Oliver Koletzko - Mehrkämpfer mit Weitsprung-Qualitäten
  09.05.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Oliver Koletzko ist bereit. Am vergangenen Wochenende hat der M15-Mehrkämpfer bei den Kreismeisterschaften in Sulzbach/Taunus vier bemerkenswerte Einzelwettkämpfe gezeigt, drei von vier Einzelergebnissen sind gut bis sehr gut, eines ist herausragend. Als da wären: 100 Meter in 11,73 Sekunden, 80 Meter Hürden in 11,84 Sekunden, 1,81 Meter im Hochsprung. Der Knaller für den jungen Mann (Jahrgang 2003) waren sicherlich die 6,61 Meter im Weitsprung bei 1,2 Metern pro Sekunde Gegenwind. Aktuell ist Koletzko damit die Nummer 1 in Deutschland. Und beinahe wäre gleich zu Saisonbeginn ein Uralt-Rekord im Hochtaunuskreis gefallen: Seit rund 46 (!) Jahren haben die 6,65 Meter von Joachim Plinke (HTG Bad Homburg) Bestand. Plinke ist heute Lehrer-Trainer des Hessischen Leichtathletik-Verbandes bei der LG Reinhardswald. Bei den hessischen Mehrkampfmeisterschaften am Wochenende im Darmstädter Bürgerpark Nord könnte der HLV-Kaderathlet Koletzko (bei Weit- und Dreisprung-Landestrainer Peter Rouhi) zu den großen Gewinnern gehören.

Koletzko war im November 2016 von der SG Anspach zur TSG Wehrheim und Trainer Uli Lehl gewechselt, die Leistungssprünge ließen nicht lange auf sich warten. So sicherte sich das Talent aus dem Taunus bei den deutschen Meisterschaften im Blockwettkampf Sprint/Sprung Anfang Juli 2017 den zweiten Platz mit 2.757 Punkten, im Weitsprung erreichte er zehn Wochen später 6,14 Meter. Eigentlich wollte der Schützling von Lehl - aktuell absolvieren die beiden vier Einheiten pro Woche - in diesem Jahr bei der Block-Mehrkampf-DM oben auf dem Treppchen stehen. Weil der DLV für diese Titelkämpfe jedoch keinen Ausrichter fand, schwenkte das Duo um. Galt es doch, für den Neunkampf die komplizierten Bewegungsabläufe im Stabhochsprung zu verinnerlichen. Mit Lehl als Heimtrainer hat der 14-jährige Schüler einen absoluten Experten an seiner Seite, der selbst auf eine erfolgreiche sportliche Karriere zurückblicken kann. Lehl wurde als Jugendlicher im Trikot der Usinger TSG süddeutscher Stabhochsprung-Meister, Zweiter beim deutschen Junioren-Mehrkampf-Cup und stellte vier Hessenrekorde (Stabhochsprung/ Mehrkampf) auf. Seine Bestleistung mit dem Stab: 4,50 Meter.

„Bei den Hessischen will ich die DM-Norm von 4.900 Punkten knacken und natürlich eine Medaille holen“, sagt der Neuntklässler. Den Kreisrekord in der M15 hält mit 4.909 Punkten übrigens Vereinskollege Max Lehl, der ältere Sohn seines Trainers. Soviel scheint sicher: Die hessische Bestleistung von Andreas Bechmann (LG Eintracht Frankfurt) aus dem Jahr 2014 (5.442 Punkte) ist nicht in Reichweite. Bechmann startete seinerzeit mit 11,83 Sekunden über 100 Meter, es folgten 6,16 Meter im Weitsprung, 13,25 Meter mit der Kugel und 11,37 Sekunden über 80 Meter Hürden. Am zweiten Tag waren es 39,74 Meter mit dem Diskus, 3,80 Meter im Stabhochsprung, 48,76 Meter mit dem Speer sowie 3:10,89 Minuten über 1.000 Meter.

Für die Meisterschaften in Darmstadt gemeldet hat auch Aaron Giurgian (ASC Darmstadt/Jahrgang 2003), im Vorjahr siebtbester deutscher M14-Blockwettkämpfer Sprint/Sprung mit 2.719 Punkten, Zweitbester über 80 Meter Hürden (11,29 Sekunden) und Neuntbester im Hochsprung (1,76 Meter).   

Ein weiteres großes hessisches Mehrkampftalent des 2003er Jahrgangs, Cristiano Kaiser von der LG Dornburg, muss wohl nicht nur am Wochenende passen. Der deutsche M14-Neunkampfmeister hat seinen Saisoneinstieg wegen starker Rückenschmerzen verschoben. In der Hallensaison hatte sich der junge Mann aus dem Westerwald mit dem Stab auf vier Meter verbessert, nun muss er erst einmal gesund werden.