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Sportinternat Bad Sooden-Allendorf vor dem Aus

In mehreren Abstimmungen hat das Stadtparlament von Bad Sooden-Allendorf mit deutlicher Mehrheit das Schicksal des Sportinternats besiegelt, das nach mehr als vierzig Jahren nur noch Geschichte ist. Nach einer leidenschaftlichen Debatte sagte Bürgermeister Frank Hix (CDU): „Aus und vorbei.“ Vor den überwiegend jungen Zuhörern lehnten es die Stadtverordneten ab, das an die Rhenanus-Schule angegliederte Internat mit einem weiteren städtischen Zuschuss weiterzuführen. Das Internat hatte einst jährlich 250.000 Euro Schulden gemacht, dank großer Sparbemühungen liegt der Verlust derzeit bei unter 50.000 Euro.

Das Parlament schmetterte einen letzten Rettungsversuch des Bürgermeisters ab, der überraschend einen Änderungsantrag präsentiert hatte. Danach sollten sich die Abgeordneten bereit erklären, für die letzten sechs Monate des Jahres dem Internat mit 25.000 Euro über die Runden zu helfen, um das Gebäude mit Wirkung zum 1. Januar 2018 zum symbolischen Preis von einem Euro zu vermieten, damit es der Mieter „in voller finanzieller Verantwortung“ samt aller Betriebskosten in Eigenregie weiterführen könne. Per Fax hatte Hix - nach eigenen Angaben selbst überrascht - dieses Angebot einen Tag zuvor von Internatsleiter Ralf Gedeck erhalten. Die Stadt wäre damit frei von jedem Risiko und weiterer finanzieller Belastung.

Unterstützung erhielt Hix nur aus der in dieser Frage gespaltenen CDU-Fraktion. Die große Mehrheit des Parlaments fühlte sich dagegen überrumpelt, einen Antrag mit so weitreichenden Konsequenzen auf den Tisch zu legen, ohne dass der Finanzausschuss und die Stadtverordneten zuvor Gelegenheit gehabt hätten, sich intensiv damit auseinanderzusetzen.

Hix verwies auf einen nach seiner Ansicht großen Imageschaden für die Stadt, den Verlust eines „zweiten Zuhauses“ der Internatler und auf die Gefahr für sechs Arbeitsplätze, wenn das Sportinternat geschlossen werde. Schülergruppen aus China hätten sich angesagt, um womöglich Internat und Schule zu einer interkulturellen Institution zu machen.

Als Hauptredner der Gegner warf Martin Herrmann (Grüne) Hix Konzeptionslosigkeit vor. Jetzt entscheide sich, ob die Stadt an einer „Lebenslüge“ festhalte oder zur Reformen bereit sei und ob die Bürger immer weiter zur Kasse gebeten würden. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

Quelle: HNA/Hessische/Niedersächsische Allgemeine

 


07.07.2017