Top-Resultate bei den Mehrkampfmeisterschaften in Darmstadt
  14.05.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Sagen wir es einmal so: Es gab schon hessische Mehrkampfmeisterschaften, die aus leistungssportlicher Sicht weitaus weniger auffällig waren. Oder, anders herum: So gut wie am vergangenen Wochenende im Darmstädter Stadion Bürgerpark Nord haben sich die hessischen Mehrkämpferinnen und Mehrkämpfer noch selten präsentiert. Natürlich der 22-jährige Dennis Hutterer vom ASC Darmstadt, der sich von 7.760 Punkten auf 8.032 Punkte steigerte; natürlich Jenna Fee Feyerabend (TV Groß-Gerau), die den U18-Titel mit 5.665 Punkten gewann und damit ebenso ein überragendes Resultat erreichte wie die Zweitplatzierte Lara Kohlenbach (Königsteiner LV/5.512 Punkte). Dass Lilly Urban (LG Eintracht Frankfurt) Vierte wurde mit 4.484 Punkten, wäre in diesem Kontext kaum der Rede wert - hätte die junge Hessin im Speerwurf nicht die Norm für die U18-EM erfüllt. Und zwar mit 50,25 Metern, nur knapp einen Meter unter der zwei Jahre alten alten hessischen Bestleistung von Carolin Friedrich (LAV Kassel/51,11).

Zu den national bedeutsamen Leistungen gehörten auch die Vier- und Siebenkampf-Punkte von Hawa Jalloh (Wiesbadener LV) in der W15 - 2.267 und 3.946 Punkte sind sehr bemerkenswerte Resultate. Ebenso die 5.148-Neunkampf-Punkte des M15-Meisters Oliver Koletzko (TSG Wehrheim). Eine weiterhin positive Leistungsentwicklung hat auch Felix Bornhofen (ASC Darmstadt) genommen. Der U20-Meister sammelte im Zehnkampf 6.519 Punkte. Dass bei der TSG Wehrheim einiges in Bewegung ist, übrigens auch in der Vor-Ort-Unterstützung in Darmstadt, verdeutlichen die U18-Titel von Jeremy McQueen im Fünf- und Zehnkampf. Seine Punkte:  3.291 und 6.468.

Hutterer, der vom HLV-Landestrainer Stabhochsprung Reiner Liese betreut wird, ist damit nach Tim Nowak (SSV Ulm/8.037 Punkte) der zweite deutsche Zehnkämpfer in diesem Jahr, der die EM-Norm für Berlin (8.000 Punkte) erfüllt hat. Nowaks Leistung zählt aber als Limit-Erfüllung, da er seine Leistung in der Vorwoche bei dem offiziellen Normwettkampf in Halle (Saale) erreicht hat. „Das ist ein überragendes Ergebnis von Dennis. Und wer weiß, was es im Saisonverlauf noch wert sein kann“, sagt der hessische Mehrkampf-Landestrainer Philipp Schlesinger. Hutterer stellte drei persönliche Einzel-Bestleistungen auf, im Weitsprung (7,27 Meter), über 110 Meter Hürden (15,10 Sekunden) und im Stabhochsprung (4,90 Meter). Gewohnt stark präsentierte sich der Linkshänder im Hochsprung (2,08 Meter) sowie im Diskuswerfen (48,41 Meter).

Jenna Fee Feyerabend zeigte einen Siebenkampf auf durchgängig sehr hohem Niveau, dürfte ihre Chance auf die Teilnahme an der U18-EM aber weiterhin im Hochsprung suchen. Deshalb spielte es für sie keine gewichtige Rolle, dass sie deutlich über der EM-Norm lag (5.300 Punkte), in Darmstadt aber der nationale Siebenkampf (mit 100 Metern) und nicht die normrelevante internationale Variante mit 200 Metern absolviert wurde. Die einzige EM-Qualifikation findet am 2./3. Juni in Bernhausen statt. Dann wird sich entscheiden, ob Lara Kohlenbach bei den Europameisterschaften dabei ist. Die Königsteinerin spielte in Darmstadt ihre Stärken im Sprint und im Weitsprung (5,98 Meter) aus, das Kugelstoßen (11,42 Meter) war bei insgesamt sechs Einzelbestleistungen ihre schwächste Disziplin.

Doch wo viel Licht ist, gibt es zumeist auch ein wenig Schatten. Dass der Speerwurf der weiblichen U18-Jugend - aus unterschiedlichen Gründen - auf dem holprigen Nebenplatz stattfinden musste, sorgte für reichlich Unmut. Auch bei den Verantwortlichen im HLV-Leistungssport. „Das war leider ein No-Go und es tut uns leid, dass wir als Verband keine bessere Lösung finden konnten“, sagt Schlesinger. Zu den Ergebnissen