Alder-Baerens gewinnt WM-Silber, Fischer Bronze
  09.09.2018 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Die herbstliche Straßenlauf-Saison geht mit zwei Erfolgen für hessische Athletinnen und Athleten weiter: Bei der 100-Kilometer-Weltmeisterschaft in Sveti Martin na Muri (Kroatien) gewann Nele Alder-Baerens (Ultra Sport Club Marburg) die Silbermedaille in 7:22:41 Stunden, Karsten Fischer (SSC Hanau-Rodenbach) holte mit dem deutschen Team die Bronzemedaille.

Die 40-jährige Wahl-Marburgerin musste sich auf dem 7,5 Kilometer langen Rundkurs nur der Tschechin Nikolina Šustić (7:20:34) geschlagen geben. Ihre Zeit bedeutete zugleich einen neuen Gehörlosen-Weltrekord - die in Berlin wohnhafte promovierte Biophysikerin ist seit ihrem 13. Lebensjahr vollständig taub.

„Bei Kilometer 77,5 sah es sogar so aus, als könne Nele auf den nächsten Kilometern in Führung gehen", bewertete Norbert Madry, Ultramarathon-Berater im Deutschen Leichtathletik-Verband, das Rennen. Aufgrund der Hitze habe es letztlich nicht zum Titel gereicht. Bronze ging mit einer Zeit von 7:39:07 Stunden an die Japanerin Mai Fujisawa. Nele Alder-Baerens untermauerte damit ihre Stellung als beste deutsche Ultraläuferin. Vor zwei Jahren hatte sie bei der 50-Kilometer-WM ebenfalls die Silbermedaille gewonnen.

Karsten Fischer benötigte 7:08:08 Stunden und erreichte in der Einzelwertung den 23. Platz. Die DLV-Mannschaft wurde angeführt vom deutschen Meister Alexander Dautel (LG Nord Berlin/6:52:57/Platz 12), als 17. erreichte André Collet (7:01:01/Aachener TG) das Ziel. Der 34-jährige Fischer hatte vor zwei Jahren bei der 100-Kilometer-WM in Spanien mit dem 22. Platz (6:54:52) sein bestes Karriereergebnis erzielt, nach der Halbmarathon-DM 2017 bremsten ihn jedoch Fußprobleme lange Zeit aus.

Der ehemalige Radrennfahrer hatte sich zu Beginn seiner Laufkarriere über 10 Kilometer von Zeiten um 36 Minuten um drei Minuten verbessert, sein Ausdauertalent führte ihn schließlich über den Gewinn des Hunsrück-Marathons und den zweiten Platz bei den 100 Kilometern von Biel (2016) in die deutsche Nationalmannschaft.

„Die Strecke in Kroatien war sehr anspruchsvoll, die letzten 35 Kilometer waren eine regelrechte Hitzeschlacht“, sagte Fischer in einer ersten Reaktion. Für sein Comeback auf der 100-Kilometer-Distanz hatte er sich konsequent vorbereitet, nur trainiert und keine Wettkämpfe absolviert. Fischer ist vor einigen Monaten von Großkrotzenburg (Main-Kinzig-Kreis) nach Mainz umgezogen.

Bis etwa Kilometer 55 lief auch für Antje Krause vom Ultra Sport Club Marburg alles nach Plan. Sie war angesichts der welligen Strecke defensiv angelaufen. Aber mit der einsetzenden Hitze bei hoher Luftfeuchtigkeit bekam sie trotz intensiver Kühlung massive Probleme. Der Magen spielte nicht mit, konnte die Nahrung nicht mehr richtig aufnehmen. Letztlich ging es für die Marburgerin nur noch darum, das Rennen anständig zu beenden, was ihr nach 9:48:44 Stunden auch gelang. Es war ein versöhnlicher Abschluss für die 46-Jährige in ihrem womöglich letzten WM-Rennen in dieser Disziplin.