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Luzolo: „Belgrad war eine wichtige Erfahrung“


Maryse Luzolo und Alexandra Wester (Foto: Priedemuth)

Ungefähr eine Daumenbreite ist nicht sonderlich viel. In etwa dieses Maß oder genau genommen drei Zentimeter fehlten Maryse Luzolo bei den Hallen-Europameisterschaften am Ende, um in das Weitsprung-Finale einzuziehen. „Ich kann eigentlich nicht sagen, dass ich mit dem Wettkampf hier unzufrieden bin. Es war schließlich mein erster internationaler Auftritt in der Frauenklasse. Natürlich ärgert man sich ein wenig, wenn es so knapp mit dem Ausscheiden ist. Aber ich bin ja noch jung und es warten bestimmt noch weitere Herausforderungen auf mich. Ein nächster Höhepunkt könnte die U23-EM in Polen sein, wo ich ja auch noch startberechtigt bin. Der Anlauf hier hat eigentlich gestimmt, und ich habe mich ja von Versuch zu Versuch gesteigert. Anscheinen brauche ich aber im Wettkampf immer ein paar Sprünge mehr, um so richtig in Fahrt zu kommen. Die gibt es aber ja nur im Endkampf. Auf jeden Fall war Belgrad eine wichtige Erfahrung“, fasste die 21-jährige Athletin vom Königsteiner LV (Platz zehn) ihre Erlebnisse in der serbischen Hauptstadt zusammen.

Die Stimmung in der riesigen Kombank-Arena war bestens. Kein Wunder, war doch hier mit Lokalmatadorin Ivana Spanovic eine der ganz wenigen heimischen Medaillenhoffnungen an Start. Als die Serbin dann auch noch gleich im ersten Versuch auf die Weltjahresbestweite von 7,03 Metern flog, tobte die Halle. Diese tolle Stimmung nutzte auch Claudia Salman Rath (LG Eintracht Frankfurt) zu einer ersten Top-Leistung. Die Trainingspartnerin von Luzolo benötigte ebenfalls nur einen Satz, um ins Finale zu kommen. Mit 6,79 Metern steigerte die Siebenkämpferin ihren Hessenrekord um drei Zentimeter.


Maryse Luzolo … in Aktion (Foto: Priedemuth)

Das große Zittern war bei Alexandra Wester, der Zimmerkollegin von Luzolo, angesagt. Nach einem ungültigen Sprung, wurden im zweiten Durchgang lediglich 6,23 Meter gemessen. Indiskutabel für die Athletin vom ASV Köln, die in dieser Saison bereits 6,71 Meter abgeliefert hat. Mit ihrem letzten kam Wester dann auf 6,51 Meter und packte den Sprung ins Finale. Wie eng es hier zur Sache ging, zeigte ein Blick in die Ergebnisliste. Die Plätze sieben bis zehn trennten nur sechs Zentimeter! Hinzu kommt, dass der EM-Start und eine komplette Hallensaison eigentlich nicht richtig geplant waren. Durch die Bundeswehr-Grundausbildung in den Monaten November und Dezember musste das Training in diesem Zeitraum drastisch reduziert werden. Anschließend standen für die Biologiestudentin noch wichtige Klausuren im Terminkalender. Unter diesen Gesichtspunkten können sich die Hallenbestmarke von 6,56 Metern - gesprungen beim Hallen-ISTAF in Berlin - sowie nur acht Zentimeter weniger in Belgrad und der zehnte EM-Platz durchaus sehen lassen.

Jens Priedemuth

 


05.03.2017