"Goldener" Samstag mit drei Titeln für den HLV bei der Jugend-DM in Heilbronn - zudem noch drei bronzene Plaketten
  06.09.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Überragende Hürdenzeit für Aaron Giurgian (ASC Darmstadt), Teamkollege Christoph Schrick setzt sich über 1500 Meter durch und Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) wird Favoritenrolle im Weitsprung gerecht.

Vivian Groppe (MT Melsungen) kann über 200 Meter Bronze bejubeln, Hawa Jallow (WLV) und Marius Karges (LG Eintracht Frankfurt) werden ebenfalls Dritte

 

Männliche Jugend U20:

100 Meter: Philip Hennemuth (SSC Bad Sooden-Allendorf) machte seine Sache richtig gut. Der Sprinter zog als Dritter seines Vorlaufes mit 10,87 Sekunden über die Zeitregel ins Finale ein. Hier konnte sich der Nordhesse steigern und zeigte als Sechster in 10,73 Sekunden eine neue Bestzeit. Auch Constantin Derzbach (LG Seligenstadt) knackte die 11-Sekunden-Marke und konnte sich über 10,97 Sekunden freuen. Dritter hessischer Sprinter im Bunde war Daag Driller (LG Rüsselsheim), der 11,34 Sekunden benötigte.

800 Meter: Die beiden für die DM qualifizierten Mittelstreckler aus Hessen nahmen im zweiten Vorlauf das Projekt „Finaleinzug“ in Angriff. Robin Pfahls (TV Gelnhausen) konnte nach 1:54,39 Minuten mit einem kleinen „q“ hinter seinem Namen den Plan dann auch in die Tat umsetzen. Für Jonas Kilian (Athletics Team Karben) war nach 2:00,54 Minuten der Vorlauf dann Endstation.

Diskuswerfen: Nicht den richtigen Dreh im Ring fand Fabian Feldmann (TSV 05 Remsfeld), der drei ungültige Versuche fabrizierte. Für drei weitere Versuche hätte Feldmann (Meldeleistung 49,68 m) schon 50,74 Meter abliefern müssen.

 

Männliche Jugend U18:

400 Meter: Bis in die Zielkurve sah es für Okai Charles (Königsteiner LV) eigentlich ganz gut aus. Dann ging dem Hessenmeister auf der Stadionrunde so langsam der Sprit aus und die letzten 100 Meter wurden arg lang. Mit „nur“ 51,07 Sekunden hatte Okai keine Chance, seine tollen 49,73 Sekunden aus dem Vorlauf zu wiederholen, was zu Platz fünf gereicht hätte. An der Spitze lieferte Favorit Tyrel Prenz (SC Potsdam) mit hervorragenden 47,99 Sekunden eine neue Bestzeit ab.

800 Meter: Nahezu zeitgleich beendeten die beiden Hessen auf der klassischen Mittelstrecke ihre Vorläufe. Zuerst musste Jan Dillemuth (TV Assenheim) ran, der nach 1:57,30 Minuten (3.) das große „Q“ für den direkten Finaleinzug hinter seinem Namen auf der E-Liste fand. Auch Pierre Börkey (TV Waldstraße Wiesbaden) wählte als Zweiter (1:57,32 Sekunden) den direkten Weg und musste nicht über die Zeitregel gehen.

1500 Meter: Christoph Schrick machte alles richtig. Der Läufer vom ASC Darmstadt reiste mit der Hessenrekordzeit von 3:52,16 Minuten als der klare Favorit an. Der Druck störte den Schützling von HLV-Kadertrainer Benjamin Stalf nicht. Der ASCler war immer auf der Höhe des Geschehens und lief mit einem langen Spurt in 4:14,56 Minuten zum DM-Triumph. Aus HLV-Sicht komplettierten Nick Fröhlich (KSV Baunatal/8. mit 4:17,98 Minuten) sowie Conard Heinemann (Königsteiner LV/9. mit 4:19,53 Minuten) das Feld.

