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Wochenendrückblick


Lisa Oed in Regensburg(Foto: Sascha Arndt)

Verstreut über Halb-Europa waren die hessischen Läufer im Einsatz und gingen auf die Jagd nach Normen. Marc Reuther (Wiesbadener LV) zog es nach Hengelo. Bei den Fanny Blankers-Koen Games hatte der Mann aus der Landeshauptstadt über 800 Meter absolute Spitzenläufer als Gegner. Am Ende lieferte der Mittelstreckler als Elfter mit 1:46,89 Minuten zwar eine neue Jahresbestzeit ab, doch zur (erhofften) WM-Norm fehlt noch rund eine Sekunde.
„In diesem Weltklassefeld war es absehbar, dass es nicht einfach werden würde. Zudem hatten wir uns auch einen etwas anderen Rennverlauf vorgestellt. Marc hatte unterwegs viel mit taktischem Geplänkel zu tun. Bis ungefähr zur 700-Meter-Marke konnte er die Zeitvorgaben einhalten, was aber mit einigem Mehraufwand verbunden war. Überholversuche auf Bahn zwei und drei kosten eben wertvolle Zeit. So ist dann auf der Zielgeraden rund eine Sekunde liegengeblieben“, bringt Bundestrainer Georg Schmidt die zwei Runden von Hengelo auf den Punkt.


Nachdem Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) am vergangenen Montag beim Meeting in Prag über 1500 Meter mit 3:34,71 Minuten die Quali-Zeit für London (3:36,00 min.) sicher unterbot, legte der Schützling von Wolfgang Heinig in den Niederlanden nun noch eine Schippe drauf. Momentan stehen 3:34,20 min. (7.) zu Buche.


Ebenfalls 1500 m standen für Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt) beim EA Classic-Permit-Meeting in Stettin auf dem Programm. Nach ihren 4:09,84 min. von Marseille ging es für Diana in Polen weiter nach vorne. Mit 4:08,28 min. wurde die LGlerin Vierte und nähert sich langsam den für die WM geforderten 4:07,50 Minuten an. Auch Teamkollegin Kathrin Klaas war in Westpommern am Start, blieb im Hammerwerfen mit 67,43 m (7.) jedoch etwas unter ihren Möglichkeiten.


Die Regensburger Laufnacht nutzen gleich eine ganze Reihe von Athleten zur Normerfüllung für internationale Aufgaben. Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) hatte mit 10:27,40 Minuten die EM-Norm für Grosseto (ITA) über 3000 Meter Hindernis bereits in der Tasche, als sie in der Oberpfalz an den Start ging. Mit hervorragenden 10:19,62 min. gelang ihr im Alleingang von der Spitze weg eine Top-Vorstellung, die mit einer Steigerung um knapp acht Sekunden belohnt wurde. Lisa Tertsch (ASC Darmstadt) hatte bereits Ende April in Palo Alto (USA) während ihres Studiums in den USA mit 10:22,76 min. die Hindernis-Norm eingetütet und lief nun in Regensburg die 1500 m (4:37,62 min.). In Richtung EM planen kann wohl auch Niklas Harsy (LAZ Gießen Stadt und Land), der in Bayern im einem von Taktik geprägten Rennen über 800 m mit 1:51,31 min. Dritter wurde. Als Bestzeit kann der LAZler 1:50,40 min. vorweisen, womit er die Nummer drei in Deutschland ist.

Sprinter Florian Daum (Wiesbadener LV) befindet sich mit seinen 10,52 sec. wieder auf dem Weg zu alter Stärke, nachdem er sich im Winter in Kalbach bei einem Sturz die Sprengung des Schultereckgelenkes zugezogen hatte. Teamkollege Michael Pohl stürmte im Vorlauf „windunterstützt“ in 10,31 sec. über den Tartanbelag. Im A-Finale (4. mit 10,37 sec.) herrschten dann aber reguläre Bedingungen. Über 200 m wurden das Duo Pohl & Daum dann mit 21,47 (6.) bzw. 21,59 sec. (8.) gestoppt. Lara Matheis (TSG Gießen-Wieseck) überzeugte mit flotten 11,29 Sekunden, wobei sie ihren „Hausrekord“ um beachtliche 0,31 Sekunden nach unten drückte, aufs Finale dann aber verzichtete. Hinzu kam noch Rang zwei über die 200 m (23,46 sec.). Constantin Schmidt (TG Obertshausen) qualifizierte sich als Zweiter über 400 Meter (46,63) für die Team-EM in Lille (Frankreich/24./25. Juni). Schmidt ist derzeit bester deutscher U23-Viertelmeiler, bei den Aktiven Dritter. Über 400 Meter Hürden war noch ein Duo im Dreß der LG Eintracht Frankfurt unterwegs. Luke Campell blieb als Zweiter in 49,96 sec. knapp unter der „50-Sekunden-Marke“, sein Vereinskollege Georg Fleischhauer (4. mit 51,04 sec.) deutlich darüber.

Jens Priedemuth

 


13.06.2017