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HLV-Leistungssporttagung in Frankfurt


Anja Pietzsch bei ihrem Vortrag (Foto: HLV)

Unter der Moderation von Christian Seelmann (Rhein-Main TV) hat in der Frankfurter Carl-von-Weinberg-Schule die Leistungssporttagung des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) stattgefunden. Knapp 50 Teilnehmer - eingeladen waren die Heimtrainer der HLV-Kaderathleten, Stützpunkttrainer, Trainer der DLV-Kaderathleten, das HLV-Präsidium, Lehrer-Trainer, E-Kadertrainer, das medizinische Team, die Mitglieder des Leistungssportausschusses sowie DLV-Leistungssportverantwortliche - nahmen nach mehr als sieben Stunden eine Vielzahl aufschlussreicher Erkenntnisse mit. Auch aus der abschließenden Diskussionsrunde mit 1.500-Meter-Läuferin Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt), Mittelstrecken-Bundestrainer Georg Schmidt, dem langjährige Erfolgstrainer Günter Eisinger und HLV-Vizepräsident Leistungssport Martin Rumpf.

Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie Leistungssportler am besten gefördert werden können. Bei den Antworten herrschte Übereinstimmung, dass die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) forcierte und beschlossene Zentralisierung - vereinfacht formuliert - nicht praktikabel sei. Heftige Verwerfungen im Zuge der DOSB-Leistungssportreform gibt es seit Monaten insbesondere im Volleyball und im Rudern. Für die Diskutanten standen individuelle Ansätze im Vordergrund. Wobei es durchaus Sinn mache, an unterschiedlichen Standorten mit Hilfestellung des Verbandes und des Olympiastützpunktes starke Trainingsgruppen zu bilden. Denn die Zielsetzung, die bestmögliche Leistung der Athleten, lasse sich nur mit optimalen Rahmenbedingungen realisieren.

Wie dies in Hessen aussieht, vermittelte Martin Rumpf unter anderem mit einem Überblick über die Leichtathletik-Talentstützpunkte, wo Heimtrainer, Lehrer-Trainer, E-Kadertrainer, Stützpunkt- und Landestrainer im Sinne des Nachwuchses möglichst optimal zusammenarbeiten sollen. Das Ziel ist klar: Talente entdecken, sie fördern und bis zur Aktivenklasse unterstützen.


Prof. Dr. Eike Emrich (Foto: HLV)

In seinem Impulsreferat hatte Prof. Dr. Eike Emrich über die vom DOSB gleichfalls im Zuge der Leistungssportreform geforderte spezielle und frühzeitige Förderung von Athleten gesprochen. Das übergeordnete Ziel, mehr deutsche Medaillen bei internationalen Meisterschaften, lässt sich nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen des ehemaligen DLV-Vizepräsidenten Leistungssport (2004 bis 2009) so jedoch nicht erreichen. Im Gegenteil: Häufig seien letztlich die sogenannten Quereinsteiger erfolgreicher. Die Kernforderung von Emrich: Keine Gleichbehandlung, sondern individuelle Wege anbieten.

Heilpraktikerin Anja Pietzsch vom medizinischen HLV-Team setzte den Darm in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Ihre Empfehlung: Dem Organ mit einer Gesamtlänge von bis zu sieben Metern mehr Beachtung zukommen lassen. Denn viele Einschränkungen bei Leistungssportlern hätten im Darm ihre Ursache. Anja Pietzsch empfiehlt eine sogenannte Stuhldiagnostik, um mögliche Mangelversorgungen oder Entzündungen erkennen zu können.


Die Diskussionsrunde mit Martin Rumpf, Georg Schmidt, Christian Seelmann, Diana Sujew und Günter Eisinger (Foto: HLV)

In einem weiteren anschaulichen Vortrag erläuterte Barbara Ramm auch mit Videobotschaften von Langhürdlerin Eileen Demes (TV Neu-Isenburg) und dem ehemaligen Weltklasse-Skirennfahrer Marc Girardelli die Wirkungsweise der „Bemer Systeme“ - damit wird eine Gefäßtherapie ermöglicht, die den verlangsamten oder gar nicht mehr funktionierenden Blutdurchfluss wieder in Gang bringt. So kann mit den „Bemer Systemen“ die Wundheilung beschleunigt und die Regenerationszeit verkürzt werden.

Mit Dr. Susanne Weber beantwortete ein weiteres Mitglied des medizinischen HLV-Teams die Frage nach der Notwendigkeit einer Sportgynäkologin/eines Sportgynäkologen für Leistungssportlerinnen mit einem klaren „Ja“. Eine Beratung, so die Fachärztin für Frauenheilkunde und Sportmedizin, sei absolut empfehlenswert. Die Gründe sind offensichtlich aufgrund der Komplexität des Anforderungsprofils im Leistungssport.

Quasi ein Heimspiel hatte Dominic Ullrich in der Carl-von-Weinberg-Schule. Der Lehrer-Trainer und Vorsitzende des DLV-Bundesausschusses Jugend hielt einen Vortrag zur mehrperspektivischen Talentsichtung. Dabei stellte Ullrich auch die Talentsichtung in der Carl-von-Weinberg-Schule vor. (tin./G.R.)

 


14.11.2017