Zum Beispiel der TV Friedrichstein
  24.06.2021 •     HLV , Breitensport , Jugend , Kinderleichtathletik


Die Verantwortlichen des TV Friedrichstein haben nicht auf Corona-Lockerungen gewartet – sie haben die Zeit genutzt und sich darauf vorbereitet. Nur wenige Tage nach dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen hat der Verein einen Mehrkampftag für Kinder- und Jugendliche veranstaltet.

Die hessischen Leichtathletik-Vereine haben bereits während der Lockdowns und der Phasen der Kontaktbeschränkungen mit viel Kreativität und Herzblut ihren Mitgliedern ermöglicht in Bewegung zu bleiben. Ganz nach dem unserem Motto „Wir bewegen Hessen“. Jeden Tag erreichen uns Meldungen aus den Vereinen über Aktionen und Projekte, die verantwortungsvoll umgesetzt werden. Das finden wir ganz toll, und deshalb möchten wir stellvertretend für die neue hessische Leichtathletik-Bewegung diese kleine Geschichte erzählen.

Am 5. Juni war es soweit: 28 Nachwuchsathleten*innen fanden sich samstagmorgens am Stadion Odershäuserstraße in Bad Wildungen ein, um dort ihr Mehrkampfabzeichen abzulegen. Einige Stunden später konnten alle Teilnehmer*innen stolz ihr Abzeichen in Gold, Silber und Bronze mit nach Hause nehmen.

Die Idee zu der Aktion kam bereits im Jahr 2020 auf. „Damals haben wir eine Alternative zu den ausgefallenen Wettkämpfen gesucht“, erinnert sich Jutta Mogk, Abteilungsleiterin Leichtathletik des TV Friedrichstein. Leider mussten die Organisatoren die Aktion auf Grund der fortwährenden Einschränkungen immer wieder verschieben. In der Zwischenzeit wurden dem Nachwuchs – man könnte sagen auf klassische Corona-Weise – Trainingspläne zur Verfügung gestellt und das Präsenztraining laufend an die Bedingungen angepasst. Doch dann folgte endlich der Aufruf zum „Tag des Mehrkampfabzeichens“ am ersten Juni-Wochenende. Mogk: „Die Resonanz war groß. Das hat uns sehr gefreut und gezeigt, dass hier Nachholbedarf besteht. Wer mag schon Training machen ohne die Aussicht, das Erlernte auch in einem Wettkampf zeigen zu können?“

Überrascht hat die hohe Nachfrage die Macherin nicht, steht Mogk doch in regem Austausch mit Kindern und Eltern. „Corona hat die Leichtathletik-Gemeinschaft zusammengeschweißt“, weiß die Nordhessin zu berichten. Viele Eltern haben der Abteilungsleiterin immer wieder zugerufen doch bitte durchzuhalten. Als Folge zählen die Vereinsvertreter bis heute deutlich mehr Eintritte als Austritte. „Teilweise melden sich ganze Familien an, worauf wir zeitweise sogar mit einem Aufnahmestopp reagieren mussten“, erzählt Mogk. „Das Training in den vorgeschriebenen Kleingruppen hätte wir ansonsten nicht organisieren können.“

Auf der Grundlage eines griffigen Hygienekonzeptes und unter der Führung des E-Kader-Trainers aus Kassel, Michael Birkelbach, starteten gemeinsam mit den heimischen Sportlern*innen auch solche aus Remsfeld und Bergheim. Sie alle absolvierten je nach Altersgruppe einen Drei-, Vier- oder Fünfkampf und alle erfüllten letztlich die Bedingungen für den Erhalt des Mehrkampfabzeichens in Gold (20x), Silber (7x) und Bronze (1x). 

Die Nachwuchsarbeit spielt traditionell eine große Rolle im Verein. Aktuell sind 80 Kila-Leichtathleten*innen und 50 Jugendliche in der U14 und älter angemeldet. Für die HLV-Aktion „Kinderleichtathletik bewegt Hessen“ , bei der man sich noch bis 30. Juni beteiligen kann, sind praktisch alle Kinder registriert. In den Sommerferien wollte Mogk eigentlich die ersten beiden Wochen das Training aussetzen, die Kinder jedoch möchten „durchmachen“. „Wir versuchen immer aktiv Angebote zu machen und dabei up to date zu bleiben“, beschreibt Jutta Mogk die Vorgehensweise der Vereinsverantwortlichen. Ganz neu ist der Instagram-Auftritt des Vereins, der als weiterer Kommunikationskanal speziell die jüngere Generation ansprechen soll.