Vanessa Grimm und Jenna Fee Feyerabend lösen EM-Tickets
  04.06.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport , HLV


Die kleine schwäbische Gemeinde Bernhausen war am Wochenende Treffpunkt der Mehrkampf-Elite, ging es in der Nähe von Stuttgart für die U23 sowie die jüngeren Nachwuchsklassen U20 bzw. U18 doch um die Tickets zu den Europameisterschaften in Gävle (SWE), Boras (SWE) und dem Europäischen Olympischen Jugendfestival „EYOF“ in Baku (AZB).

Einen Start-Ziel-Sieg konnte bei der U23 Vanessa Grimm bejubeln. Die Athletin im Trikot des Königsteiner LV lag bereits nach dem ersten Tag in Führung und gab diese Position dann auch nicht mehr ab. Am Ende konnten für die angehende Polizei-Kommissarin starke 5929 Punkte notiert werden, was gleichzeitig eine neue Bestmarke war. Mit 14,23 Sekunden über die Hürden und 1,70 Metern beim Hochsprung kam Grimm schwer in den Wettkampf rein und verschenkte hier ein paar Zähler. Das kleine Tief war nach den 13,43 Metern mit der Kugel aber überwunden und eine satte Steigerung über die 200 Meter auf 24,43 Sekunden (zuvor 24,71 Sekunden) zum Ende des ersten Tages waren eine sehr starke Leistung. Eine weitere persönliche Bestmarke von 6,08 Meter im Weitsprung zu Beginn der „zweiten Halbzeit“ gaben zusätzliche Sicherheit. Beim Speerwerfen fehlten mit 42,44 Metern nur drei Zentimeter zu einer weiten „PB“zwei. Die gab es dann mit 2:18,49 Minuten über die abschließenden 800 Meter. „Ich bin über das EM-Ticket einfach nur glücklich. In Gävle soll es nun nach Möglichkeit in Richtung 6000 Punkte gehen“ verriet die 22-jährige Siebenkämpferin. Maira Gauges (LG Eintracht Frankfurt) beendete den U23-Wettkampf auf Rang vier (4886 Pkt.).


Bei den Junioren lag Andreas Bechmann (LG Eintracht Frankfurt) am Ende von Tag eins auf Kurs „8000-Punkte“. Der Fünfte der Hallen-EM von Glasgow hatte bis dahin richtig Druck gemacht und 10,88 Sekunden (100 Meter), 7,31 Meter (Weitsprung), 14,37 Meter (Kugel), 2,00 Meter (Hochsprung) sowie 48,40 Sekunden (400 Meter) in die Wertung eingebracht. Nach den 110 Meter Hürden (15,36 Sekunden) entschied sich der 19-jährige Student dann nach Rücksprache mit seinem Trainer Jürgen Sammert und dem medizinischen Team zum Ausstieg. Erneute Probleme im Bereich des Schambeins verhinderten eine Fortsetzung des Zehnkampfes. „Es bringt nichts, auf Biegen und Brechen weiterzumachen. Hier ist die mittelfristige Perspektive wichtiger als der kurzfristige Erfolg“, so Bechmann gegenüber dem Online-Portal Leichtathletik.de. Wenn die Genesung problemlos verläuft möchte der Eintrachlter eventuell beim Thorpe-Cup noch einmal die 8000er Marke in Angriff nehmen.
Im Bereich der U20 hatte Jeremy McQueen (TSG Wehrheim) ein starken ersten Tag. Ein „Hänger“ an der siebten Hürde sowie Probleme beim Stabhochsprung machten dann aber eine eventuelle Platzierung unter den Top-Ten unmöglich. Platz 16 und 6394 Punkte sicherten aber das DM Ticket für Ulm.


Die EM-Norm für Boras (U20) hatte eigentlich Lara Kohlenbach (Königsteiner LV) im Visier. Nach den ersten vier Disziplinen war jedoch klar, dass es mit dem Vorhaben EM-Qualifikation schwierig wird. Soliden 1,67 Metern im Hochsprung und 10,81 Metern mit der Kugel standen steigerungsfähige 15,44 Sekunden (100 Meter Hürden) sowie zu langsame 25,63 Sekunden über 200 Meter gegenüber. Somit fehlten in der Zwischenrechnung rund 70 Punkte zum Marschplan. Im Weitsprung wäre ein Wert im Bereich von sechs Metern nötig gewesen, um nochmals „ins Geschäft“ zu kommen. Ein Satz auf 5,74 Meter war zwar gut, reichte dann aber nicht aus. Am Ende wurden für die Teilnehmerin an der letztjährigen U18 EM von Györ 5144 Punkte und Rang acht notiert. „Für mich kam der Siebenkampf etwas zu früh“, verrät die Kaderathletin, deren Start in Bernhausen zudem noch genau zwischen zwei mündlichen Abiturprüfungen lag. Nächste Ziele sind nun die Siebenkampf-DM und im „Einzel“ die Hürden sowie der Weitsprung.


Eine spannende Angelegenheit war der Siebenkampf in der U18. Jenna Fee Feyerabend (TV Groß-Gerau) zog ihren Wettkampf souverän durch und hatte hier am Ende starke 5609 Punkte angesammelt, die sich aus 14,22 Sekunden (100 m Hürden), 1,73 Meter (Hochsprung), 14,58 Meter (Kugel), 26,14 Sekunden (200 Meter), 5,49 Meter (Weitsprung), 39,83 Meter (Speer) sowie 2:22,33 Minuten (800 Meter) zusammensetzten. Die Entscheidung um das einzige Ticket für Baku fiel erst in der letzten Disziplin. Marie Dehning (noch 2003) von der LG Celle Land lief die 800 Meter von er Spitze weg mit starken 2:18,91 Minuten ins Ziel. In ihrem Schlepptau Jenna Fee, der  2:22,33 Minuten reichten, die Niedersächsin auf Distanz zu halten. Bärenstark auch der Auftritt von Hawa Jallow (Wiesbadener LV/ebenfalls noch 2003), die als Dritte mit 5390 Zählern auch noch über der geforderten Marke für Baku blieb. Erwähnenswert sind hier besonders 14,08 Sekunden über die Hürden. Der LAV Kassel war in diesem Wettbewerb mit Lilly Müller (6.), Maike Schuster (7.) und Elena Pflüger (10.) präsent.   

Jan Volkmar (Eschweger TSV) zeigte bei den Jungs der U18 als Fünfter mit 6262 Punkten einen soliden Zehnkampf und hakte die DM-Norm sicher ab.