Kistner, Müller und Abele laufen bergauf zur EM
  28.05.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Beim Gamperney-Berglauf in Grabs (Schweiz) haben sich drei Hessen für die Berglauf-Europameisterschaften in Zermatt (Schweiz/7. Juli) qualifiziert. Im Frauen-Wettbewerb feierte Sarah Kistner (MTV Kronberg) ein gelungenes Comeback am Berg, sie gewann das Rennen über 8,8 Kilometer mit rund 1.000 Höhenmetern in 53:31 Minuten. Die Zweitplatzierte Melanie Noll (Heltersberg) lag fast zwei Minuten zurück.

Der deutsche U20-Berglaufmeister Dominik Müller (SSC Hanau-Rodenbach) zeigte ebenfalls einen beeindruckenden Wettkampf, gewann nach 49:41 Minuten die Junioren-Konkurrenz und belegte Rang zwölf in der Gesamtwertung. Nach Overall-Rang 19 unter 341 Teilnehmern ist auch Marius Abele bei der EM dabei, die Zeit des zweitschnellsten SSC-Jugendlichen: 52:23 Minuten.

„Das war sehr beeindruckend, eine ganz starke Leistung", sagte DLV-Berglaufberater Kurt König (Mittenwald) über Müller. Erst auf den letzten 1,5 Kilometern mit 400 Höhenmetern verlor der junge Hesse den Kontakt zur Verfolgergruppe der Männer, die er zuvor sogar angeführt hatte. „Ich bin auf den flachen Passagen mit sechs bis zehn Prozent Steigung mein eigenes Tempo gelaufen und habe mich dabei gut gefühlt. Der Schlussanstieg war aber zu steil. Das konnten wir bei uns nicht trainieren", meinte Müller, der als "Flachländer" einen erheblichen Nachteil in den alpinen Passagen hat.  

Sein Teamgefährte Marius Abele, Dritter der U20-Berglauf-DM, litt im abschließenden Steilhang noch mehr. „Da habe ich zwei Minuten verloren, aber bis zur EM hole ich das raus, zumal es in Zermatt nicht so steil ist wie hier", war sich der Allrounder, der auch in der Stadion-Leichtathletik um die Qualifikation zur U20-EM über 1.500 Meter (Normzeit 3:48,50) kämpft, sicher.

Trotz ihres Startverzichts beim Gamperney-Berglauf, sie gewann zeitgleich bei den Hessenmeisterschaften in Kassel den Titel über 5.000 Meter, könnte Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) noch auf den EM-Zug aufspringen, da sie als U20-Vizeweltmeisterin mit einer Wild Card ausgestattet ist. „Ich hätte sie sehr gerne mit Sarah Kistner im Team. Aber sie muss sich in den nächsten Tagen entscheiden, ob sie teilnehmen möchte, denn der Nominierungsschluss rückt näher", sagte König.

Damit steckt Lisa Oed in einer Zwickmühle, steht die Berglauf-EM doch parallel mit der U23-EM in Schweden sowie der Universiade in Italien im Wettkampfkalender. Zwar hat sie im Stadion noch keine Normerfüllung erreicht, doch mit den deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter und der U23-DM (3.000 Meter Hindernis, 5.000 Meter) stehen die Qualifikationswettbewerbe erst Mitte Juni an. Und dann ist der Meldeschluss für die Berglauf-EM abgelaufen.