Marc Reuther glänzt beim Diamond-League in Monaco über 800 Meter mit neuer Bestzeit und knackt erstmals die "1:45er Marke"
  16.08.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Die „Diamond League“ des Weltverbandes IAAF war bisher, bedingt durch die Corona-Krise, eher von Absagen und Ausfällen geprägt. Beim Spät- bzw. Neustart der hochklassigen Wettkampfserie war in Monaco auch ein Sextett aus Deutschland am Start. Darunter mit Marc Reuther und Rebekka Haase auch zwei Hessen. Der Mittelstreckler im Trikot der LG Eintracht Frankfurt hatte während der Hallensaison auf sich aufmerksam gemacht, die er als schnellster Europäer mit 1:45,39 Minuten (gelaufen am 2. Februar in Erfurt) beendete. Reuther verteidigte dann am letzten Wochenende in Braunschweig im Alleingang von der Spitze weg mit 1:46,97 Minuten souverän seinen DM Titel. Während bei den nationalen Titelkämpfen keine Zuschauer erlaubt waren, konnten im Fürstentum am Mittelmeer 5000 Zuschauer Leichtathletik der absoluten Spitzenklasse live erleben.

Wie erwartet wurde über die 800 Meter im „Stade Louis II“ eine flotte Fahrt angeschlagen. Der Tempomacher Mame-Ibra Anne (FRA) schleppte das zehnköpfige Feld in 50,40 Sekunden über die erste Runde. Der Eintrachtler hielt anfangs noch im hinteren Teil des Feldes auf, lief jedoch mutig mit und arbeitete sich dann aber weiter nach vorne. Die Taktik ging auf, konnte Reuther als Sechster mit hervorragenden 1:44,93 Minuten doch eine neue persönliche Bestzeit (bisher 1:45,22 min.) bejubeln und blieb erstmals in seiner Karriere unter der „1:45 Minuten Schallmauer“.  An der Spitze des Feldes stürmte Weltmeister Donovan Brazier (USA) in 1:43,15 Minuten zu einen neuen Weltjahresbestzeit. In seinem Sog verbesserte sich Braziers Landsmann Bryce Hoppel auf 1:43,22 Minuten. Das Podium komplettierte der Kanadier Marco Arop (1:44,14 min./PB). Als schnellster Europäer folgte auf der vierten Position der Franzose  Benjamin Robert (1:44,56 min./PB). Fünfter wurde der Brite Kyle Langford (1:44,83 min./PB). Mit seiner Zeit von Monaco kam Reuther auch ziemlich nah an den Hessenrekord von Harald Schmid (TV Gelnhausen) heran, der vor rund 33 Jahren in Koblenz 1:44,83 Minuten markierte.

Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar), mit 11,11 Sekunden aktuell die Führende in der deutschen Jahresbestenliste, kam in Monte Carlo über 100 Meter als Siebte (11,47 sec.) nicht ganz an ihr schon gezeigtes Leistungsniveau ran. Durch Aila del Ponte (11,16 sec.) ging der Sprintsieg ins Land der Eidgenossen. Die Schweizerin zeigte beim Kampf um die drei Top-Positionen Aleia Hobbs (USA/11,28 sec.) und der Saisonbestzeit laufenden Gina Lückenkemper (SSC Berlin/11,31 sec.) die Hacken.

Höhepunkt des Meetings war zweifelsfrei der Weltrekord von Joshua Cheptegei über 5000 Meter. Der Mann aus Uganda setzte das neue Maß der Dinge bei überragenden 12:35,36 Minuten.

Es war ein beeindruckender Auftritt des 23-Jährigen Afrikaners, der nahezu durchgehend 60er Runden abspulte und am Ende den bereits 16 (!) alten Weltrekord des äthiopischen Wunderläufers Kenenisa Bekele (12:37,25 min.) um fast zwei Sekunden steigerte.