DM in Nürnberg: Ein Titel und sechs weitere Medaillen
  23.07.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Die gute Nachricht zuerst: Am Schlusstag der deutschen Meisterschaften in Nürnberg ist Luke Campbell von der LG Eintracht Frankfurt seiner Favoritenrolle über 400 Meter Hürden vollauf gerecht geworden und hat in 50,31 Sekunden seinen Titel verteidigt. Ebenfalls stark und auf Platz drei notiert: Sein Vereinskollege Joshua Abuaku in 51,25 Sekunden. Zwischen die beiden Frankfurter schob sich Constantin Preis (VfL Sindelfingen) in persönlicher Bestzeit von 50,74 Sekunden.

Das 400-Meter-Hürdenfinale bei hessenschau.de im Video

Das Siegerinterview von Luke Campbell bei hessenschau.de

Mit Silber im Gepäck trat der deutsche 200-Meter-Hallenmeister Steven Müller (LG ovag Friedberg-Fauerbach) die Heimfahrt an. In 20,76 Sekunden musste er lediglich Robin Erewa (20,63/TV Wattenscheid) ziehen lassen. 

Einen bemerkenswerten Wettkampf zeigte Weitspringerin Julia Gerter (LG Eintracht Frankfurt). Mit 6,68 Meter steigerte sie ihren Hausrekord um zwölf Zentimeter und wurde DM-Dritte hinter Malaika Mihambo (6,72/LG Kurpfalz) und Alexandra Wester (6,69/ASV Köln). Damit wird es bei letztlichen EM-Nominierung womöglich knifflig. Denn Mihambo und die in Nürnberg nur sechsplatzierte Sosthene Moguenara (6,45/TV Wattenscheid) waren bereits vor den nationalen Titelkämpfen „gesetzt“ für Berlin - mit Wester und Gerter kamen zwei weitere Limit-Inhaberinnen (Norm 6,60) bei nur mehr einem freien Startplatz hinzu.

Die 6,68 Meter von Julia Gerter bei hessenschau.de im Video

Julia Gerter im Interview bei hessenschau.de

Ebenfalls mit Bronze dekoriert, aber mit eher gedämpfter Stimmungslage verließ Marc Reuther (Wiesbadener LV) das Max-Morlock-Stadion. Der deutsche Jahresbeste und Titelfavorit musste in Führung liegend auf der Zielgeraden zunächst Benedikt Huber (Regensburg/1:47,32) und dann noch Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe/1:47,60) ziehen lassen. Huber gewann seinen dritten 800-Meter-Titel in Folge, Reuther wurde nur Dritter in 1:47,70 Minuten. „Er ist bei seinem Antritt nach etwa 600 Metern zu fest draufgegangen. Hinten heraus wurde er dann etwas fest“, sagte sein Heimtrainer Georg Schmidt vom Bundesstützpunkt Frankfurt am Main.

Ebenfalls Dritter wurde Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) über 1.500 Meter. In einem - klingt blöd, stimmt aber - extrem spannenden Bummelrennen lag wieder einmal der spurtgewaltige Timo Benitz (LG Nordschwarzwald) vor ihm. Zweiter wurde Marius Probst (TV Wattenscheid), Dritter Tesfaye. Die Zeiten der drei EM-Teilnehmer: 3:53,43, 3:53,47 und 3:53,53 Minuten. Starker Vierter: Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) in 3:54,21 Minuten, Neunter Marvin Heinrich (3:55,49/Wiesbadener LV). „Es war ein taktisch gutes Rennen und ein sehr wertvolles Ergebnis für Homiyu“, sagte Coach Schmidt und lobte dessen Fortschritte im „Endkampfverhalten“.

Zwei Konkurrentinnen waren über 1.500 Meter zu schnell für Diana Sujew: Die gesundheitlich genesene Frontrunnerin Konstanze Klosterhalfen (4:06,34/Bayer Leverkusen) und Elena Burkard (4:06,51/LG Nordschwarzwald). Platz drei in 4:08,21 Minuten waren für die Frankfurterin sicher nicht das Ziel ihrer Träume, Schmidt bewertete das Ergebnis angesichts der starken Konkurrenz aber als Erfolg.

Die Zielgerade von Diana Sujew bei hessenschau.de im Video

Und noch drei Lauf-Resultate: Natalie Tanner (LG Eintracht Frankfurt) zeigte über 5.000 Meter eine starke Leistung, lief in 15:55,86 Minuten persönliche Bestzeit und auf Rang fünf. U20-Europameisterin Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) erreichte über 3.000 Meter Hindernis in guten 10:10,05 Minuten den zehnten Platz. "Ich hatte Lisa freigestellt, ob sie laufen möchte", sagte ihr Trainer Sascha Arndt. "Und sie hat sich entschieden, die Atmosphäre zu genießen." Lara Matheis (TSG Gießen-Wieseck) schied im 200-Meter-Vorlauf trotz Saisonbestleistung (23,98 Sekunden) aus.

Im Hammerwurf schleuderte Christoph Gleixner (LG Eintracht Frankfurt) das Gerät 61,54 Meter weit und wurde Siebter, Sabine Rumpf (LSG Goldener Grund Selters/Taunus) wurde im Diskuswurf-Neunte mit 51,04 Metern.

Zur finalen DM-Ergebnisliste