Wilko Schinker verstorben - Trainer der TG Camberg nach tragischem Unfall aus dem Leben gerissen
  09.06.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Die hessische Leichtathletik trauert um Wilko Schinker. Der erfahrene Trainer der TG Camberg verstarb am letzten Montag völlig überraschend im Alter von nur 56 Jahren. Schinker war mit dem Fahrrad unterwegs und wurde von Passanten leblos neben seinem Gefährt aufgefunden. Er konnte zwar reanimiert werden, doch die Zeitspanne zwischen dem Unfall und der Aufnahme der Wiederbelebung war zu lang. Wilko Schinker hat sich von dem schweren Infarkt leider nicht erholt und verstarb am Abend des 1. Juni.

Die große Passion von Wilko war der Sprint, konnte er aus seiner Aktivenzeit doch eine 100-Meter-Zeit von flotten 10,73 Sekunden vorweisen. Bei der TG Camberg machte Schinker seit Anfang der 2000er Jahre als Trainer unzähligen Jungs und Mädels „flotte Beine“. Zu seiner Trainingsgruppe gehörten unter anderem Talente wie Jesko Hermann, Chantal Buschung oder Jonas Eufinger, die er behutsam und mit viel Fingerspitzengefühl bis in die nationale Spitze führte.  Mit akribischer Arbeit formte er seine Schützlinge von „Laufinteressierten“ zu guten Sprintern.  Bei Wind und Wetter stand der beliebte Coach auf der Bahn, im Wald oder in der Halle. Immer motiviert und bereit, einen Schlag mehr zu tun.

Die tiefe Bindung mit seinem Athleten und auch seinem Verein, der TG Camberg, hat ihn ausgezeichnet und geprägt. Wilko war stets daran interessiert, sich mit anderen Kollegen fachlich auszutauschen. Er hat sich stets fortgebildet und auch eng mit einigen Landestrainern zusammengearbeitet. Unzählige gute Leistungen auf Kreis-, Regional- und Hessenebene waren für Schinker Genugtuung und Ansporn zugleich, noch mehr zu erreichen. Die sich einstellenden Erfolge bei süddeutschen und deutschen Titelkämpfen gaben ihm Recht. Als Trainer ging es ihm jedoch nicht nur um die reine Platzierung. Jede Verbesserung der Leistung war für ihn ein Sieg. Auch wenn die Trainingseinheiten oft anstrengend waren und mancher Athlet am liebsten manchmal das Handtuch geworfen hätte, hat nie einer wirklich aufgegeben.

Die Leichtathletik verliert einen exzellenten Trainer, einen Motivator, einen engagierten Sportler und Menschen, der seinen Athleten auch immer Mentor, Ratgeber und ein guter Freund war. Die Beerdigung findet diesen Freitag (12. Juni) um 14.00 Uhr auf dem Friedhof in Waldems-Bernbach statt.