DM in Pliezhausen: Oed läuft zum Titel, Hild holt Bronze
  13.05.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Die letzten 800 Meter in 2:24 Minuten waren der Garant dafür, dass Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften in Pliezhausen ihrer Favoritenrolle über 5.000 Meter der U20 gerecht wurde und nach dem Crosslauf nun Titel Nummer zwei der Saison holte. Die Hindernis- und Berglauf-Europameisterin des Vorjahres lief mit 16:29,67 Minuten wiederum nur knapp an der U20-WM-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV/16:26,00) sowie am Hessenrekord von Sarah Kistner (16:26,17) vorbei.

Bereits nach der 1.000-Meter-Zwischenzeit von 3:27 Minuten schien das Norm- und Rekordthema abgehakt, weil sich die Topläuferinnen Oed und Josina Papenfuß (TSG Westerstede) zunächst belauerten. Dann ließ die SSC-Athletin einen 3:14er-Abschnitt auf 6:41 Minuten folgen, doch so recht wohl fühlte sie sich mental nicht. „Josina klebte an meinen Fersen, es war doch ein bisschen Wind auf der Gegengeraden, und ich wollte vermeiden, dass ich zu viel Kraft lasse. Denn mit einem harten Endspurt habe ich auf jeden Fall gerechnet“, erklärte Lisa Oed ihr „Durchwinken“ an Papenfuß, die nach der Streckenhälfte bis zur 4.000-Meter-Marke (13:23 Minuten) die Führung übernahm. Als Oed dann den entscheidenden Angriff startete, konnte die Konkurrentin nur kurzzeitig folgen und belegte schließlich mit 16:40,98 Minuten Rang zwei. Deutlich dahinter kam Annasophie Drees (VfL Löningen) nach 17:29,15 Minuten ein.

Kampfstark präsentierte sich im 10.000-Meter-Lauf der Cross-Vizemeister Julius Hild. 31:37,88 Minuten bedeuteten nach 25-Stadionrunden bei immer besser werdenden äußeren Bedingungen eine neue persönliche Bestzeit und die Bronzemedaille für den SSC-Jugendlichen hinter dem überragenden Elias Schreml (LGO Dortmund/30:38,73) und Malte Propp (TC Fiko Rostock/30:59,45).

Ein großes Fragezeichen hinterließ Homiyu Tesfaye bei seinem Auftritt. Der als Top-Favorit gehandelte Athlet der LG Eintracht Frankfurt legte nach 1.000 Metern (3:05 Minuten) eine deutliche Temposteigerung (5:50 Minuten/2.000 Meter) und die sichere Führung hin, ging jedoch aus dieser Position heraus nach knapp vier Kilometern von der Bahn. „Die Stimmung im Stadion war super, aber ich habe mir die EM-Norm nicht mehr zugetraut“, kommentierte der 24-Jährige seinen Ausstieg, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch auf Kurs für 28:45 Minuten war. „Ich werde jetzt in Oslo noch einmal versuchen, die Norm anzugehen“, wird er von leichtathletik.de  zitiert. So war Kilian Schreiner (ASC Breidenbach/31:29,55) auf Rang zwölf bester Hesse.

Bei den Frauen verfehlte Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt) mit 36:44,08 Minuten als Neunte knapp die Urkundenränge.

Bereits zur Mittagszeit stellten sich die Senioren bei  sommerlicher Wärme den 25 Stadionrunden. Aus hessischer Sicht am erfolgreichsten waren W45-Siegerin Vera Martens (TV Waldstraße Wiesbaden/41:57,15), W65-Siegerin Margret Göttnauer (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain) in 47:21,66 Minuten sowie die mit Silber ausgezeichneten Conny Wagener (W60/44:12,43), Claudia Göbel (W50/47:36,42/beide LC Eschenburg) und Kerstin Stephan (LC Olympia Wiesbaden/W40/38:03,02). Die Männer hatten in Marc Feussner (ASC Breidenbach/35:13,59 Minuten/3. M35) sowie dem M55-Zweiten Hakim Ouahioune (LG Wettenberg/36:16,63 Minuten und dessen Verfolger Stefan Schütz (DSW Darmstadt/37:11,39 ihre Besten.