Maryse Luzolo und Gianluca Puglisi (beide Königsteiner LV) müssen ihre DM-Starts in Berlin absagen
  03.08.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Stabhochspringer Gordon Porsch glänzt bei DM-Generalprobe mit einer neuen Freiluft-Bestmarke - 5,61 m

Es ist angerichtet. Im Berliner Olympiastadion beginnen heute (3./4. August) die 119. deutschen Leichtathletik Meisterschaften (Männer/Frauen). Gute Chancen auf ein Top-Platzierung hat Gordon Porsch (LG OVAG Friedberg Fauerbach). Der Stabhochspringer aus Neu-Anspach absolvierte in Mannheim einen kurzfristig angesetzten finalen DM-Test, der sich allemal sehen lassen konnte. Das Resultat von 5,61 Meter ist Spitzenklasse - bedeutet es doch eine neue Freiluftbestmarke. Die identische Höhe hatte Porsch im Februar 2018 auch schon einmal in der Halle (Sindelfingen) gemeistert. Mit der Bestmarke von Mannheim rückt der Lehramtsstudent in der aktuellen deutschen Jahresbestenliste auf den vierten Rang und hat nun nur noch Torben Blech (TSV Bayer 04 Leverkusen), Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken/beide 5,80 m) und Bo Kanda Lita Baehre (ebenfalls Leverkusen/5,72 m) vor sich, die sich jedoch alle in höhenmäßig anderen Spähren bewegen. Das Top-Trio ist auch am Sonntag komplett in Berlin am Start. Da die Stabartisten ja gerne bei ihren Einstiegshöhen ein wenig pokern und im Laufe des Wettkampfes auch einmal eine Höhe auslassen, werden bei der Medaillenvergabe die Karten neu gemischt. Man darf gespannt sein, was am Ende des Tages bei Gordon Porsch dann „auf dem Zettel“ steht. 

Einfach nur „weit“ springen wollte Maryse Luzolo sein. Die Athletin in den Farben des Königsteiner LV plante nach rund zweijähriger Zwangspause wegen einer schweren Knieverletzung mit anschließender Reha ihr Comeback auf der nationalen LA-Bühne. Letzten Monat sprang die Bundeskaderathletin bei einem Test in Alsheim starke 6,24 Meter. Das reichte jedoch nicht für die DM-Norm. Dem Antrag ihres Vereins auf ein Sonderstartrecht in Berlin wurde vom Verband entsprochen. Jetzt musste die Biologiestudentin nach Absprache mit ihrem Physiotherapeuten und Trainer Jürgen Sammert den DM-Start kurzfristig absagen. Muskuläre Probleme im Oberschenkel machten der Weitspringerin einen Strich durch die Rechnung. „Ich bin nicht verletzt. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Nach meiner langen Zwangspause möchte ich einfach kein Risiko eingehen, auch wenn mir der DM-Verzicht wirklich schwerfällt. Es wäre wirklich toll gewesen, im Olympiastadion zu springen. Wir werden uns in den nächsten Wochen auf jeden Fall aber noch ein, zwei Meetings aussuchen, bei denen ich mein Können unter Beweis stellen kann“, so die enttäuschte KLV-Athletin. 

Am Tag zuvor musste auch schon Luzolos Vereins- und Trainingskollege Gianluca Puglisi das Vorhaben DM-Start absagen. Puglisi, der mit 7,76 Metern auf Position fünf der Meldestatistik geführt wurde, war ein klarer Kandidat für den Endkampf. Er kann nicht im Olympiastadion seine Spikes schnüren, nachdem sich der Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber leider endgültig bestätigte.