110 Meter Hürden: Bereits in der ersten Runde hat Aaron Giurgian (ASC Darmstadt) mit glatten 14,00 Sekunden eindrucksvoll angedeutet, dass er auf den Punkt fit für die DM ist. Damit untermauerte der Hessenmeister seinen Anspruch auf den Titel. Im Finale schaltete der ASCler dann noch einen Gang hoch und verteidigte bei Windstille mit dem neuen „Hausrekord“ von 13,74 Sekunden seinen Vorjahres-Titel aus Ulm erfolgreich. Shelton Mario Quinze (SC Berlin/13,94 Sekunden) blieb auch noch unter „14“, konnte den Hessen aber in keiner Phase des Rennens gefährden.

400 Meter Hürden: Auf der Langhürden-Distanz verbesserte sich Patrick Lorenz (LG Odenwald) auf 57,08 Sekunden und darf nun im Finale erneut seine Spikes schnüren. In den Bereich seiner Meldeleistung (57,96 sec.) lief mit 58,03 Sekunden Colin Ansorge (SSC Bad Sooden-Allendorf), was aber nicht fürs Finale reichte.

Weitsprung: Das war der zweite Streich. Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) holte sich nach dem Titel-Gewinn unter dem Hallendach (Neubrandenburg) nun auch im Freien DM-Gold. Gleich mit dem ersten Sprung (7,38 m) ging der große Favorit in Führung und machte klar, wer der Chef auf der Anlage ist. Im fünften Durchgang markierte Koletzko dann mit 7,46 Metern seine Tagesbesteweite. Robin Eibner (LG Gäu Athletics) hatte als Zweiter (6,94 m) nie den Hauch einer Chance, das Ranking zu verändern. Mit Marc Mercier (ASC Darmstadt) sprang noch ein zweiter Hesse (8. mit 6,59 m) im Finale mit.

Stabhochsprung: Für Benedikt Haug (ASC Darmstadt), er überquerte in dieser Saison bereits 4,31 Meter, lief es in Heilbronn nicht ganz nach Plan. Der von Dr. Rainer Liese betreute Stabartist hätte gerne noch zwei weitere Höhen gemeistert. Doch es blieb bei 4,15 Metern und Platz acht.  Ganz vorne machte Luke Zenker (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit starken 4,80 Metern sein Ding.

Diskuswerfen: Mario Karges verbesserte in diesem Jahr schon mehrfach den hessischen Rekord und reiste mit 63,53 Metern als Dritter der Meldeliste nach Heilbronn an. Mit „Bronze“ im Gepäck trat der Eintrachtler dann auch die Heimreise an. Seine beste Leistung im Frankenstadion wurde mit 61,50 Metern notiert. An der Spitze gab Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) mit 64,56 Metern ganz klar den Ton an. Tizian Noah Lauria (LG Filder) wurde Vizemeister (62,05 m).

Kugelstoßen: Wie schon mit dem Diskus, trug sich Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) auch mit der Kugel (20,55 Meter) in die Siegerliste ein und feierte damit einen tollen Doppelsieg. Loro Maras (LG Eintracht Frankfurt) steigerte sich als Siebter auf 16,77 Meter. Janik Meyfarth (TSV 05 Remsfeld) fand nicht richtig in den Wettkampf rein und musste nach drei Versuchen (16,16 Meter) vorzeitig die Segel streichen.

 

Weibliche Jugend U20:

400 Meter Hürden: Antonia Unger (TV Wetzlar) machte im dritten Vorlauf über die Zeitregel ihre Finalteilnahme klar. Mit 62,66 Sekunden verbesserte die Läuferin aus der Lahnstadt ihre Meldeleistung um 0,11 Sekunden.

Stabhochsprung: Für Sarah Vogel (LG Seligenstadt) war Heilbronn kein gutes Pflaster. Die Bundeskader-Athletin, die in diesem Jahr erst drei Wettkämpfe im Freien sprang (Jahresbestleistung 3,95 m), hatte im Frankenstadion einen „Salto nullo“ und scheiterte an ihrer Anfangshöhe von 3,70 Metern. Bei allen Medaillen-Gewinnerinnen stand eine 4 vor dem Komma. Der Kampf um den Titel war eine Vereinsmeisterschaft des SC Potsdam. Leni Freyja Wildgrube verteidigte mit 4,25 Metern ihren Titel aus dem Vorjahr gegen Teamkollegin Moana-Lou Kleiner (4,20 m). Dritte wurde Laura Giese (Aachener TG/4,00 m).

