie nach einem schweren Unfall noch im Rollstuhl und es war nicht klar, wie das ausgehen würde. Und heute? Nominiert für die Olympischen Spiele in Tokyo! Danke an alle, die Maryse unterstützt haben, an sie geglaubt und sie gestärkt haben.

Was auch auffällt: Es sind jeweils zwei Athletinnen vom Sprintteam Wetzlar und vom Königsteiner LV nominiert, eine vom Laufteam Kassel, ein Athlet vom TSV Friedberg-Fauerbach sowie fünf von Eintracht Frankfurt. Das zeigt unsere etwas andere Struktur mit den bundesstützpunkttragenden Vereinen am Standort, die sich auf mehrere Schultern verteilen.

Am 30. Juli geht es los mit der Leichtathletik in Tokyo. Wir werden unsere Athletinnen und Athleten aus der Ferne verfolgen und die Daumen drücken. Leider können wir keine Verabschiedung ausrichten wie in den letzten Jahren, allerdings werden wir versuchen, einen kleinen Empfang nach den Spielen zu organisieren.

Wir wollen in den sozialen Medien ganz viel lesen von #hlv, #bspffm #sportlandhessen, #osphessen, #sportstiftunghessen, #lfh, #hessenvorn und wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein unvergessliches Erlebnis und viel Erfolg.

 

Wir haben als kleinen Service für alle Leichtathletik-Fans die hessischen Startzeiten (deutsche Zeit) bei den Olympischen Spielen zusammengetragen:

Steven Müller (200m) – VL 3.8., 04:05 Uhr; F 4.8., 14:55 Uhr

Amos Bartelsmeyer (1.500m) – VL 3.8., 02:05 Uhr; F 7.8., 13:40 Uhr

Joshua Abuaku (400mH) – VL 30.7., 03:55 Uhr; F 3.8., 05:20 Uhr

Luke Campbell (400mH) – VL 30.7., 03:55 Uhr; F 3.8., 05:20 Uhr

Lisa Mayer (100m) – VL 30.7., 04:40 Uhr; F 31.7., 14:50 Uhr

Lisa Mayer (4x100m) – VL 5.8., 03:00 Uhr; F 6.8., 15:30 Uhr

Rebekka Haase (200m) – VL 2.8., 03:30 Uhr; F 3.8., 14:50 Uhr

Melat Kejeta (Marathon) – F 7.8., 00:00 Uhr

Katharina Steinruck (Marathon) – F 7.8., 00:00 Uhr

Maryse Luzolo (Weitsprung) – Q 1.8., 02:50 Uhr; F 3.8., 03:50 Uhr

Vanessa Grimm (7-Kampf) – 1. WK 4.8., 02:35 Uhr; 7. WK 5.8., 14:20 Uhr

Carolin Schäfer (7-Kampf) – 1. WK 4.8., 02:35 Uhr; 7. WK 5.8., 14:20 Uhr

Gesa Krause (3.000mH) – VL 1.8., 02:40 Uhr; F 4.8., 13:00 Uhr

 

Fotos: Jens Priedemuth