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DM in Erfurt: Zwei weitere Titel für den HLV


Georg Fleischhauer und Luke Campbell (Foto: Jens Priedemuth)

Die Athleten des Hessischen Leichtathletik-Verbandes waren auch am zweiten Tag der deutschen Meisterschaften in Erfurt erfolgreich. Nach drei Titeln und zwei zweiten Plätzen fiel die Bilanz am Sonntag jedoch etwas bescheidener aus. Grund zur Freude hatten die favorisierten 400-Meter-Hürdenläufer der LG Eintracht Frankfurt - Luke Campbell (49,40/p.B.) und Georg Fleischhauer (50,30) feierten die Plätze eins und zwei. „Das bedeutet mir alles. So lange habe ich schon davon geträumt und heute konnte ich den Titel holen. Es macht mich sehr stolz, Deutschland zu repräsentieren und ich wäre gern bei der WM gelaufen. Vielleicht darf ich ja trotzdem mitfahren, so knapp wie ich an der Norm vorbei bin", sagte Campbell nach dem Finale, in dem er die WM-Norm um fünf Hundertstel verpasst hatte. Der zweite Titel für den HLV kam ganz am Schluss der Veranstaltung. Die 4x400 Meter-Staffel unter der sperrigen Firmierung StG Schlüchtern-Flieden-Obertshausen gewann die Meisterschaft in 3:09,08 Minuten vor der StG Chemnitz Erzgebirge (3:09,60). Die restlichen Staffeln spielten im Titelkampf keine Rolle. Im schnellen Einsatz waren Eric Herbert, der im vergangenen Herbst komplett in die Trainingsgruppe von Robert Schieferer gewechselt war, Aleksi und Jaakkima Rösler sowie Constantin Schmidt.


Im Ziel war die Reihenfolge genau anders - hier läuft Diana Sujew noch vor Konstanze Klosterhalfen (Foto: Jens Priedemuth)

Weitere zweite Plätze gingen an Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) über 1.500 Meter, er musste sich im Schlussspurt mal wieder Timo Benitz (LG Nordschwarzwald/3:38,77 - 3:40,09 Minuten) geschlagen geben. Gleiche Strecke, gleicher Platz für Tesfayes Klubkollegin Diana Sujew. Der entscheidende Unterschied: Sie blieb hinter der überragenden Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen/3:59,58) in 4:10,71 Minuten bei ihrer letzten Chance ohne WM-Norm (4:07,50). Tesfaye ist beim Saisonhöhepunkt in London (4. bis 13. August) dabei.

Womit wir bei jenen Athletinnen und Athleten wären, die sich in Erfurt hinter den Medaillenrängen platzierten. So Lara Matheis (TSG Gießen-Wieseck) über 200 Meter als Vierte in persönlicher Bestzeit (23,13 Sekunden). Zu einer Medaille fehlten zwei Zehntel, Bronze schnappte sich Nadine Gonska (MTG Mannheim). Für die Mittelhessin, die in Lille als Mitglied der deutschen 4x100-Meter-Staffel die Team-Europameisterschaft gewonnen hatte, war die Sportreise nach Thüringen dennoch ein beachtlicher Erfolg. Denn bereits im Vorlauf hatte Lara Matheis ihren vormaligen Hausrekord (23,46) auf 23,33 Sekunden verbessert.


Lisa Mayer bei der DM in Erfurt (Foto: Jens Priedemuth)

Ganz anders erging es der Olympia-Halbfinalistin Lisa Mayer vom Sprintteam Wetzlar, die nachgemeldet worden war, in ihrem Vorlauf aber nach etwa 180 Metern austrudeln ließ und mit 24,04 Sekunden als Dritte das Finale verpasste. Die Verletzung der deutschen Jahresbesten (22,64) ist offenkundig nicht komplett ausgeheilt. Trotz einer persönlichen Topzeit im 200-Meter-Finale fehlte dem süddeutschen Meister Steven Müller (LG ovag Friedberg-Fauerbach) mehr als ein Wimpernschlag zu einer Medaille. Der Student aus Kassel lief 20,81 Sekunden, Bronze gewann Aleixo Platini Menga (Leverkusen/20,55). Einen Hausrekord (zuvor 20,85) hatte Müller bereits im Vorlauf mit 20,80 Sekunden erzielt.


Lara Matheis lief zwei persönliche Rekorde über 200 Meter (Foto: Jens Priedemuth)

Womit wir bei weiteren gut Platzierten angelangt sind. Maximilian Becker (LG Eintracht Frankfurt) wurde Sechster der Hammerwurf-Konkurrenz (66,92 Meter), sein Klubkollege Nico Sonneberg Siebter über 3.000 Meter Hindernis (8:58,63 Minuten). Sabine Rumpf LSG Goldener Grund/Selters) kam im Herbst ihrer Diskuswurfkarriere nochmals auf Platz acht mit 53,11 Metern

Vergessen sei an dieser Stelle auch der 800-Meter-Läufer Christopher Wenzel (LAZ Gießen) nicht. Der Mittelhesse hatte sich mit einer persönlichen Bestzeit als Vorlauf-Dritter (1:50,99) für das Finale qualifiziert. Dort belegte er am Sonntag den zehnten Platz (1:51,97).

Der Deutsche Leichtathletik-Verband wird sein kompletts WM-Aufgebot am Mittwoch, 12. Juli, um 11 Uhr bekanntgeben.

Abschließend noch zwei DM-Platzierungen von hessischen Jugendstaffeln. Über 4x400 Meter der männlichen U20 belegte die StG Königstein-Friedrichsdorf in 3:19,47 Minuten den fünften Rang; über 3x800 Meter der weiblichen U20 lief die TV Groß-Gerau auf Platz neun (6:57,15).

Uwe Martin

 


09.07.2017