Kevin Kranz zweifacher U23-Sprintmeister
  02.07.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Als HLV-Cheftrainer Kurzsprint David Corell über die Zeiten bei den deutschen U23-Meisterschaften in Heilbronn sprach, klang er leise und sehr bedächtig: „Krass, Kevin Kranz.“ Ja, krass, beinahe sensationell, jedenfalls überragend schnell für einen jungen Mann des Geburtsjahrgangs 1998. Im Frankenstadion legte Kranz im 100-Meter-Vorlauf 10,45 Sekunden auf die Bahn, im Halbfinale folgten 10,24 Sekunden, den Titel sicherte er sich mit 10,35 Sekunden. 10,24 Sekunden! Damit blieb der Athlet im Trikot des Sprintteams Wetzlar nur zwei Hundertstel über dem Hessenrekord seines Vereinskollegen Michael Pohl und eine Hundertstel unter der EM-Norm für Berlin. Und er verbesserte seinen Hausrekord um eine Zehntel. Da blieben keine Fragen offen. Oder doch? Vielleicht jene nach einer Hochrechnung, die Corell allerdings nicht anstellen mochte. Bei den 10,24 wurde ein Schiebewind von 1,6 Metern pro Sekunde protokolliert, bei den 10,35 war es ein Gegenwind von 1,3. Womit Spekulationen Tür und Tor geöffnet sind, was im Endlauf bei ähnlicher Windbegünstigung wie im Halbfinale möglich gewesen wäre. „Ich wollte eine Zeit um 10,30 Sekunden laufen. Dass es mit der Norm geklappt hat, ist natürlich umso schöner“, wird der Hesse bei leichtathletik.de zitiert. Als Dritter der DLV-Bestenliste ist er nun einer von fünf deutschen EM-Normerfüllern über 100 Meter. Dass er auch über 200 Meter in 20,89 Sekunden zum U23-Titel (+2,0) lief - gleichfalls persönliche Bestleistung -, ist natürlich mehr als eine Randbemerkung.

Einen hervorragenden Wettkampf bot auch Gianluca Puglisi vom Königsteiner LV. Nachdem er sich vor drei Wochen in Oberteuringen auf 7,82 Meter verbessert hatte, sprang er in Heilbronn mit 7,75 Metern souverän zum Titel. Souverän auch deshalb, weil jeder seiner drei gültigen Versuche zum Sieg gereicht hätte. Titel Nummer vier für den Hessischen Leichtathletik-Verband, der in Heilbronn eine so gute Bilanz hatte wie seit Jahren nicht bei U23-Titelkämpfen, holte Eileen Demes (TV Neu-Isenburg) über 400 Meter Hürden in 59,08 Sekunden. Sie scheint also wieder auf dem Weg zu ganz schnellen Zeiten zu sein. Titel Nummer fünf ging auf das Konto des SSC Hanau-Rodenbach in Person von Lukas Abele. Er gewann die 1.500 Meter in 4:02,60 Sekunden. Das halbe Dutzend voll machte die 4x400-Meter-Staffel der StG Schlüchtern/Flieden/Obertshausen in der Besetzung Eric Herbert, Aleksi und Jaakkima Rösler sowie Constantin Schmidt (3:12,57). Der Vorsprung des Hessen-Quartetts betrug mehr als Sekunden.   

Womit wir bei den weiteren Podestplätzen wären. Jeweils U23-DM-Silber gewann Lisa Oed vom SSC Hanau-Rodenbach über 3.000 Meter Hindernis (10:14,91), Joshua Abuaku über 400 Meter Hürden (51,30/LG Eintracht Frankfurt) sowie Christoph Gleixner im Hammerwurf (62,14/LG Eintracht Frankfurt). Platz drei sicherte sich Konstantin Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim) mit 60,64 Metern. Die Bronzemedaille ging auch an Marc Tortell (TV Rendel) über 1.500 Meter (4:03,75), Nathalie Buschung im Weitsprung (6,13/LG Eintracht Frankfurt), Diskuswerferin Alicia Schilling (48,37/Eintracht Wiesbaden) und an die 3x1.000-Meter-Staffel des SSC Hanau-Rodenbach mit Aaron Bienenfeld sowie Marius und Lukas Abele (7:32,94).

Platzierungen auf den Rängen vier bis sechs erreichten Niklas Harsy (LAZ Gießen) über 800 Meter in 1:51,23 Minuten, Eric Herbert (TV Flieden) über 400 Meter Hürden (53,03), Sophie Ullrich von der TG Hanau im Dreisprung (12,43), Aaron Bienenfeld über 5.000 Meter (14:51,07) und Aleksi Rösler (SG Schlüchtern) über 400 Meter in 47,34 Sekunden (alle Vierte). Als Fünftplatzierter lief Jonas Götte von der LG Eintracht Frankfurt) über 5.000 Meter ein (14:59,65), ebenso Jaakkima Rösler (SG Schlüchtern über 400 Meter (47,67). Jeweils DM-Sechste wurden Lennart Genz (Wiesbadener LV) im Weitsprung mit 7,15 Metern und Elias Goer (Sprintteam Wetzlar) über 200 Meter in 21,58 Sekunden.

Hier geht's um Halbfinal-Video von Kevin Kranz

Zu den Ergebnissen von Heilbronn