Ein schneller Mann sagt „Adieu Leistungssport“
  10.01.2022 •     HLV , Leistungssport


Michael Pohl hat die Seiten gewechselt. Seit November 2021 ist der ehemalige deutsche Sprintmeister als Leistungssport-Referent für den Deutschen Leichtathletik-Verband tätig. Der gebürtige Frankfurter hat unter der Flagge des HLV eine herausragende Sportlerkarriere hingelegt. In einem aktuellen Beitrag auf seinem Instagram-Profil erzählt der 32-Jährige seine Geschichte:

 

Meine Geschichte begann als kleines Kind. Geprägt durch meine Eltern, selbst begnadete Leichtathleten, entwickelte ich früh einen Bezug zum Sprint. Bereits im Kindergarten organisierte ich Wettrennen. Die Faszination stieg durch Maurice Green, welchen ich im TV bewunderte. Sein Auftreten packte mich so sehr, dass ich im Zimmer Sprintrennen simulierte.

Der nächste Schritt war klar: ich kam zu meinem ersten Verein, der SG Schlüchtern, wo ich bis zum Alter von 12 Jahren meine ersten Wettkämpfe bestritt. Doch ich verlor leider schnell das Interesse und widmete mich Sachen, wie Skateboard fahren & Freunden.

3 Jahre später wurde ich vom einstigen Trainer Ewald Heckmann gebeten, am Wettkampf auszuhelfen. Anstatt zu helfen bin ich selbst gestartet, mit Erfolg: Quali für meine erste DM. Nach dieser Teilnahme bekam ich aufgezeigt, wie schnell die Konkurrenz sein kann. Ich stand neben einem gewissen Julian Reus.

Bis zum Alter von 21 Jahren blieb ich der Leichtathletik anschließend fern, doch nach dem Einstieg gelang mir direkt Platz 3 bei der U23 DM.

Ich investierte mehr und mehr in meine Karriere, trainierte härter und verbesserte mich in den kommenden Jahren auf 10,22s.

Nach einigen Titeln und internationalen Starts erreichte ich 2019 mein größtes Ziel, indem ich deutscher Meister über 100m wurde, was mir ein Gefühl des Ankommens bescherte.

2021 arbeitete ich entschlossen an der Beschleunigung und verbesserte meine Bestzeit auf 6,60s. Dies spornte mich noch mehr an, meinen größten Traum, die Olympischen Spiele, zu erreichen. Doch der Sport kann gnadenlos sein! Probleme haben mich aus der Bahn geworfen und ich rannte meinem Potenzial hinterher.

Der Sport hat mich stark geprägt, denn Gefühle vom Kribbeln bis zum stechenden Schmerz sind Alltag. Diese Gefühlsachterbahn ist echt heftig. Es lohnte sich jedoch für seine Ziele & Träume zu kämpfen und ich werde auf ewig mit meinem Herzen mit der Laufbahn verbunden bleiben!

Nun sage ich dem Leistungssport Adieu und möchte mich ganz besonders bei meiner Familie, meinen Freunden, Vereinen, Ärzten, Physios & Sponsoren bedanken! Ohne EUCH hätte ich das nie geschafft!

Euer Michael Pohl

 

Das ist eine bewegte hessische Sprint-Geschichte. Wir wünschen Michael, der als Athlet für die hessischen Vereine SG Schlüchtern, LG OVAG Friedberg-Fauerbach, Wiesbadener LV sowie Sprintteam Wetzlar aktiv war, alles Gute für seine neuen Aufgaben.