Luke Campbell verpasst das Finale um eine Hundertstel
  07.08.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Dramatik am Dienstagabend in den drei Halbfinal-Läufen über 400 Meter Hürden: Der deutsche Meister Luke Campbell von der LG Eintracht Frankfurt verpasste den EM-Endlauf um den Wimpernschlag von nur einer Hundertstel! Die zwei Besten der drei Halbfinal-Rennen waren automatisch mit einem großen „Q“ qualifiziert, dann folgten zwei Zeitschnellste, die in der Ergebnisliste mit einem kleinen „q“ markiert wurden. Und dieser Buchstabe stand hinter Timofey Chalyy (48,89 Sekunden/Autorisierte Neutrale Athleten) sowie dem Spanier Sergio Fernandez (49,19). Mit diesen Zeiten wurden sie Dritte und Vierte im zweiten Halbfinale. Die Zeit von Campbell als Dritter des ersten Laufs: 49,20 Sekunden, nur sechs Hundertstel über seiner persönlichen Bestzeit.

Das Ausscheiden war doppelt bitter für den 23-Jährigen aus der Trainingsgruppe von Volker Beck. Denn Campbell hatte ein mutiges Rennen gezeigt, der Rhythmus stimmte, eingangs der Zielgeraden sah es so aus, als könnte er sogar Rang zwei erreichen. Doch hinter Weltmeister Karsten Warholm (48,67/Norwegen) schob sich letztlich noch der Pole Patryk Dobek (48,75).

Das Statement des Wahl-Frankfurters bei leichtathletik.de: "Es war schon ein geiles Gefühl, in so einem riesigen Stadion zum ersten Mal im Nationaltrikot zu starten. Es war ein tolles Gefühl. Das Publikum hat mich gepusht, da kann man härter arbeiten. Ich bin nur knapp an meiner Bestleistung und dem Finale vorbeigelaufen. Darüber bin ich schon enttäuscht, aber so ist das."

Am zweiten EM-Tag befand sich der hessische 100-Meter-Rekordhalter Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar/10,22) in der Kaiserslauterer Lutrina-Klink und wurde an beiden Leisten operiert. Der 28-Jährige hatte bereits seit einigen Wochen Beschwerden in der unteren Bauchmuskulatur und am Schambein, diagnostiziert wurde schließlich eine weiche Leiste, die auch Sportlerleiste genannt wird. „Michael hat den Eingriff gut überstanden und wird noch zwei Tage im Krankenhaus bleiben“, berichtete HLV-Cheftrainer Kurzsprint David Corell. Operiert wurde Pohl von dem renommierten Spezialisten Dr. Sascha J. Hopp. Seine EM-Teilnahme mit der 4x100-Meter-Staffel hatte der schnellste hessische Sprinter in der vergangenen Woche abgesagt.