U16-DM: Werfer holen vier von sieben Medaillen
  20.08.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Mit zwei Titeln, zwei Vize-Meisterschaften sowie drei dritten Plätzen zog sich der hessische Leichtathletik-Nachwuchs bei den deutschen Jugend-Meisterschaften (U16) in Bochum-Wattenscheid achtbar aus der Affäre. Zweifelsfrei ein gutes Abschneiden der Läufer, Springer und Werfer bei ihrer Premiere auf DM-Ebene. Damit kam man jedoch nicht an das sehr starke Gesamtbild aus dem Vorjahr heran. Bei den Titelkämpfen 2017 in Bremen konnte der HLV fünf erste Plätze, eine silberne sowie vier bronzene Medaillen bejubeln.

Seiner Favoritenrolle vollauf gerecht wurde Hammerwerfer Kai Hurych (KSV Fürth), der als bundesweit bester Werfer mit einer Weite von 73,43 Metern angereist war. Für den Youngster aus dem Odenwald war es ein durchwachsener Wettkampf, bremste ihn doch eine Verletzung in der den Hammer führenden Hand aus. Im letzten Durchgang markierte Kai 68,13 Meter, womit er das Vorhaben „Titelgewinn“ mit acht Metern Vorsprung erfolgreich umsetzen konnte. Der zweite Titel ging an den ASC Darmstadt. Aaron Giurgian gewann in guten 10,70 Sekunden seinen Vorlauf über 80 Meter Hürden und zog damit direkt ins A-Finale ein. Hier schaltete der Südhesse noch einen Gang hoch, steigerte sich auf die neue persönliche Bestleistung von 10,61 Sekunden und setzte sich knapp gegen David Frank (LG Steinlach-Zollern/10,66) durch. 

Als klarer Anwärter auf den Weitsprung-Titel galt Oliver Koletzko (TSG Wehrheim), führte der Hessenmeister mit beeindruckenden 6,81 Metern die Meldeliste doch souverän an. Der Kaderathlet hatte im Lohrheidestadion auch eine starke Serie mit sechs gültigen Sprüngen jenseits von 6,45 Metern. Doch es hakte wenig im Anlauf. Koletzko sprang oft ein paar Zentimeter vor dem Brett ab und verschenkte damit wichtige Zentimeter. So gingen „nur“ 6,51 Meter als beste Weite in die Wertung ein, was die Vizemeisterschaft bedeutete. Als Sieger überraschte Fynn-Henry Khoungkhakoune (Berliner SV). Er sprang 6,61 Meter weit.

Auf den Silberrang lief die Staffel der Startgemeinschaft Darmstadt-Gelnhausen. Nach 44,75 Sekunden stand für das Quartett in der Besetzung Simeon Leichtweiß, Aaron Giurgian, Juan-Esteban Keta und Juan-Sebastian Keta der Vorlaufsieg und das große Q als direkte Qualifikation fürs Finale in der Ergebnisliste. Im Endlauf gelang eine weitere Steigerung auf 44,36 Sekunden – schneller waren nur die Jungs des SV Halle (44,19). Die 44,36 Sekunden bedeuteten zugleich eine hessische U16-Bestleistung. Vor zehn Jahren waren Rouben Cwikla, Aron Schreiner, Max Hess und Dameon Jones im Trikot der LG Eintracht Frankfurt in Ludwigshafen 44,50 Sekunden gelaufen. 

Marius Karges (TV Friedrichstein/bisher 61,12 Meter) lieferte im Diskusring 56,19 Meter ab. Das reichte zu „Bronze“, da auch die Konkurrenz nicht die 60er Marke knacken konnte. Disziplinkollegin Katja Seng (TG Hanau) lag bis zum letzten Durchgang mit 36,48 Metern auf dem Silberrang, ehe sich Sandy Prüfer (Hallesche Leichtathletik-Freunde) mit ihrem letzten Wurf (38,95) noch ganz nach vorne schob. Im Hammerwerfen hatte Annika Mencke (TV Haiger) den richtigen Dreh raus, sicherte sich mit dem neuen „Hausrekord“ von 46,37 Metern Platz drei auf dem Siegertreppchen und untermauerte damit das starke Auftreten der hessischen Werfer (vier Medaillen).

Die weiteren Endkampf-Platzierungen: 4x100 Meter LAV Kassel 49,05 Sekunden; 800 Meter Mirjam Beschorner (ASC Darmstadt) 2:22,02 Minuten; Hochsprung Maike Schuster (LAV Kassel) 1,71 Meter; Hammerwurf Franka Scheuer (TSV Remsfeld) 42,87 Meter - alle Platz vier; 100 Meter Hawa Jallow (Wiesbadener LV) 12,42 Sekunden; 80 Meter Hürden Hawa Jallow 11,78 Sekunden; Hammerwurf Marvin Baumann (LG Odenwald) 57,46 Meter - alle Platz fünf; 3.000 Meter Christoph Schrick (ASC Darmstadt) 9:52,17 Minuten, 800 Meter Elena Taubel (SSC Hanau-Rodenbach) 2:22,37 Minuten; Hammerwurf Ronja Schneider (ASC Darmstadt) 37,98 Meter - alle Platz sechs; 800 Meter Sara Kiefer (SC Steinberg) 2:24,24 Minuten; Hammerwurf Jola Schmidt (ASC Darmstadt) 34,90 Meter - beide Platz sieben; Hochsprung Björn Langer (LG Wettenberg) 1,79 Meter, Stabhochsprung Julia Werner (TV Eschhofen) 3,05 Meter - beide Platz acht.

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