Lowka, Otto, Baier, Hurych und Koletzko glänzen mit neuen Hessen-Rekorden
  05.07.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Fünf Hessenrekorde innerhalb von 24 Stunden! Für dieses bisher einmalige Kunststück zeichneten  die Werfer sowie Springer am Freitag und Samstag bei diversen Meeting in nah und fern verantwortlich. Doch der Reihe nach. Eine etwas weitere Anreise hatte am Freitag ein Trio der LG Eintracht Frankfurt, das zum Wurfmeeting der Halleschen Leichtathletik Freunde in die Saale-Stadt reiste. Der Trip nach Sachsen-Anhalt lohnte sich besonders für Jana Maria Lowka (noch U23), die das Speerwerfen der Frauen mit starken 52,28 Metern gewann und damit den Hessenrekord der Juniorinnen um über einen Meter verbesserte. Die alte Marke hielt seit 2011 Sara Gambetta (ebenfalls LGEF) mit 51,17 Metern. Den richtigen Dreh im Diskusring hatte Marius Karges raus. Der U18er setzte sich mit starken 57,64 Metern sicher gegen den Lokalmatador Emmanuel Agbo-Anih (SV Halle/55,05 m) durch. Charleen Zoschke (noch U23) ließ die ein Kilogramm schwere Metallscheibe bei den Frauen auf die Siegesweite von 50,78 Metern fliegen und ist damit aktuell die beste Hessin.

Ein echter Knaller gelang Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) beim „Heimspiel“ im Helmut-Schön-Sportpark. Der amtierende deutsche Hallenmeister (U18) zauberte nach zwei ungültigen Versuchen im dritten Durchgang dann einen Top-Versuch in die Grube. Bei regulärem Wind (+ 0,4 m/sec.) flog der Bundeskaderathlet auf überragende 7,72 Meter. Damit pulverisierte der WLVler den bereits knapp elf Jahre alten Hessenrekord von Yannick Roggatz (TV Heppenheim). „Oli“ legte auf die alte Marker gleich satte 19 Zentimeter drauf und liegt damit nur fünf Zentimeter unter dem deutschen U18 Rekord. Im letzten Versuch flog Koletzko noch auf 7,75 Meter, wurde hier jedoch von einem zu starken Rückenwind (+ 2,6 m/sec.) angeschoben. Samuel Claudy (LAV Bayer Uerdingen Dormagen/U20) hatte als Gesamtzweiter (7,28 m) nie eine Chance, in die Entscheidung einzugreifen. Rang drei ging mit 6,92 Metern an den Mehrkämpfer Juan-Sebastian Kleta (TV Gelnhausen/1. Jahr U18).

Bei den weiblichen Springerinnen drückte ein Schülerin (!) dem Geschehen in der Landeshauptstadt den Stempel auf. Josephine Otto (LAV Kassel) gehört noch der Altersklasse W15 an. Die Nordhessin hatte ihren besten Versuch ebenfalls im dritten Durchgang. Beeindruckende 6,26 Meter (+ 1,8 m/sec.) wurden hier gemessen. Damit war der Gesamtsieg eingetütet und der alte Hessenrekord von Sharin Oziegbe (SSC Vellmar/6,11 Meter im Jahr 2013) nur noch Schall und Rauch. Als Zweite folgte Frauen-Siegerin Valentina Steifensand (USC Mainz/6,12 m). Dritte wurde Nicola Kondziella (TV Wattenscheid/U20) mit 6,10 Meter. Die identische Weite markierte auch Malin Stavenow (WLV/pers. Bestleistung/auch U20), die jedoch den schwächeren zweiten Versuch hatte.

Beim ersten von drei Werfertagen der LSG Goldener Grund in Niederselters waren es zwei Hammerwerfer, die für Furore sorgten. Kai Hurych (KSV Fürth) beförderte sein fünf Kilogramm schweres Sportgerät mit einem lauten Schrei auf 75,17 Meter. Damit kickte der Südhesse die bereits 26 Jahre alte Rekordmarke von Patrick Hiemer (LG Frankfurt) aus der Landes-Statistik, der in Kienbaum 73,76 Meter markiert hatte. Dass die Top-Weite von Hurych kein Eintagsfliege war, unterstrich der Bundeskaderathlet mit noch zwei weiteren Würfen klar jenseits der 70 Meter.

Für eine hessische Bestleistung in der M13 sorgte mit Max Baier ein Youngster im Trikot des TV Fränkisch-Crumbach. Der Schützling von Pit Falter warf den Hammer (3 kg) auf beeindruckende 65,62 Meter und löste damit Kai Hurych ab, der vor vier Jahren auf 62,02 Meter kam. Prominentester Gast auf der Wurfanlage im „Goldenen Grund“ war Bob Bertemes. Der Mann aus Luxemburg benötige im Kugelstoßen jedoch drei Versuche, ehe er ein wenig in Fahrt kam. Nach 19,82 Metern folgten starke 20,28 Meter, womit der bisher bei 20,04 Metern stehende Meeting-Rekord ausgelöscht war. Der WM-Teilnehmer aus dem Großherzogtum ist mit der Weite von Selters aktuell sogar einen Tick besser als David Storl (SC DhfK Leipzig), der Mitte Juni auf 20,24 Meter kam. Für weiteren internationalen Touch sorgte in der U20 noch die holländische Diskuswurf-Siegerin Alida van Daalen. Die amtierende Europameisterin von Boras/SWE (2019) ließ den Diskus in Niederselters auf hervorragende 56,13 Meter fliegen.

Ein Einladungsmeeting in Luzern war für drei Hessen ein gutes Pflaster. Joshua Abuaku (LG Eintracht Frankfurt), der Dritte der DM von Berlin, stürmte in der Schweiz über die 400 Meter Hürden in 50,24 Sekunden als Zweiter ins Ziel und musste lediglich Constantin  Preis (VfL Sindelfingen/49,49 sec.) den Vortritt lassen. Steven Müller (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) beendete die 200 Meter hinter den beiden Eidgenossen Jeff William (20,78 sec.) sowie Silvan Wicki (20,84 sec.) als Dritter (21,03 sec.). Über die auf dem europäischen Festland eher selten angebotene Meile (1609 Meter) lieferte Marc Tortell (Athletic Team Karben) als Fünfter in 4:03,10 Minuten seine schon dritte Bestzeit in diesem Jahr ab. Das Rennen im Stadion Hubelmatt gewann der Schweizer Jonas Raes in 3:58,83 Minuten.