Teil 4: Hallen-Europa-Meisterschaften. Andreas Bechmann beendet den Siebenkampf mit 5995 Punkten als Sechster - starke Leistungen im Hochsprung und mit dem Stab - Nachholbedarf im Hürdensprint
  10.03.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


An den beiden letzten Tagen der EM in Torun ermittelten die „Könige der Athleten“ ihren Titelträger im Hallen-Siebenkampf. Der DLV wurde hier durch Routinier Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) und Nachwuchsmann Andreas Bechmann (Eintracht Frankfurt) repräsentiert, der jüngst bei Meeting in Frankfurt/Kalbach starke 6057 Punkte gezeigt hatte und somit als sechstbester Europäer zum den kontinentalen Titelkämpfen anreiste.

Bechmann legte über die 60 Meter mit 7,02 Sekunden los und stellte damit seine Jahresbestmarke ein. Um jedoch ein kleines Punkte-Polster für „Notzeiten“ zu haben, sollten zukünftig Zeiten mit einer „6“ vor dem Komma möglich sein.

Gute 7,49 Meter bei der Weitenjagd bedeuteten für Bechmann dann neue Jahresbestmarke und Platz drei in dieser Disziplin. Beim anschließenden Kugelstoßen passte es dann nicht sonderlich gut. Mit lediglich 13,80 Metern fand sich der Eintrachtler dann am Ende des Feldes wieder. Auch wenn diese Disziplin im Vergleich zu den Sprüngen und Läufen nicht so stark „bepunktet“ wird, sollten mittlere 14er Weiten abrufbar sein. Die Folge war ein Abrutschen auf den siebten Platz in der Zwischenwertung. Nach dem Kugel-Tief folgte ein Hochsprung-Hoch. Mit überquerten 2,10 Metern (2. im Feld) stellte der Schützling von Jürgen Sammert seine Bestleistung ein, sammelte dafür reichlich Zähler und lag nach dem Ende des ersten Wettkampftages mit 3419 Punkten auf einem guten vierten Platz. An der Spitze zogen Zehnkampf-Weltrekordler Kevin Mayer (FRA/3571 Pkt.) und Nachwuchs-Mann Simon Ehammer (SUI/3538 Pkt.). Titelverteidiger Jorge Urena (ESP/3424 Pkt.) war als Dritter für den Hessen-Athleten jedoch in greifbarer Nähe.

Der zweite Tag wurde dann mit den 60 Meter Hürden eingeläutet. Eine Disziplin, in der Bechmann noch reichlich Luft nach oben hat. Nur 8,57 Sekunden sind in einem starken Feld einfach zu wenig und kosten wertvolle Punkte. Ganz anders das Stabhochspringen, zweifelsfrei eine Paradedisziplin. Starke 5,10 Meter belegen dies eindrucksvoll und brachten den Eintracht-Mehrkämpfer wieder ein Stück nach vorne (5. mit 5203 Pkt.). Eine Höhe mehr mit dem Stab, Bechmanns „PB“ notiert hier bei 5,21 Metern, hätten eventuell nochmals einen kleinen Kick für eine finale Attacke gegeben. So war vor den abschließenden 1000 Metern ein wenig die Luft raus, da ein großer Sprung nach vorne nicht machbar war. Als dann nach ein paar Metern auch noch der Spike vom Fuß rutschte, war das Laufen kein sonderliches Vergnügen und dann nach 2:47,51 Minuten beendet. In Summe standen nach den beiden Tagen von Torun 5995 Punkte und ein sechster Platz zu Buche.

An der Spitze lieferte Kevin Mayer mit 6382 Zählern eine neue Weltjahresbestmarke ab und entthronte problemlos Titelverteidiger Jorge Urena (6158 Pkt.). Auf dem Bronzerang überzeugte der junge Pole Pawel Wiesiolek mit dem neuen Hausrekord von 6133 Punkten. Im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke blieb nach einem „Salto Nullo“ im Stabhochsprung der Eidgenosse Simon Ehammer, der selbst bei einem schwachen Stabresultat noch in den Kampf um Edelmetall hätte eingreifen können. Mit Peter Braun (NED) und Kai Kazmirek konnten zwei weitere starke Athleten den Siebenkampf nicht beenden.

„Es war ein hartes Wochenende. Ich habe ja gestern schon gesagt, ich wollte Spaß haben. Natürlich habe ich mehr Spaß, wenn es besser läuft. Es ist ja ein Mehrkampf, das steckt der „Kampf“ schon drin. Hürden sind eine Disziplin, die ich noch viel üben muss. Und jetzt fliegt mir beim Lauf beim ersten Schritt der Schuh weg. Wir sind ja keine Läufer, die drei, vier Stunden zwischen den Stabhochsprung und dem Lauf sind eh schon eine schlimme Zeit. Ich habe gedacht: Bleib dran, lass die nicht weglaufen. Ich bin froh, Sechster geworden zu sein in der hammerharten Konkurrenz hier. Unter den Umständen, mit den zehn Stunden Anreise, die wir hatten, bei den Bedingungen hier, bin ich froh, durchgekommen zu sein. Für die Freiluftsaison bleibt noch viel zu tun. Ich denke, es ist alles auf einem stabilen Stand und es war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Olympia-Quali in Götzis und Ratingen“, fasste Bechmann den Trip nach Polen bei leichtathletik.de zusammen.