 

Weibliche Jugend U18:

200 Meter: Mit einem echten Überraschung-Coup endeten die 200 Meter. Vivian Groppe reiste als Siebte der Meldeliste mit 24,79 Sekunden an und hatte die Endlaufteilnahme im Visier. Das klappte bestens, denn die Sprinterin im Trikot der MT Melsungen drückte bereits im Vorlauf ihre Bestzeit auf 24,59 Sekunden. Im Finale konnte Vivian dann noch einen Gang hochschalten, stürmte druckvoll durch die Kurve und stürmte als DM-Dritte in tollen 24,51 Sekunden über die Ziellinie. Dort schlug sie ungläubig die Hände vors Gesicht und konnte ihr Glück kaum fassen. Eigentlich war Hawa Jalloh (Wiesbadener LV/Meldeleistung 24,52 sec.) von der Vorleistung höher eingeschätzt worden. Die Wiesbadenerin hakte die Pflichtaufgabe Vorlauf als Siegerin mit 24,77 Sekunden erfolgreich ab. Im Finale lieferte die Sprinterin aus der Landeshauptstadt dann exakt die gleiche Zeit ab und wurde Fünfte. Dritte Hessin im Finale war Nele Kühn (LG Eintracht Frankfurt) mit 24,95 Sekunden.

100 Meter Hürden: Beide hessische Vertreterinnen setzten sich in der ersten Runde erfolgreich durch. Hawa Jalloh (Wiesbadener LV), die jüngst bei den „Hessischen“ hervorragende 13,66 Sekunden ablieferte, gewann in 14,01 Sekunden ihren Vorlauf. Klar, dass es im Finale deutlich schneller wurde. Nach 13,79 Sekunden hatte die WLV-Athletin DM-Bronze im Gepäck. Mia Hasselhorst (LG Eintracht Frankfurt) löste mit 14,17 Sekunden das Final-Ticket. Hier gelang der Adlerträgerin eine famose Steigerung auf den neuen „Hausrekord“ von 13,88 Sekunden, was mit dem vierten Platz honoriert wurde. Linn Sölch (ebenfalls WLV) hatte mit 14,76 Sekunden nur einen DM-Auftritt.

400 Meter: Nichts zu holen gab es für die beiden hessischen Läuferinnen auf der Langhürden-Distanz. Bei böigem Wind zog sich Maren Eberhard (LG Eintracht Frankfurt/Bestzeit 64,26 sec.) mit 64,51 Sekunden noch passabel aus der Affäre. Das reichte aber nicht fürs Finale, für das 63,04 Sekunden nötig gewesen wären. Für Emma Hofmann (LG Wettenberg) zeigte die Stoppuhr 69,24 Sekunden an.

Kugelstoßen: Svenja Steingens (LG Eintracht Frankfurt) konnte ihren Wettkampf ganz entspannt angehen. Mit genau acht Teilnehmerinnen gab es keinen Vorkampf und alle Athletinnen hatten im Finale automatisch sechs Versuche. Im dritten Durchgang stellte die Eintrachtlerin mit 14,44 Metern ihre Meldeleistung auf den Zentimeter ein und wurde Sechste.

Diskuswerfen: Von der Papierform war Lena Weinrauch (TV Langenselbold) mit 46,29 Metern als Zweite der Meldeliste eine klare Favoritin auf Edelmetall. Doch die Medaillen holten am Ende andere Athletinnen. Weinrauch kam nicht richtig in den Wettkampf rein und musste schließlich mit dem undankbaren vierten Platz und 42,55 Metern zufrieden sein. Für die Bronzemedaille, sie ging an Joane Schoppa (SC Potsdam), wären 43,86 Meter nötig gewesen. Eigentlich war auch bei Katja Seng (LG Eintracht Frankfurt/Meldeleistung 43,57 Meter) die Final-Teilnahme fest eingeplant. Doch lediglich 40,80 Meter (10.) reichten dafür nicht aus.