Marathon im Big Apple: Anna-Katharina Plinke ist dabei
  02.11.2018 •     Wettkampfsport


Eigentlich gehört ein Läufchen zum festen Tagesprogramm bei Anna-Katharina Plinke. Doch momentan bleiben die Schuhe im Schrank bzw. wurden in den Koffer gepackt. Da sind auch reichlich Sportklamotten drin, denn die 30-Jährige aus Wehrheim (Hochtaunuskreis) ist in den Flieger gestiegen und über den großen Teich nach Amerika gejettet. Ziel ist New York, genauer der berühmte New-York Marathon, der an diesem Sonntag, 4. November, zum 48. Mal stattfindet.

„Ich habe das Rennen in der Vergangenheit immer im Fernsehen oder Livestream verfolgt. Es war jedoch nicht mein großer Traum, einmal hier zu laufen. Als ich Ende 2016 mit dem Leistungssport auf der Bahn und im Cross aufgehört habe, bin ich zwar noch immer sehr regelmäßig gelaufen, doch die Marathondistanz stand da eigentlich zur Debatte. Das war mir irgendwie zu lang“, verrät Plinke. Doch dann machten vor rund anderthalb Jahren ihr Partner Matthias Küsters, ein ehemaliger 7.000-Punkte-Zehnkämpfer aus Regensburg, und Bruder Felix „Druck“ und brachten den Laufklassiker in New York ins Gespräch. Küsters und der Bruder wollten unbedingt laufen. Plinke zierte sich noch und liebäugelte eher mit der Support-Rolle am Streckenrand.

Als Vater Wolfgang Plinke signalisierte, die Finanzierung des nicht ganz günstigen Trips (allein das Startgeld beträgt rund 360 US-Dollar) zu übernehmen, setzte bei der sportlichen Tochter ein Umdenken ein. Anna hatte dann 2017 in Frankfurt mit 2:53:03 Stunden eine beeindruckende Marathon-Premiere. In diesem Jahr steigerte sie sich in Düsseldorf auf 2:50:03 Stunden. „Die Distanz ist mittlerweile kein Problem für mich. Frankfurt war der Test für New York, Düsseldorf die Bestätigung. Mit meiner Bestzeit bin ich aber trotzdem zu langsam für einen Platz in der Top-Gruppe. Deshalb werden wir schon rund drei Stunden vor dem offiziellen Beginn in den Startbereich gebracht und müssen uns dann recht lange irgendwie warmhalten.“

Der Papa wird hierfür seinen alten Ski-Overall opfern. Auch durch seine diversen Brücken mit den vielen Rampen hat der Kurs knapp 400 Höhenmeter und ist nicht prädestiniert für ganz schnelle Zeiten. Zudem ist es nicht erlaubt, private Verpflegung bzw. Getränke angereicht zu bekommen. „Deshalb peile ich eine Zeit knapp unter drei Stunden an, womit man bei den Frauen unter die ersten 60 laufen könnte“, wagt eine Prognose. Ihre spezielle Marathon-Vorbereitung betrug nur acht Wochen, verlief aber sehr gut. Der höchste Wochenumfang lag bei 110 Kilometern, im Schnitt waren es 90 Kilometer. Nach dem Rennen im „Big Apple“ soll dann 2019 ein flotter Frühjahrsmarathon mit einer Zeit unter 2:50 Stunden folgen. Und ein paar schnelle „Zehner“ sowie ein knackiger Halbmarathon. „Da bin ich zuversichtlich. Zum Glück kann ich mir meine tägliche Arbeit fast frei einteilen, was fürs Training natürlich sehr gut ist“, so die Langstrecklerin, die seit Februar in Vollzeit als Steuerberaterin tätig ist.

Nach New York steht aber zunächst eine Urlaubswoche in Florida zusammen mit den Eltern, Bruder Felix und ihrem Lebenspartner auf dem Programm. Die Jungs nehmen die klassischen 42,195 Kilometer durch die Metropole am Hudson River natürlich ebenfalls unter die Laufschuhsohlen …