Simone Raatz und Anbassajer Hagos Bisrat hessische Berglaufmeister
  06.08.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Die Vorsichtsmaßnahme des hessischen Laufwartes Joachim Miersch erwies sich als überaus sinnvoll angesichts der hochsommerlichen Temperaturen, doch mit 22 Grad zur neuen Startzeit um 10 Uhr waren die Laufbedingungen in Abterode am Fuße des Hohen Meißners nahezu ideal. Und die hessischen Bergläufer zeigten durchweg starke Leistungen - und zumindest bei den Männern bis auf die flache Schlusspassage einen spannenden Rennverlauf.

Nach 9,4 Kilometern und 430 Höhenmetern spurtete mit hohem Tempo der gebürtige Eritreer Ambassajer Hagos Bisrat im Trikot des PSV Grün-Weiß Kassel nach 39:14 Minuten als Hessenmeister über die Ziellinie auf dem Meißner-Plateau. Mit einem couragierten Antritt überrumpelte der 20-jährige, der seit vier Jahren in Kassel bei Trainerguru Winfried Aufenanger trainiert, den lange Zeit das Renngeschehen diktierenden Felix Thum (LC Eschenburg), der 14 Sekunden Rückstand Vizemeister und zugleich M30-Sieger wurde. Mit Lorenz Rau (LG Fulda) blieb auch der drittplatzierte Finisher unter der 40-Minuten-Marke. Lediglich Aaron Bienenfeld lief im Vorjahr mit 38:42 Minuten schneller.

„Für meinen ersten Berglauf bin ich natürlich zufrieden. Ich trainiere derzeit deutlich intensiver und deshalb läuft es auch besser als meine bisherigen Bahnergebnisse vermuten lassen“, so der junge Mann sichtlich zufrieden. „Am Schluss hat er noch einmal Gas gegeben, da konnte ich nicht mehr gegenhalten“, sagte Thum, der als Berg- und Hindernisspezialist mit leichter Favoritenrolle ins Rennen gegangen war. „Das Feld ist in der Breite wesentlich stärker geworden“, erkannte Routinier Thomas Seibert (SSC Hanau-Rodenbach), der hinter dem Kasseler Tom Ring in 40:28 Minuten und M35-Sieger Fünfter wurde.

Bei den Frauen wiederholte Simone Raatz (ASC Darmstadt) ihren Vorjahressieg eindrucksvoll. Die 42-jährige, die im März deutsche Crossmeisterin der W40-Kategorie wurde und zudem auch den Heilbronner Trollinger-Marathon im Mai gewann, lief bei ihrem Start-Ziel-Sieg in 44:49 Minuten sogar noch eine Minute schneller als 2017 an gleicher Stelle. Damit holte sie sich zudem den Titel in ihrer W40-Klasse. Gegen diesen starken Auftritt hatte auch die Siegerin des Offenen Meißner Berglaufs, Nora Kusterer (TV Oberkollbach), die im Mai den Rennsteig-Marathon für sich entscheiden konnte, nichts entgegenzusetzen. Sie benötigte 45:37 Minuten. Auf Rang zwei der Hessenwertung erreichte Nadine Hübel (TV Dipperz) nach 46:38 Minuten das Ziel und wurde auch W35-Meisterin. Die viertschnellste Zeit erzielte die U20-Meisterin Lena Ritzel (VfL Marburg) mit 47:42 Minuten.

Eine starke Rolle spielten einmal mehr die besten Masters-Läufer. Dies gilt nicht nur für Overall-Hessenmeisterin Simone Raatz. Dies belegten in Sandra Barborseck (TV Breitenbach/W45) und Conny Wagener (LC Eschenburg/W60) weitere Masters-Läuferinnen auf den Plätzen fünf und sieben. Nicht so stark fiel dies bei den Männern ins Gewicht, doch auch Felix Kaiser (GW Kassel/M40) und Markus Riefer (SSC Hanau-Rodenbach/M50) auf den Plätzen acht und sechzehn überzeugten auf ihre Weise.

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