6.426 Punkte: Carolin Schäfer Vierte in Götzis
  26.05.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Zwölf Monate nach ihrem vorzeitigen Ausstieg hat Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt) beim Mehrkampf-Meeting in Götzis die Nerven behalten und mit 6.426 Punkten die WM- und Olympianorm (6.300 Punkte) frühzeitig abgehakt. Zu einer Zitterpartie für die Vizeweltmeisterin und EM-Dritte geriet wieder einmal das Kugelstoßen. Nur der dritte und letzte Versuch war gültig und wurde mit 13,45 Metern vermessen. Punkte liegen ließ die 27-Jährige auch im Hoch- (1,77 Meter) und im Weitsprung (6,09 Meter). Den Wettkampf gewann die Britin Katarina Johnson-Thompson (6.813) vor Laura Ikauniece-Admidina aus Lettland (6.476) und Xenia Krizsan (Ungarn/6.469).

Begonnen hatte Carolin Schäfer die Konkurrenz mit starken 13,24 Sekunden über 100 Meter Hürden, es folgte der erwähnte Rückschlag im Hochsprung, im Kugelstoßen fehlte mit der neuen Drehstoßtechnik noch die Sicherheit, über 200 Meter (24,03 Sekunden) letztlich die Substanz. Und so wurde es auch am zweiten Tag „ein Wettkampf zum Durchbeißen“, wie es die Nordhessen formulierte. Mit dem mittelmäßigen Resultat im Weitsprung, aber einem starken Speerwurf (51,07 Meter) und flotten 2:14,25 Minuten über 800 Meter.

Carolin Schäfer auf leichtathletik.de: „Das war ein hartes Stück Arbeit! Aber jetzt habe ich die WM-Norm und sogar die Olympia-Norm! Die zwei Tage hier haben mir sehr viel abverlangt, im Endeffekt bin ich jetzt richtig stolz, dass ich durchgezogen und mich nicht unterkriegen lassen habe. Die 800 Meter am Ende haben mich überrascht, Platz vier ist auch versöhnlich. Das Schwierigste war für mich die 200 Meter, da habe ich die Wehwehchen aus der Vorbereitung zu spüren bekommen. Auch die 6,09 Meter im Weitsprung waren nicht einfach. Im Speerwurf musste ich dann im dritten Versuch mein Kämpferherz auspacken, um mir über 800 Meter noch alle Chancen zu bewahren. Wie es jetzt weitergeht, entscheiden wir in den kommenden Wochen. Zumindest stehen erst einmal alle Türen offen. Es war schwierig für mich, so früh in der Saison abliefern zu müssen. Ich hätte auch alles auf Ratingen setzen können - aber was mache ich, wenn ich in vier Wochen krank werde? Doha ist für mich schon eine Motivation in diesem Jahr, aber im Hinterkopf habe ich schon Tokio. Darauf ist vieles ausgerichtet.“