Morchner und Zerres verteidigen Marathon-Titel
  29.04.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Es gab einige irritierende Momente vor und am vergangenen Marathon-Wochenende. International bewegte der bizarre Streit zwischen den Lauflegenden Mo Farah und Haile Gebrselassie die Szene; es geht um eine nicht bezahlte Hotelrechnung, Körperverletzung und Diebstahl. Der Brite Farah, seit dem Ritterschlag als Sir laufend unterwegs, und der Äthiopier Gebrselassie bezichtigen sich gegenseitig und haben mittlerweile Rechtsanwälte eingeschaltet. Dass der Halbmarathon-Weltrekordhalter Abraham Kiptum (Kenia/58:18 Minuten) vor dem London-Marathon aufgrund eines Dopingverdachts suspendiert wurde, passt da irgendwie ins schräge Bild.

Doch nicht nur in London waren am Sonntag die 42,195 Kilometer das Hauptthema - auch in Hamburg und in Düsseldorf. Bei der NDR-Liveübertragung aus dem hohen Norden wurde von einem Zuschauer an den Kommentator die Frage herangetragen, warum denn keine Deutschen im Blickfeld seien. Nun denn, lautete die Antwort sinngemäß, es gebe leider nicht viele gute deutsche Marathonläufer/innen. Das stimmt zwar, bewertet am afrikanischen Leistungsstand, war aber nur ein Teil der Wahrheit. Denn zeitgleich fand im Rahmen des Düsseldorf-Marathons die DM statt. Und am Rhein waren die Zeiten der Meister durchaus in Ordnung. Womit wir beim sportlichen Teil dieses Beitrags wären.

Jannik Ernst (TV Waldstraße Wiesbaden) wurde DM-Neunter in 2:27:44 Stunden, womit er seine persönliche Bestzeit nur um rund eine Minute verfehlte. Der Rostocker Tom Gröschel holte sich den Tagessieg und verteidigte zudem seinen DM-Titel in persönlicher Bestzeit von 2:13:49 Stunden. Ob dies nun eine „Topzeit“ ist, wie leichtathletik.de berichtet, sei dahingestellt. Zur Orientierung: Die WM-Norm für Doha sind glatte 2:13 Stunden.

Die kleine hessische Gruppe machte insbesondere in den Altersklassenwertungen auf sich aufmerksam. So gelang Sandra Morchner (Laufteam Kassel) der Hattrick in der W45. Nach 2017 (2:49:24) und 2018 (2:46:54) gewann die Quereinsteigerin von der Insel Sylt in 2:46:32 Minuten ihre dritte Meisterschaft in Folge. Und wie im Vorjahr in deutscher AK-Rekordzeit. Düsseldorf bleibt auch für Markus Zerres (TV Waldstraße Wiesbaden) ein gutes Pflaster. Er verteidigte seinen M55-Titel in 2:40:05 Stunden. Im vergangenen Jahr hatte der Wiesbadener 2:38:41 Stunden benötigt. 

In der Mannschaftswertung erreichte der TV Waldstraße bei den Männern in der Besetzung Ernst, Zerres, Jens Bäss (2:47:06) den sechsten Platz bei den Männern. Das Laufteam Kassel mit Morchner, Ewa Szczeblewski (3:26:34) und Ursula Henning (3:35:11) wurde Vierter und gewann die W35/45-Wertung.