Marius Karges ist der „Herr im Ring“ und holt mit dem Diskus die einzige Goldmedaille für das deutsche Team bei der U20 WM (Tag 6)
  07.08.2022 •     HLV , Leistungssport


Hawa Jalloh beendet die 100 Meter Hürden als Fünfte

Furioses Finale bei den Leichtathletik Weltmeisterschaften in Cali. Mit Marius Karges war es ein Hesse, der die einzige Goldmedaille für das deutsche Team holte. Auch schweißtreibende Temperaturen von nur knapp unterhalb der 30-Grad-Marke brachten den Diskus-Spezialisten im Trikot von Eintracht Frankfurt nicht aus dem Konzept.
Als die zwölf besten Werfer das Finale eröffneten, war es zuerst DLV-Kollege Mika Sosna (TSG Bergedorf), der gleich mit seinem ersten Wurf auf 63,88 Meter die Führung übernahm. Karges stieg mit 61,03 Meter in den Wettkampf ein, markierte dann 60,88 Meter und verbesserte sich mit  seinem dritten Wurf auf 62,84 Meter. Im vierten Durchgang löste der Eintrachtler dann mit 63,91 Metern Sosna von der Führungsposition ab. Es folgte 62,07 Meter, ehe es Karges mit seinem letzten Versuch auf 65,55 Meter nochmals krachen ließ. Eine tolle Serie mit gleich sechs gültigen Versuchen, die alle erst jenseits der 60 Meter auf dem Rasen aufschlugen.
Sosna, der als Führender der Weltbestenliste mit 71,37 Meter angereist war, musste mit seinem Versuch aus dem ersten Durchgang zufrieden sein. Alle anderen Würfe des Hamburger waren nämlich ungültig. Doch die 63,88 Meter sollten letztendlich für „Silber“ und den deutschen Doppel-Sieg ausreichen. „Das Ziel war, dass wir beide das Ding nach Hause bringen, aber das ich dann derjenige bin, der ganz oben steht, hätte ich ehrlicherweise nicht gedacht“, zeigte sich der 19-Jährige Frankfurter doch ein wenig überrascht.


Letztes Jahr bei der U20 EM in Tallinn wurde Hawa Jalloh Siebte. Jetzt tritt die Hürdensprinterin vom Wiesbadener LV als WM-Fünfte die Heimreise an. Finalteilnahme lautete das Ziel, das die deutsche Jugend-Meisterin der beiden letzten Jahre in der DLV-Teambroschüre formuliert hatte. Das gelang auch problemlos. Am Ende hätte Hawa ihre Bestzeit von 13,23 Sekunden gerne noch etwas weiter nach unten gedrückt. Nach dem Finale von Cali leuchteten nun 13,36 Sekunden auf der Anzeigetafel auf. Der Kampf um die inoffizielle „Krone“ in Europa ging nach Ungarn. Anna Toth sicherte sich mit der neuen Landesrekordzeit von 13,00 Sekunden die Bronzemedaille. Beim Kampf ums den WM-Titel gab es an der Spitze, wie schon in den Halbfinals, eine beeindruckende Jamaika-Show. Kerrica Hill überragte mit dem neuen „Championship-Record“ von 12,77 Sekunden. Ihre Landsfrau Alexis James holte sich mit der neuen „PB“ von 12,87 Sekunden die Silbermedaille.
„Wenn ich ehrlich bin, bin ich nicht zufrieden. Ich habe zu sehr an die erste Hürde gedacht und zu wenig Druck hinbekommen. Die Medaille wäre ein Traum gewesen, aber es war auch nicht so, dass ich hier angereist bin und mir gesagt habe, ich muss eine gewinnen. Trotzdem wäre ich heute gerne besser gelaufen“, fasst die Wiesbadenerin das Finale zusammen.