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Zu- und Abgänge in der hessischen Leichtathletik


(Foto: Benjamin Heller)

Dann zählen wir mal durch: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf, dreizehn, vierzehn, fünfzehn, sechzehn, siebzehn - das ist die Gesamtzahl der Neuzugänge beim Sprintteam Wetzlar bis zum 30. November 2017. Die Geschäftigkeit des Vorstandsmitglieds Sven Lindemann, zugleich Vizepräsident Marketing/Event des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV), war in den vergangenen Wochen in der Szene das beherrschende Thema; wobei die geäußerten Meinungen nicht immer druckreif gewesen sind und eher selten den versöhnlichen Tenor hatten: Wer etwas bewegen möchte, muss Kollateralfriktionen aushalten können. Was beim Aufbau des Projekts Sprintteam Wetzlar, auch aufgrund der Mitwirkung des HLV-Cheftrainers Kurzsprint, David Corell, der Fall ist. In der Summe wurden Aufgeregtheiten befördert, die bemerkenswert waren. Nun hat sich das Sprintteam Wetzlar vom Stigma des „Ein-Frau-Vereins“, der im Vorjahr für die Olympiavierte Lisa Mayer (vorher LG Langgöns-Oberkleen/11,14 und 22,64 Sekunden) gegründet wurde, gelöst und ist zum hessischen Sprintklub Nummer eins geworden.

Neu sind Michael Pohl, Florian Daum, Nils Keßler, Jennifer Zuban, Lukas Sandmann, Steffen Schattner, Mario Vogel, Ansgar Wachenfeld, Jeanne Lea Mbiena Yombeck (zuvor alle Wiesbadener LV), Kevin Kranz und Jim Patrick Junker (beide LG Eintracht Frankfurt), Mustafa Al Muhsin (TG Hanau), Elias Göhr (TSG Gießen-Wieseck), Johanna Berrens (Königsteiner LV), Jannik Schmelz (TV Burgsolms) und Dominik von Hertlein (HTG Bad Homburg). Vom TSV Gomaringen im Landkreis Tübingen stößt Denise Uphoff, Dritte der deutschen U18-Bestenliste über 100 und 200 Meter, zum Sprintteam Wetzlar.

Was sich ansonsten getan hat in der Wechselphase? Unter dem Strich bewertet, die nationale Relevanz als Maßstab genommen, nicht viel. Anders gesagt: Selten ist es so ruhig gewesen. Von anderen Landesverbänden in Richtung Hessen hat sich nämlich kaum etwas getan. Was es hingegen zu vermelden gibt, sind zwei namhafte Abgänge. So startet Laura Hottenrott künftig nicht mehr für den GSV Eintracht Baunatal, sondern für den TV Wattenscheid. Die 25-jährige Studentin an der Deutschen Sporthochschule Köln hatte Ende Oktober in Frankfurt bei ihrem Marathondebüt eine Zeit von 2:34:41 Stunden erreicht und möchte sich im Frühjahr über die längste olympische Laufstrecke für die EM in Berlin qualifizieren.


Carolin Paesler wechselt nach Leverkusen (Foto: Jens Priedemuth)

Die LG Eintracht Frankfurt verliert sogar eine deutsche Meisterin: Hammerwerferin Carolin Paesler, 26 Jahre alt, hat sich Bayer Leverkusen angeschlossen. In dem Großklub wird sie von Bundestrainer Helge Zöllkau trainiert. „Sie hat die Nähe zu einer starken Trainingsgruppe gesucht“, sagt die hessische Cheftrainerin Wurf, Regine Isele. Nachdem Michael Deyhle Ende 2016 in Berlin als Bundestrainer nicht mehr gefragt war und nach China wechselte, hatte C-Kadertrainer Ron Hütcher die Betreuung von Carolin Paesler übernommen. Ihm gelang es, die Leistungen von Carolin Paesler zu stabilisieren, Belege hierfür waren der DM-Titel und die Saisonbestleistung (70,30 Meter). Die EM-Zehnte von 2016 hat bereits eine Wohnung in Leverkusen bezogen. Ihr Ziel ist eine möglichst gute Platzierung bei den Europameisterschaften 2018 in Berlin und die Verbesserung ihrer persönlichen Bestleistung (70,76/2014). Neu in der Isele-Trainingsgruppe und bei der LG Eintracht Frankfurt ist Hammerwerfer Christoph Gleixner (LG Landkreis Aschaffenburg), Sechster der deutschen U20-Bestenliste mit 65,87 Metern. Als Heimtrainer steht ihm weiterhin sein Vater Martin Gleixner zur Seite. In Frankfurt sollen sich die 1999er Nachwuchstathleten Gleixner und Sebastian Arnold (TuS Weilmünster/63,47) künftig pushen.


Lennart Genz startet künftig für den Wiesbadener LV (Foto: Benjamin Heller)

Nun zu weiteren Wechseln innerhalb Hessens: Lilly Urban tauscht das Trikot des TV Bermbach gegen jenes der LG Eintracht Frankfurt. Die Speerwerferin ist mit 46,17 Metern Dritte der deutschen U16-Bestenliste. Einen neuen Klub hat auch Mehrkämpferin Vanessa Grimm von der LG Reinhardswald, die DM-Dritte im U23-Siebenkampf hat sich ebenso dem Königsteiner LV angeschlossen wie die 16-jährige 800-Meter-Spezialistin Anna Schösser (bislang HTG Bad Homburg), die sich unlängst als Ersatzläuferin für die Cross-EM ins Spiel gebracht hat. Neben einem weiteren Abgang, die Hallen-DM-Sechste im Weitsprung Nathalie Buschung wechselt zur LG Eintracht Frankfurt, verzeichnet der Wiesbadener LV auch zwei Zugänge: Weitspringer Lennart Genz vom TSV Eintracht Stadtallendorf (U20/7,14 Meter) startet nun ebenso für den Klub aus der Landeshauptstadt wie Tobias Marek vom Königsteiner LV (U18/7,00). Beide werden von Landestrainer Peter Rouhi trainiert.

Uwe Martin

 


03.12.2017