Sophia Volkmer knackt 42 Jahre alten Hessenrekord
  20.05.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Der Rückblick auf das vergangene Wochenende beginnt natürlich mit der absoluten Topleistung aus hessischer Sicht: Sophia Volkmer vom TV Wetzlar lief bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe die 800 Meter in 2:04,33 Minuten. Lassen wir diese Ziffern und Zeichen erstmal so stehen und nachwirken. 2:04,33. Damit stellte die 17-Jährige einen Hessenrekord für die Altersklasse U18 auf - dazu später mehr -, und erfüllte die Norm für das Europäische Olympische Jugendfestival (EYOF) in Baku (Aserbaidschan/21. bis 27. Juli). Hierfür hätten 2:08,50 Minuten ausgereicht. Und noch eine Norm, jene für die U20-EM in Boras (Schweden/18. bis 21. Juli). Hier sind 2:06,75 Minuten gefordert. Was auch nicht unterschlagen werden sollte: Schneller als Sophia Volkmer war in den 2.000er Jahren noch keine deutsche U18-Läuferin.

Die junge Hessin pulverisierte im Carl-Kaufmann-Stadion (der Namensgeber gewann bei den Olympischen Spielen 1960 über 400 Meter in Weltrekordzeit von 44,9 Sekunden die Silbermedaille) den ältesten U18-Hessenrekord. Anfang August 1977 war Birgit Friedmann aus Königstein 2:05,90 Minuten gelaufen. In Hamburg, im Trikot von Eintracht Frankfurt. Friedmann wurde drei Jahre später als erste Weltmeisterin in der Geschichte der Leichtathletik gefeiert. Sie triumphierte im niederländischen Sittard über 3.000 Meter in 8:48,1 Minuten. Beinahe vergessen: Sophia Volkmer hatte zuvor eine persönliche Bestzeit von 2:06,92 Minuten (2018). Vor der U18-EM-Fünften und Vierten der Olympischen Jugendspiele des Vorjahres scheint eine weitere sehr erfolgreiche Saison zu liegen.

In Karlsruhe machte auch Oskar Schwarzer (TV Groß-Gerau/U23) mit einer persönlichen Bestzeit über 800 Meter (1:49,20 Minuten) auf sich aufmerksam, Ilyas Osman (TV Waldstraße Wiesbaden/U23) lief die 5.000 Meter in herausragenden 13:46,99 Minuten - ebenfalls Hausrekord.

Die zweite EYOF-Normerfüllung ging auf das Konto von Sarah Vogel. Die U18-Stabhochspringerin von der LG Seligenstadt überquerte in Leverkusen 3,90 Meter, stellte damit ihre persönliche Bestleistung ein und übertraf das Baku-Limit um zehn Zentimeter.

Womit wir bei der dritten EYOF-Normerfüllung wären. Beim Hochsprung-Meeting des TV Okriftel wuchs Maike Schuster (LAV Kassel) über sich hinaus und verbesserte sich von 1,73 Meter auf 1,82 Meter. Sechs Zentimeter mehr als nötig gewesen wären für Baku. In der ewigen hessischen U18-Bestenliste nimmt die Nordhessin nun den fünften Platz ein.

Apropos: Weit nach vorne geschoben hat sich auch Hammerwerferin Jette Priedemuth (Königsteiner LV) in Niederselters mit ihrer persönlichen Bestleistung von 57,35 Metern - in der U18-DLV-Bestenliste auf Rang vier, in der ewigen hessischen U18-Bestenliste auf Rang drei. Die DM-Norm auf den Zentimeter erreichte Lena Bürkle (LG Eintracht Frankfurt) mit 47 Metern (p.B.), noch ein Stückchen weiter ging es für Katharina Hoja (LG Seligenstadt/47,45).